Krypto-News der Woche 22. September 2023

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU fordert eine strenge Krypto-Regulierung von Staaten, die nicht zur Europäischen Union gehören. Andernfalls sei die EU trotz neuer Regulierung von Risiken bedroht.
  • Der deutsche Krypto-Marktplatz BISON führt umstrittene Geschäftsbedingungen ein, die das Unternehmen dazu befähigen, die Einlagen von Kunden ohne explizite Zustimmung für Staking zu gebrauchen.
  • Untreue von FTX reicht weiter als gedacht. Die 2022 kollabierte Krypto-Börse sendete Millionen an die Eltern des Gründers.
  • Der Kryptomarkt bleibt größtenteils ohne nennenswerte Kursentwicklungen. Lediglich zwei Coins steigen plötzlich deutlich.

EU fordert strenge Krypto-Regulierung

Die EU fordert eine strenge Krypto-Regulierung von Ländern außerhalb der Europäischen Union. Der Wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments (EPRS) ruft besonders die USA und Großbritannien zum Handeln auf.

In beiden Ländern ist die Krypto-Regulierung bisher fraglich. Besonders unstimmig ist die Politik der USA. Das nordamerikanische Land befindet sich aktuell in tiefgreifenden Konflikten rund um die Zukunft der Kryptobranche.

Die aktuelle Biden-Regierung gilt als kryptofeindlich, während die republikanische Opposition mittlerweile hauptsächlich positive Stellung zu Bitcoin und Co. bezieht. Großbritannien ist nach dem Brexit nicht mehr Teil der EU und geht daher einen Sonderweg.

Die Europäische Union verabschiedete im April MiCA. Das Gesetz, das 2024 in Kraft treten soll, beschäftigt sich mit der Regulierung der Kryptobranche.

Die Wahrnehmung des Gesetzes ist zwiespältig. Während Unterstützer einen Vorteil für die EU als Krypto-Standort vermuten, halten es Kritiker gegenüber der finanziellen Privatsphäre für schädlich.

Sollten weitere Staaten die Regulierung von Krypto ablehnen, drohe eine Gefahr für die Finanzstabilität. Diese könne vor allem durch die zunehmende Adoption von Stablecoins ausgelöst werden.

Die Autonomie der EU sei gefährdet, wenn weitere Staaten nicht ähnliche Regelungen wie MiCA beschließen, da von diesen Standorten aus andernfalls Einfluss auf die EU ausgeübt werden könne.

Malta gab bereits bekannt, das eigene Krypto-Gesetz nach dem Aufruf des EPRS zu überarbeiten, um es MiCA anzunähern.

BISON führt umstrittene Geschäftsbedingungen ein

Die Krypto-Handelsplattform BISON der Börse Stuttgart führt umstrittene Geschäftsbedingungen ein. Stimmen Nutzer einer neuen AGB-Richtlinie zu, berechtigen sie die ebenfalls zur Börse gehörende Blocknox GmbH dazu, ihre Kryptos im Staking zu verwenden.

Das Besondere: Die Nutzer müssen die Coins dann nicht mehr selbst zum Staking innerhalb der Plattform hinzufügen.

Dieser Schritt erfolgt also ohne weitere Willensbekundung. Auch die durch das Staking erzielten Profite werden nicht mit den Nutzern geteilt.

BISON traf diese Entscheidung, um weitere Profite auf Kryptos zu erzielen, die sonst nur im Auftrag der Kunden verwahrt werden. Auf eine Frage des YouTubers Blocktrainer erklärte BISON:

Unsere Kunden sind nicht verpflichtet dem AGB-Update zuzustimmen, um BISON weiterhin nutzen zu können. User können einfach auf Schließen des Pop-ups klicken und sich wie gewohnt in ihren BISON Account einloggen.

Bestandskunden sind also gut beraten, die AGB-Veränderung nicht zu akzeptieren. Neukunden haben diese Option nicht.

In vielen Fällen dürfte eine Zustimmung keine drastischen Folgen haben. Entwickelt sich die Situation für BISON jedoch eines Tages unerwartet, könnten Nutzern Nachteile drohen.

