Blockchain-Werbung – Facebook ändert die Richtlinien

Die neuste Änderung der Richtlinien verdeutlicht, dass sich Facebook zunehmend für die Blockchain-Technologie öffnet. Wie das Unternehmen am 8. Mai 2019 erklärt, lässt sich Blockchain-Werbung mit einem Bezug passenden Events oder Lerninhalten für Kryptowährungen nunmehr ohne eine vorherige Freigabe veröffentlichen. Die neue Änderung zielt insbesondere auf Finanzprodukte und -services ab. 

Facebook - alternative Abbildung
Facebook – alternative Abbildung

Veränderte Nutzungsbedingungen vereinfachen Blockchain-Werbung für den Finanzsektor

Wie der Social-Media-Gigant Facebook am 8. Mai bei Facebook Business mitteilt, lassen sich Werbungen rund um das Thema Distributed Ledger Technologien nun ohne vorherige Freigabe veröffentlichen. Hiermit geht das Unternehmen die im vorherigen Jahr eingeführte Richtlinie an, welche die Anbieter zur Einholung einer Freigabe verpflichtete. Dementsprechend mussten Unternehmen, die Werbemaßnahmen mit einem Bezug zur Blockchain oder zu Kryptowährungen auf dem sozialen Netzwerk durchführten, eine Freigabe einholen. Die neue Änderung sieht einen Entfall dieses Schritts vor und erleichtert somit die Vorgehensweise für die Marktteilnehmer. 

Allerdings hebt Facebook im Rahmen der Pressemitteilung auch hervor, dass Werbemaßnahmen für einzelne Kryptowährungen weiterhin keinen Platz in den Werbeplätzen des sozialen Netzwerks bekämen. Demzufolge ist das Bewerben einzelner Kryptowährungen, etwa kurz vor einem ICO, eine verbotene Handlung. Durch diese Einschränkung möchte Facebook insbesondere die eigenen Nutzer schützen. Diese sollen keinen uneingeschränkten Zugriff auf Werbeversprechen erhalten und große Geldmengen in falsche Kryptowährungen investieren. Dennoch öffnet Facebook auch Entwicklern die Tür und bietet die Möglichkeit eigene Produkte zu vermarkten. Hierfür durchlaufen die Anbieter einen besonderen Prozess, welcher ein transparentes Bild schaffen kann. 

Richtlinie für Finanzprodukte nachgeschärft

Wie die Pressemitteilung weiterhin verdeutlicht, unterliegen insbesondere die Finanzprodukte einer höheren Reglementierung. Zusätzlich hat sich Facebook auch für Werbung gegen CFDs ausgesprochen – diese gehen in der Praxis oft mit betrügerischen Verhalten einher. Zudem können lediglich wenige Menschen mit der Komplexität eines solchen Finanzprodukts umgehen. Auch ICOs und binäre Optionen gibt Facebook in Zukunft nicht für sofortige Werbemaßnahmen frei. 

Einen besonderen Fokus legt das Medienunternehmen dabei auf die Verhinderung irreführender Werbung. So sollen Anzeigen, die Kunden leicht in die Irre führen können – dies gilt vor allem im Finanzbereich – stark reglementiert werden. Die Qualifikation zur Freigabe von Werbungen erfolgen in Zukunft individuell. Sämtliche Werber durchlaufen einen Bewertungsprozess, welcher die Grundlage für das Schalten von Blockchain-Werbung auf Facebook darstellt. Sobald die Prüfung vertrauenswürdige und professionelle Inhalte erkennt, die zudem den Schutz des Nutzers berücksichtigen, lassen sich die Werbungen veröffentlichen. Eine wichtige Kenngröße bei der Prüfung des Produkts sind vorhandene Lizenzen, der Handel an etwaigen Börsen oder der öffentliche Hintergrund eines Unternehmens. 

Gesamtheitlich betrachtet passt das soziale Netzwerk nunmehr die Richtlinie aus dem Januar 2018 an. Diese stellte die Grundlage für das Verbannen von Werbemaßnahmen für ICOs und Kryptowährungen dar. Insbesondere Experten kritisierten die technische Grundlage dieser Lösung, denn ein solches Vorgehen sei nicht für eine positive Entwicklung einer Technologie zu gebrauchen. Vielmehr sorgt ein solches Verbot vornehmlich dafür, dass Betrüger einen Absatzkanal verlieren. Auch die Adaption der Technologie schreitet langsamer voran. Durch die Entwicklung einer eigenen Kryptowährung sowie die Anpassung der eigenen Richtlinien distanziert sich Facebook mittlerweile von früheren Ansätzen.