Walmart | Patent zur Erfassung medizinischer Daten

Mit einem Patent für ein System zur Speicherung von medizinischen Einträgen auf einer Blokchchain möchte Walmart die Gesundheitsbranche revolutionieren. Das Patent wurde vom amerikanischen Patent- und Handelsmarkenamt veröffentlicht und sieht die Verwendung eines Wearables zur Datenerhebung vor.

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Walmart Kanada @wikimedia.org

 

Walmart-Patent wurde veröffentlicht

Der US-Einzelhandelsriese Walmart reichte ein Patent zur Speicherung medizinischer Daten auf einer Blockchain ein und bekam dieses vom US-amerikanischen Patent- und Handelsmarkenamt zugesprochen. Demnach möchte das Unternehmen Wearables zur Speicherung von medizinischen Daten nutzen und diese durch den Einsatz einer Blockchain sichern.

Basierend auf dem veröffentlichten Dokument, werden Mediziner durch die Blockchain Zugang zu den Kundendaten erhalten, sodass keine direkte Kommunikation benötigt wird. In der Theorie werden somit sämtliche medizinischen Daten des Patienten auf einer Blockchain gespeichert, sodass ein Arzt auch im Falle der Bewusstlosigkeit sofortigen Zugang zu den relevanten Daten erhält.

Das mobile Gerät, welches der Patient trägt, hat dabei ständigen Zugang zur Blockchain und ermöglicht den Abruf der Nutzerdaten. Der Zugriff durch den behandelnden Arzt wird durch einen RFID-Scanner realisiert.

Um einen unfreiwilligen Zugriff auf die Daten zu verhindern, wird ein Private Key benötigt, welcher auf dem Wearable gespeichert und chiffriert vorliegt. Dieser Private Key wird durch einen Public Key dechiffriert, indem ein registrierter Arzt einen Kontakt mit dem Gerät aufnimmt.

Um die Dechiffrierung einzuleiten, müssen zusätzlich biometrischen Patientendaten – etwa ein Fingerabdruck – bereitgestellt werden. Nachdem die Legitimation erfolgreich abgeschlossen wurde, können sämtliche benötigten Daten abgerufen werden.

Datenbereitstellung soll Leben retten

Um die Behandlung noch effektiver zu gestalten , sieht Walmart vor, dass die Patientendaten automatisch an das behandelnde Krankenhaus weitergeleitet werden. Des Weiteren ist auch eine Weiterleitung an andere medizinische Entitäten möglich. Im Umkehrschluss kann Walmart mit diesem Patent sicherstellen, dass die Daten des Patienten bereits während der Beförderung an das behandelnde Klinikum übermittelt werden. Somit ist eine frühzeitige Vorbereitung auf die individuellen Gegebenheiten möglich und die optimale Behandlung des Patienten kann eingeleitet werden.

Laut Fortune überdenkt Walmart derzeit die Übernahme des Versicherers Humana. Bereits heute pflegen beide Unternehmen eine enge Zusammenarbeit. Sollte sich die neue Blockchain des Einzelhändlers zudem als veritables Geschäftsmodell herausstellen, so würde eine noch engere Kooperation mit Humana eine zunehmende Relevanz einnehmen. Im Fall einer Übernahme könnte Humana die Rolle als Datenverwahrer übernehmen, welche für eine erfolgreiche Etablierung des Dienstes unabdingbar wäre.

Ein genauer Blick auf die eingereichten Patente, welche im Zusammenhang mit der Blockchain-Technologie stehen, offenbart, dass Walmart ein reges Interesse an der neuen Technologie aufweist. So hat das Unternehmen sich bereits ein Patent für die Entwicklung eines Marktplatzes für den Verkauf bereits erworbener Güter eintragen lassen. Des Weiteren gehört ein Blockchain-basiertes System zur Nachverfolgung von Paketen sowie ein System zum intelligenten und Blockchain-basierten Energiemanagement in das Portfolio des Einzelhändlers. Laut den Aussagen von Frank Yiannas, dem Vizepräsidenten des Einzelhändlers, ist das Unternehmen darauf vorbereitet die neue Technologie für das Kerngeschäft zu verwenden und somit neue Potenziale zu realisieren.

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