Einige Blockchains verwenden sogenannte Unlocking Periods. Der Begriff beschreibt einen Zeitraum, in welchem die Kryptos der Nutzer freigegeben werden.

Während dieser Phase kann niemand auf die Coins zugreifen. Bei Ethereum kann diese Aufgabe mehrere Wochen einnehmen, während Cardano keinerlei Unlocking Period nutzt.

Sollte es zu unerwartet hohen Auszahlungen kommen, welche die direkt vorhandene Liquidität von BISON übersteigen, müssten Nutzer also potenziell wochenlang warten, bis sie erneut Zugriff auf ihre Coins erlangen.

Untreue von FTX reicht weiter als gedacht

Immer wieder gibt es neue Meldungen über die Untreue von FTX. Jüngst decken Informationen auf, wie weit die ehemals zweitgrößte Krypto-Börse der Erde ihre Kundeneinlagen verteilte.

So sollen auch die Eltern des Gründers, Joseph Bankman und Barbara Fried, Millionenbeträge vom Unternehmen ihres Sohns Sam Bankman-Fried erhalten haben.

Joseph Bankman nutzte einen Teil davon – etwa 5,5 Millionen Dollar, um an seinen Arbeitgeber, die Stanford Universität, zu spenden.

Diese kündigte inzwischen an, die erhaltenen Spenden vollständig zu erstatten. SBF soll seinen Eltern insgesamt rund 19 Millionen US-Dollar überwiesen haben.

Ein großer Teil davon – 16,4 Millionen US-Dollar – wechselte in Form eines Anwesens den Besitzer.

Die Insolvenzverwaltung von FTX reichte deshalb Klage gegen die Eltern des Firmengründers ein. Man wirft ihnen Betrug und Untreue vor. Die Krypto-Börse, die f+r kommendes Jahr ihren Neustart plant, fordert eine Rückzahlung sämtlicher Gelder sowie Schadensersatz.

Anwälte von SBF erklärten inzwischen, die Vorwürfe seien „völlig falsch“. Sie bezeichnen das Vorgehen als strategische Entscheidung, um die Eltern des Hauptangeklagten kurz vor dem Beginn der Hauptverhandlungen im Oktober einzuschüchtern.

Der Hauptbeschuldigte SBF befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Sollte er schuldig gesprochen werden, droht ihm womöglich lebenslange Haft.

Kryptomarkt ohne nennenswerte Kursentwicklung

Der Kryptomarkt bleibt in der letzten Woche größtenteils ohne nennenswerte Kursentwicklung. Laut CoinMarketCap stieg der gesamte Markt seit gestern um 0,54 Prozent. Im Wochentrend verzeichnete Bitcoin ein Plus von 1,37 Prozent.

Zu Redaktionsschluss notiert die größte Kryptowährung bei rund 26.700 US-Dollar. Ethereum sank im Wochentrend um 1,38 Prozent und notiert aktuell bei 1.600 US-Dollar.

Wochensieger ist Immutable (IMX) . Die Kryptowährung gehört zu einer gleichnamigen Skalierungslösung für die Ethereum-Blockchain.

Immutable bedient vor allem den Bereich der Computerspiele, die NFTs einbinden. Bekannt ist die Blockchain besonders für das Kartenspiel Gods Unchained.

IMX konnte im Wochentrend um ganze 32 Prozent steigen, setzt sich somit auf den 46. Rang der Kryptos mit einer Marktkapitalisierung von 766 Millionen US-Dollar und notiert bei 0,65 US-Dollar.

Hintergrund des plötzlichen Wachstums sind Investitionen von unbekannten Großinvestoren, die augenscheinlich in Korea beheimatet sind.

Bemerkenswert ist auch der Kursgewinn von Toncoin (TON) . In den letzten sieben Tagen legte die Kryptowährung um 20 Prozent zu, nachdem Gründer Telegram einen Wiedereinstieg ins Projekt sowie verstärkte Implementierung innerhalb des Messengers angekündigt hatten.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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