Wirecard eröffnet neue Blockchain Supply-Chain-Lösung

Der international bekannte Finanz- und Payment-Service Anbieter Wirecard baut seine Präsenz im B2B-Sektor aus und bietet neue Lösungen für das Supply-Chain-Management an. Das neue Projekt setzt dabei auf die Vorteile der Blockchain-Technologie.

 

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Wirecard Logo @wikimedia.org

 

Die Hintergründe zum neuen Wirecard Projekt

Die Wirecard AG ist ein in der Nähe von München ansässiges Unternehmen, das heute international tätig ist und einige Tochtergesellschaften unterhält. Das Unternehmen hat sich spezialisiert auf Zahlungssystem- und Risikomanagementlösungen. Diese Dienste umfassen die Integration von Zahlungsmethoden sowie die Zahlungsabwicklung. Wirecard bietet seinen Service sowohl für E-Commerce als auch für physische Kassensysteme an. Dieser wird von über 36.000 großen und 191.000 mittelständischen Unternehmen weltweit verwendet.

Nun möchte Wirecard auch im Bereich Blockchain aktiv werden. Laut Angaben des Unternehmens könnte die neue Technologie das Supply-Chain-Management revolutionieren. Die gegenwärtigen Lieferketten-Lösungen sind oft mit viel Bürokratie verbunden und daher sehr langsam und kostspielig. Daher plant das Unternehmen nun seine langjährige Erfahrung im Transaktions-, Finanz- und Bankwesen mit der Blockchain-Technologie zu verbinden, um neue Wege einzuschlagen.

 

Die Technologie der Plattform

Wirecard verwendet eine private Blockchain auf Basis von Ethereum. Dabei hat das Unternehmen die Blockchain Technologie auf ihre bereits existierende Zahlungs- und Banking-Plattform aufgebaut. Die Plattform wird Smart Contracts einsetzen, um Handelsprozesse zu automatisieren. Sie dienen als Vertrag zwischen Käufer und Verkäufer. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass beide Parteien sich vertrauen können, ohne sich zu kennen. Denn ein Smart Contract kann, wenn er einmal festgelegt und von beiden Seiten akzeptiert wurde, nicht mehr zu verändert werden.

Die Plattform ist derzeit noch ein Prototyp und könnte um weitere Funktionen ergänzt werden. Die Technologie könnte dann unter anderem auch für die Aufzeichnung von Kundentreue und die Verwaltung von Know-Your-Customer Daten (KYC) in aufstrebenden Märkten verwendet werden. Neben der Anwendung in der Landwirtschaft soll der Dienst generell für alle Arten von Rohstoffen, wie Stahl oder Rohöl verfügbar sein.

 

 

Wer profitiert von Wirecard Supply Chain Projekt?

Durch den Einsatz der BlockchainTechnologie schafft Wirecard eine direkte Verbindung und kürzere Handelswege. Besonders bei Produkten aus dem landwirtschaftlichen Sektor, die aus fernen Ländern als Rohmaterial eingekauft werden, sind meist viel Zwischenhändler involviert. Das sorgt für mehr Kosten und höhere Preise. Denn jeder Zwischenhändler erhöht letztlich den Kaufpreis, um seinen eigenen Gewinn sichern zu können. Der Landwirt, der am Anfang der Lieferkette steht, erhält dabei meist den geringsten Anteil.

Mit der Blockchain Implementierung schafft Wirecard eine Handelsplattform, auf der die Landwirte die Möglichkeit erhalten ihre Produkte selbst und ohne Umwege durch Zwischenhändler an die großen Konzerne zu verkaufen. Das spart nicht nur sehr viel Zeit, sondern auch Geld. Durch die Automatisierung kann der Handel somit noch effizienter sein.

Ein weiterer Vorteil ist die Transparenz. Durch die Blockchain und die Abwicklung der Transaktionen über Smart Contracts ist der Handel betrugssicher und für jeden nachvollziehbar. Endverbraucher können sich damit vergewissern, woher die Rohstoffe für das erworbene Produkt stammen. Das stärkt das Vertrauen der Verbraucher und kann der Qualitätssicherung dienen.