Krypto-News der Woche 18. August 2023

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bitcoin-Kurs bricht seit gestern massiv ein. Der Kryptomarkt schreibt deutliche Verluste.
  • Shibarium startet mit Schwierigkeiten. Eine Token Bridge bleibt ohne Funktion. Verantwortliche und Kritiker beschuldigen sich gegenseitig.
  • Ledger implementiert PayPal in der Ledger Live App.
  • Der Rechtsstreit Ripple vs. SEC setzt sich nach einer Berufung der Behörde fort.

Shibarium: Start gelingt nur mit Problemen?

Seit 2021 war Shibarium in Entwicklung. Die Skalierungslösung für das Ethereum-Netzwerk soll den Memecoin Shiba Inu (SHIB) mit einem praktischen Nutzen ausstatten und Anwendern schnelle, kostengünstige Transaktionen erlauben.

Am Mittwoch war es endlich so weit: Shibarium startet, doch der Beginn der Blockchain gelingt laut Aussagen mehrerer Analysten nur mit Problemen.

Trotz langer, ausgedehnter Testphase gelang es den Entwicklern hinter Shibarium demnach nicht, eine Katastrophe zu verhindern.

Die Token Bridge, welche den Transfer von Anlagen zwischen Ethereum und Shibarium ermöglicht, brach nach dem Start rasch ein – das zumindest hatten Sicherheitsexperten von Beosin und der Blockchain-Analyst ZachXBT behauptet.

Der RPC [-Server] ist tot und der Block-Explorer ist schrecklich. Es ist auf jeden Fall ein sehr schludriger Start.


Für Shibarium ist die Token Bridge jedoch von entscheidender Bedeutung, da sämtliche SHIB-Token bisher als ERC-20 auf Ethereum existierten.

Auf Twitter kursierten zusätzlich Screenshots, die angebliche Zitate des SHIB-Verantwortlichen Shytoshi Kusama zeigten. Kusama räumte augenscheinlich schwere Fehler ein.

Inzwischen äußerte sich der Entwickler tatsächlich selbst – und zwar auf dem Shiba-Inu-Blog. Dort klärt Kusama auf: Alle Meldungen, die angeblich Screenshots von seinem Kommentar zeigten, seien Fälschungen.

Lasst uns mit der Panikmache aufräumen. Es gibt kein Problem mit der Token Bridge. Jeder Screenshot, den ihr von meinem angeblichen Kommentar seht, ist falsch und das Geld ist sicher.

Informationen hatten zuvor die Runde gemacht, denen zufolge rund zwei Millionen US-Dollar durch einen Fehler der Token Bridge unwiederbringlich verschwunden seien.

Mehrere Nutzer beschwerten sich außerdem über Fehlfunktionen innerhalb der Wallets und einen unausgereiften Block Explorer.

Ein kurzer Blick auf die Blockchain zeigt, dass die erwähnten Kryptowährungen tatsächlich seit Stunden eingeschlossen sind und bisher keine Bewegung zu erkennen ist.

Entwickler feiern Veröffentlichung als Erfolg

Das Team hinter Shiba Inu hatte die Skalierungslösung Shibarium öffentlichkeitswirksam auf der Blockchain Futurist Conference in Kanada veröffentlicht. In einem Blogeintrag wertet man den Start der Blockchain als vollen Erfolg.

Innerhalb der ersten 15 Minuten zahlten Nutzer rund 1.000 Ethereum (aktuell rund 1,7 Millionen US-Dollar) in Shibarium ein.

In einem späteren Blogeintrag meldete sich mit Kaal Dhairya ein weiterer Entwickler zu Wort. Laut seinen Aussagen bestand tatsächlich doch ein Problem.

Als wir langsam und sorgfältig untersuchten, wo genau das Problem auftrat, fanden wir Tausende und Abertausende von Vertragserstellungen und normalen Transaktionen IN EINEM BLOCK.

Deshalb, so fährt Dhairya fort, sei die Blockchain in den Notfallmodus übergegangen und habe die übertragenen Gelder dadurch in Sicherheit gebracht.

Shibarium ist ein Fork der bekannten Ethereum-Sidechain Polygon und kann sich deshalb auf deren erprobte Sicherheitssysteme verlassen.

Gegenüber den Twitter-Nutzern Shroom Daddy und Crypto Fox kündigte Dhairya rechtliche Schritte an. Sie verbreiteten die angeblich gefälschten Screenshots im Internet.

Crypto Fox teilte inzwischen die Urquelle der Bilder. Angeblich stammen sie von Discord und seien authentisch.

