Krypto-News der Woche 31. März 2023

Das Wichtigste in Kürze

  • FTX EU beginnt mit Auszahlungen an seine Kunden. Nicht alle europäischen Nutzer kommen dafür infrage.
  • Die EU will die Anonymität von Kryptowährungen erneut bekämpfen. Diesmal im Rahmen veränderter Anti-Geldwäschegesetze.
  • Die US-Behörde CFTC schießt sich nun ebenfalls auf Binance ein. Offenbar brach die größte Krypto-Börse der Erde absichtlich Gesetze.
  • Bitcoin steigt während der Bankenkrise im März kräftig.

FTX EU zahlt Kundeneinlagen aus

Über vier Monate ist der berüchtigte FTX-Crash nun her. Für die meisten Anleger ist es bisher jedoch immer noch unmöglich, wieder Zugriff auf das eigene Guthaben zu erlangen. Wann die ausstehenden Kundengelder zurückgezahlt werden, ist immer noch unklar.

Bis heute besteht keine Gewissheit, ob es dazu überhaupt kommt – wenngleich die Situation aufgrund einer Vielzahl an Tochtergesellschaften vielversprechend aussieht. Dass Anleger plötzliches Glück haben können, fällt erst kürzlich in Japan auf.

Der japanische Ableger der Krypto-Börse FTX zahlt japanischen Nutzern im Februar rund 50 Millionen US-Dollar aus. Der geringe Wert ist vor allem auf die mindere Popularität der Krypto-Börse in Japan zurückzuführen.

Nun können sich auch europäische Nutzer glücklich schätzen – allerdings nur eine vergleichsweise kleine Gruppe. Auch der europäische Ableger von FTX, FTX EU Ltd, ermöglicht nun Abhebungen, wie aus einer Rundnachricht an Kunden hervorgeht.

Dazu stellt die Krypto-Börse eine neue Webpräsenz namens ftxeurope.eu bereit. Dort können sich Nutzer mit ihren Kontodaten einloggen, um einen Einblick auf verbleibende Anlagen zu erhalten und eine Auszahlung anzufordern.

Was zunächst wie eine extrem erfreuliche Nachricht klingt, dürfte nur verminderte Ausmaße haben. Die meisten europäischen Nutzer registrierten sich nicht bei der erst im März 2022 gegründeten europäischen Zweigstelle, sondern bei dem internationalen Riesen FTX.com.

Nutzer, die auf FTX.com ein Konto führten, können ihre Gelder noch immer nicht abheben. In diesem Fall ändert sich also nichts.


Ein Gläubiger, der ein bekanntes Twitter-Konto führt, gibt Einblick in die Benutzerobefläche.

Der Prozess gegen den Hauptbeschuldigten Sam Bankman-Fried beginnt voraussichtlich Ende des Jahres. Ob FTX.com bis dahin Auszahlungen erlaubt oder sogar den Geschäftsbetrieb wieder aufnimmt, ist bisher unklar.

EU will Anonymität in Krypto weiter bekämpfen

Im November wurde erstmals publik, dass einige Abgeordnete der EU an einem Verbot von Privacy Coins arbeiten. Die Initiative gehe von tschechischen Parlamentariern aus. Bisher gab es in diesem Fall keine neue Entwicklung.

Dass die Pseudonymität oder Anonymität von Kryptowährungen vielen Behörden ein Dorn im Auge ist, ist nichts Neues. Auch in der EU lässt sich die Auseinandersetzung bereits anhand der berüchtigten Transfer of Funds Regulation (TFR) erkennen.

Zuletzt unternimmt die EU neue Schritte, um anonyme Zahlungen zu unterbinden. Von Einschränkungen der neuen Anti-Geldwäschegesetze (AML) sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen betroffen.

In der Erfüllungspflicht sieht die EU vor allem Unternehmen. So sollen etwa Krypto-Transaktionen von Krypto-Börsen an weitere unregistrierte Krypto-Börsen verhindert werden.

Auch unidentifizierte Nutzer sollen keine Abhebungen jenseits der 1.000 Euro mehr durchführen dürfen, sofern die verwendete Blockchain-Adresse nicht mit einer Identität hinterlegt ist.

