Lite.im: Bitcoin und Co. nun auch über WhatsApp verschicken

Lite.im von Zulu Republic erweitert seine Kundenbasis. Seit kurzem können auch WhatsApp User Bitcoin und Litecoin per Textnachricht Senden und Empfangen. Damit bauen sie ihren Kundenstamm erheblich aus. Was bedeutet das für Facebook und seine Krypto-Pläne?

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Zulu Republic gibt Start ihres Bots auf WhatsApp bekannt

Zulu Republic, ein Startup mit Hauptsitz in der Schweiz, sieht sich selbst als ein Ökosystem von Blockchain-Tools und Plattformen, mit dem Ziel dezentrale Technologien voranzutreiben. In einem am 19. Mai 2019 veröffentlichen Tweet gaben sie nun endlich den lang erwarteten Start ihres Kryptowährungs-Messaging-Bots Lite.im auf WhatsApp bekannt. Damit sollen auch WhatsApp Nutzer nun ganz einfach Bitcoin und Litecoin über Messaging Senden und Empfangen können.

Das Unternehmen ist der Ansicht, dass solche SMS-basierte Transaktionsmöglichkeiten für Kryptowährungen, ihre allgemeine Akzeptanz nachhaltig fördern können. Denn Dienste wie Lite.im erleichtern für technisch weniger versierte Menschen den Zugang zum neuen Markt. Es erleichtert außerdem die Transaktion von Geld in Regionen, die nicht über die traditionellen Bankenstrukturen abgedeckt werden und häufig über kein eigenes Bankkonto verfügen. Dazu gehören Menschen in entlegenen Regionen in Südostasien oder Afrika. Für sie sind diese Formen der mobilen Geldtransaktion eine wichtige Erleichterung und bieten neue wirtschaftliche Möglichkeiten.

Zulu Republic bietet mit seinem Bot ähnliche Dienste bereits über Facebook Messenger, Telegram und SMS an. Die Aufnahme von WhatsApp erweitert den potentiellen Kundenstamm erheblich. Denn die Social Messaging Plattform zählt allein genommen über 1,5 Milliarden Nutzer in fast 180 Ländern.

Wie funktioniert Lite.im?

Die Funktionsweise ist so einfach wie nur möglich gehalten. Über die Lite.im Website gibt der interessierte Nutzer seine Mobilfunknummer ein und erhält anschließend eine Textnachricht. Die Nachricht enthält die Links, um den Bot für die jeweilige Plattform herunterzuladen: Facebook, Telegram oder WhatsApp. Wer keine der genannten Apps nutzt, kann auch direkt per SMS-Nachricht mit Lite.im interagieren.

Ist der Bot erstmal installiert, führt er den Nutzer Schritt für Schritt durch den weiteren Prozess. Dazu gehören unter anderem:

  1. Sprachauswahl: Bisher wird für WhatsApp nur Englisch und Spanisch zur Auswahl angeboten. Weitere Sprachen werden nach und nach ergänzt.
  2. Telefonnummer: Das Wallet, welches für den Nutzer eingerichtet wird, ist direkt mit seiner Handynummer verknüpft. Daher wird im nächsten Schritt nach der Handynummer gefragt, die über eine SMS-Abfrage bestätigt wird. Daher muss die angegebene Nummer unbedingt mit der Handynummer übereinstimmen, auf der der Lite.im-Bot gerade ausgeführt wird.
  3. Passwort erstellen: Schließlich muss der Nutzer nur noch ein eigenes Passwort bestimmen. Diese wird verdeckt eingegeben, sodass auch der Host der Plattform das Passwort nicht sehen kann.

Nach diesem Schritt ist sind die eigenen Wallet-Adressen für Bitcoin und Litecoin in der WhatsApp-Version eingerichtet. Nun kann der Nutzer mit dem Bot über verschiedene Text-Kommandos interagieren. Dazu gehören „Send„, „Buy“ oder „Receive„. Zusätzlich bietet der Messaging-Bot verschiedene Möglichkeiten, um digitale Coins zu sammeln, wie zum Beispiel durch ein Empfehlungsprogramm.

Lite.im eine Gefahr für Facebooks Pläne?

WhatsApp gehört zu Facebook. Schon länger ist bekannt, dass das Unternehmen plant eine eigene digitale Währung über die Messaging-App einzuführen. Über den ominösen „Facebook Coin“ ist jedoch wenig bekannt, da die Unternehmensführung sich sehr bedeckt hält was Details angeht. Sie soll vermutlich ähnlich wie Bitcoin funktionieren, doch mehr ist dazu nicht bekannt. Hier hat Facebook vermutlich zu lange gewartet und Zulu Republic kam ihnen mit Lite.im zuvor. Nun müssen sie sich einem Konkurrenten stellen, der eine handfeste und funktionierende Dienstleistung bietet mit bestehenden und gut etablierten Kryptowährungen wie Bitcoin und Litecoin. Wie Facebook auf die Konkurrenz im eigenen Territorium reagieren wird, bleibt abzuwarten.