“Ich bewerte derzeit den Schaden, der durch solche Aktivitäten entstanden ist, und werde X auffordern, bei der Identifizierung der Schuldigen zu helfen, damit sie vor Gericht gestellt werden können. Derartige Angriffe auf unser System durch bösartige Akteure werden nicht toleriert”, so Dhairya.

PayPal kooperiert mit Ledger

PayPal kooperiert mit Ledger und weitet das Krypto-Engagement damit aus. Der Finanzdienstleister bietet inzwischen Kryptowährungen an und führt seit wenigen Tagen mit dem PayPal USD (PYUSD) einen eigenen Stablecoin, der Zahlungen im Internet erleichtern soll.

Nicht jeder Behörde gefällt dieser neue Trend. In Großbritannien stößt PayPal mittlerweile auf starken Widerstand und stellt deshalb den Verkauf digitaler Währungen an britische Kunden ab dem 1. Oktober ein.

Das Unternehmen glaubt, es handele sich dabei nur um eine vorläufige Maßnahme. Schon 2024 will man den Handel von Krypto auch für Briten wieder bereitstellen.

Dann könnte PayPal auch in dem Inselstaat zum wichtigen Krypto-Marktplatz werden. Durch eine Zusammenarbeit mit dem Wallet-Hersteller Ledger will man seine Bedeutung in der Branche ausweiten.

Durch eine Integration in der Ledger Live App, über die man Zugriff auf die Hardware Wallets erhält, können Nutzer ihre Kryptowährungen von PayPal in die Eigenverwahrung ihres Ledgers verschieben oder die dort verwalteten Kryptos über PayPal verkaufen.

“Unser Ziel war es schon immer, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit für wichtige digitale Ressourcen zu gewährleisten”, erklärt Ledger diesen Schritt.

Ripple vs. SEC setzt sich fort: Gericht gibt Berufung statt

Der Rechtsstreit Ripple vs. SEC setzt sich fort. Ein Bundesrichter gab der Berufung der US-Börsenaufsichtsbehörde statt.

Die New Yorker Bezirksrichterin Analisa Torres hatte zuvor geurteilt, dass der Verkauf von XRP an Privatkunden nicht als Investmentvertrag zu werten sei und deshalb auch nicht der Kontrolle der SEC zu unterstehen hat.

Genau das hatte die SEC jedoch behauptet. Der Rechtsstreit gilt als wichtigste Auseinandersetzung zwischen der Kryptobranche und den Regulierungsbehörden in den USA. Der Ausgang dürfte wegweisend für die weitere Handhabe von Kryptowährungen in den USA sein.

Gegen das Urteil aus dem Juli ging die SEC wenige Wochen später in Berufung. Es lasse zu viel Interpretationsspielraum und die Entscheidung sei als Präzedenzfall zu wichtig, so argumentierte die Behörde.

Diese Argumentation hält das Bundesgericht offenbar für schlüssig. Durch eine Berufung besteht die Möglichkeit, neue Beweisführungen oder Hinweise vorzubringen, die das Urteil beeinflussen könnten.

Bitcoin-Kurs stürzt ab, Kryptomarkt fällt massiv

Seit gestern stürzt der Bitcoin-Kurs um rund 10,5 Prozent. Die größte Kryptowährung notiert zu Redaktionsschluss bei einem Wert von 26.250 US-Dollar. Währenddessen fällt auch ein Großteil des Kryptomarktes massiv.

Laut CoinMarketCap sinkt der Kryptomarkt in den letzten 24 Stunden um 6,20 Prozent. BTC liegt dabei im Mittelfeld, während einige Kryptowährungen wie Conflux (CFX), Compound (COMP), Litecoin (LTC), SUI oder XRP sogar über 20 Prozent in wenigen Stunden verlieren.

Hinter den plötzlichen Einbrüchen dürften wohl mehrere Ereignisse stecken. Einerseits wurden Meldungen über einen massiven Abverkauf von Kryptowährungen durch SpaceX bekannt. Das Raumfahrtunternehmen soll für rund 373 Millionen US-Dollar Bitcoin verkauft haben.

Das Ereignis soll zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit stattgefunden haben. SpaceX soll die Kryptowährungen seit diesem Jahr nicht mehr besitzen, nachdem sie 2021 und 2022 im Besitz des Unternehmens waren.

Andererseits dürfte auch die Wiederaufnahme der Gerichtsverhandlungen im Fall um Ripple und die SEC für negative Stimmung gesorgt haben. Einige Analysten deuten auch auf die Insolvenz des chinesischen Immobilienunternehmens Evergrande.

Trader halten eine solche plötzliche, extreme Marktbewegung für normal. Wochenlange Stabilität habe den Markt anfällig für einen Ausbruch gemacht. Anschließend sei es zu Liquidierungen gekommen, welche die Preise weiter torpedierten.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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