Hinzukommen sollen Einschränkungen für Unternehmen bei der Annahme von Geldern anonymer Herkunft. Die EU senkt in diesem Zusammenhang auch die zulässige Bargeldmenge.

Ob der Gesetzesentwurf tatsächlich gültig wird, ist bislang unklar. In einer ersten Abstimmung der zwei zuständigen Ausschüsse erzielte das Gesetz eine klare Mehrheit. Anschließend muss es vom EU-Parlament und vom EU-Rat bestätigt werden.

Auch die inhaltlichen Details der Verordnung sind bislang unklar. Für die Durchsetzung soll die neue Anti-Geldwäschebehörde AMLA zuständig sein.

US-Behörde CFTC klagt Binance an

Seit Februar führt die US-Börsenaufsicht SEC eine Kampagne gegen die Kryptobranche durch. Betroffen sind vorrangig zentralisierte Krypto-Börsen. Branchenführer Binance musste bereits einen besonders empfindlichen Treffer einstecken.

So wurde der Stablecoin BUSD effektiv abgewickelt. Zwar existiert er noch, bis zum Frühjahr 2024 muss er jedoch komplett verschwinden.

Nun gerät Binance auch noch in den Fokus einer zweiten US-Behörde – der CFTC. Sie liefert in einer Anklage eine Fülle an Hinweisen darauf, dass Binance regulatorische Vorgaben bewusst gebrochen hat, Kunden zur Umgehung von Einschränkungen angeleitet hat und Sanktionen umging.

In einem Beispiel sei der Compliance-Abteilung die illegale Herkunft von Geldern aufgefallen. Ein Nutzer habe zwei Millionen US-Dollar auf Binance gebracht.

Weil sich ein Nutzer über das weitere Vorgehen unklar war, konsultierte er den damaligen Leiter der Compliance-Abteilung, Samuel Lim.

Lim erklärte, man könne den Nutzer mitsamt seiner illegalen Gelder gewähren lassen. Der Mitarbeiter sollte ihn darauf hinweisen, dass dies nicht noch einmal vorkommen darf.

Gelder dürften nicht direkt von Darknet Marktplätzen an Binance gesendet werden. Darüber hinaus solle der Nutzer beim nächsten Mal ein neues Binance-Konto anlegen.

Dieses Vorgehen diene nur als Beispiel und könne das Vorgehen der Krypto-Börse generell widerspiegeln. Auch der Vertrieb von Binance Futures sei ohne Registrierung erfolgt und damit illegal.

Ein Twitter-Nutzer, der sich als Anwalt ausgibt, hält den absichtlichen massenhaften Verstoß gegen geltende regulatorische Bestimmungen für ein übliches Verhalten unter großen Firmen. Dort sei der Profit maßgebend.


Dass man Strafen zahlen müsse, nehme man absichtlich in Kauf. Oft könne man durch das rechtswidrige Verhalten jedoch mehr Gewinn erzielen, als man letztlich durch Strafzahlungen abgibt.

Binance-Gründer Changpeng Zhao, der selbst auch Ziel der Klage ist, erklärte in einem Vorstandstreffen 2019, dass die Umsetzung sämtlicher US-Regularien zu umständlich sei, sodass man sie generell missachte.

In seinen neuesten Erklärungen gab er an, eine enge Beziehung zu US-Behörden zu führen und weist jede Schuld von sich und seinem Unternehmen. Gesetze achte man zu jedem Zeitpunkt.

Bitcoin steigt trotz Bankenkrise

Der Bitcoin und viele weitere Kryptowährungen sollen als Schutz vor zunehmender Inflation dienen und Menschen rund um den Globus einen Ausweg aus dem herrschenden Finanzsystem bieten – doch sind diese Versprechen überhaupt realistisch?

Neueste Entwicklungen deuten zum wiederholten Mal darauf hin, dass es dem Bitcoin-Kurs gelingt, sich vom klassischen Finanzmarkt zu lösen.

Am Freitagabend um 19.00 Uhr steht BTC bei einem Kurs von rund 28.400 US-Dollar. Im Vergleich zu den Marktpreisen seit Beginn des Jahres ist der Kurs somit deutlich gestiegen.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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