Rekordtief der Bitcoin Hashrate sorgt für weiteren Kurseinbruch

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Die schlechten Nachrichten aus China in Bezug auf Bitcoin nehmen kein Ende. In den vergangenen 72 Stunden überschlugen sich förmlich die Ereignisse. Die chinesische Provinz Sichuan, ein wahres Mekka für Bitcoin Miner aufgrund des sehr günstigen Stroms aus Wasserkraft, zog wortwörtlich den Stecker bei einer Vielzahl von Mining Farmen. Das Resultat war ein Absinken der Hashrate um knapp 17 Prozent innerhalb von 24 Stunden.

Die zweite Hiobsbotschaft erreichte die Bitcoin Community in den frühen Morgenstunden des 21. Juni 2021. Die drittgrößte Bank in China kündigte an, dass sie Kundenkonten auflösen wird, sollten die Kontoinhaber in irgendeiner Form am Handel von Kryptowährungen teilnehmen.

Beide Neuigkeiten aus dem Land der Mitte sorgten hauptverantwortlich dafür, dass der Bitcoin Kurs einbrach. Erst kurz vor dem Durchbruch der 32.000 US-Dollar Marke nach unten kam er zum Stehen. Eine kurzfristige Erholung ist nicht in Sicht.

Bereits Ende Mai haben wir darüber berichtet, dass das rigorose Vorgehen der chinesischen Regierung gegen Kryptowährungen, allen voran Bitcoin und seiner wenig nachhaltigen Erzeugung, die Mining Difficulty von BTC um 16 Prozent sinken ließ.

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Sichuan stellt Bitcoin Mining Betrieb ein und lässt Hashrate von Bitcoin purzeln

Die Hashrate von Bitcoin befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit Anfang November 2020. Grund dafür sind die Mining Farmen, die nach und nach ihren Betrieb in China einstellen. Als neueste Provinz erwirkte nun Sichuan die Einstellung des Betriebs von 26 Mining Farmen.

Die Hashrate des Bitcoin-Netzwerkes ist seit dem Höchststand Mitte Mai 2021 um 46 % gesunken. Wie Bitinfocharts zeigt, liegt die Hashrate von Bitcoin derzeit bei 91,2 Exahashes pro Sekunde (EH/s). Das ist fast die Hälfte des Höchststandes von 171,4 EH/s, der vor weniger als sechs Wochen erreicht wurde.

Bitcoin Hashrate März bis Juni 2021
Bitcoin Hashrate März bis Juni 2021 Quelle: Bitinfocharts.com

Ebenso zeigt Bitinfocharts den Rückgang der Mining-Profitabilität bei Bitcoin. Während am 22. April 2021 der Höchststand von 0,449 US-Dollar am Tag pro TH/s erreicht wurde, sank dieser Wert seitdem auf das aktuelle Niveau von 0,226 US-Dollar im gleichen Zeitraum gemeldet.

Mining Profitabilität von Bitcoin
Mining Profitabilität von Bitcoin im Zeitraum von März bis Juni 2021 Quelle: Bitinfocharts.com

Die Hashrate von Bitcoin ist seit acht Monaten nicht mehr so niedrig gewesen. Ein ähnliches Niveau verzeichnete Bitcoin am 3. November 2020, als die Hashrate unter 90 EH/s, Exahash pro Sekunde, fiel.

Chinesische Regierung greift weiterhin hart durch

Der Einbruch der Hashrate und der Mining-Profitabilität ist auf das anhaltende Durchgreifen der chinesischen Behörden gegen Bitcoin-Mining-Einrichtungen im ganzen Land zurückzuführen. Sichuan ist nun die fünfte Provinz in China, die das Bitcoin Mining gegen Sanktionen untersagt.

Wie sehr die großen Mining Pools davon betroffen sind, zeigt ein Tweet der Marketingleiterin des chinesischen Blockchain-Unternehmens Hashkey Hub.

Seit Mollys Tweet sind die Hashrates einiger Mining-Pools weiter gesunken. Die Mining Geschwindigkeit der Top-Mining-Farm AntPool sank um 27,53 Prozent. BTC.com und Huobi.pool verloren 18,34 beziehungsweise 36,79 Prozent ihrer Geschwindigkeit.

Je höher die Hashrate, desto größer ist der Wettbewerb und den Minern um die aktuelle Belohnung von 6,25 BTC alle 10 Minuten für die erfolgreiche Erzeugung eines neuen Blocks. Gleichzeitig verringert eine niedrige Hashrate die Sicherheit des Netzwerkes. Potenzielle Angreifer könnten mit weniger Ressourcen eine 51 %-Attacke durchführen, als bei einem höheren Mining Wettbewerb.

Bitcoin Mining in China bricht in weniger als vier Wochen zusammen

China hat seinen Ankündigungen, hart beim Thema Kryptowährungen durchzugreifen, keine Zeit verloren und direkt Taten folgen lassen. Sichuan ist mittlerweile die fünfte Provinz in China, die ein hartes Durchgreifen gegen Mining Farmen ankündigt und auch umsetzt.

Im Mai hat Chinas Staatsrat, ein hochrangiges Regierungskabinett, Bitcoin Mining in eine umfassende Liste von finanziellen Risiken aufgenommen, die überwacht werden müssen.

Kurz darauf erließ die Provinz Innere Mongolei neue Regeln, die Miner auf die schwarze Liste von Chinas Social Credit System setzten, wenn sie weiter Mining durchführen. Am 9. Juni verboten dann Xinjiang und Qinghai das Mining in ihren Provinzen.

Auch die Miner in der Provinz Yunnan erklärten am 11. Juni, dass sie die Schlacht verloren hätten, nachdem ein ähnliches Verbot in der Provinz erlassen wurde. Allerdings geht es in Yunnan vielmehr darum, dass Untersuchungen über die angebliche illegale Nutzung von elektrischem Strom durch Einzelpersonen und Unternehmen, die am Bitcoin-Mining beteiligt sind, angeordnet wurden.

Abgesehen davon, dass in Yunnan bisher kein kategorisches Mining Verbot erlassen wurde, sehen sich die Betreiber der Mining Farmen dennoch gezwungen, neue Standorte ausfindig zu machen. Während der niederschlagsreichen Sommermonate kann in der Provinz viel Strom durch Wasserkraft erzeugt werden.

Im Winter ist das weniger gut möglich, weswegen das Mining von Oktober bis April bisher weiter in den Norden verlegt wurde. Die dort vorherrschenden niedrigen sparten Kosten für die Kühlung und der günstige Strom stammte aus Kohlekraftwerken. In eben diesen Provinzen ist das Schürfen von Bitcoin mittlerweile auch nicht mehr möglich.

Laut dem Cambridge Center for Alternative Finance entfallen auf China mehr als 65 Prozent der Hashrate des Bitcoin-Netzwerks.

Chinesische Landwirtschaftsbank kündigt Kontenauflösung bei Krypto-Aktivitäten an

Die Agricultural Bank of China ist der drittgrößte Kreditgeber des Landes. In einer offiziellen Mitteilung gab sie bekannt, dass ihre Dienste nicht für Transaktionen mit Kryptowährungen genutzt werden dürfen. Darin war ebenso zu lesen, dass “Kundenkonten, die an solchen Aktivitäten teilnehmen, geschlossen und die Kundenbeziehungen gekündigt werden.“

Als unmittelbaren Reaktion auf dieses Statement stürzte Bitcoin innerhalb von Minuten um mehr als 1.000 US-Dollar. Doch wirklich erholt hat sich der Kurs seitdem nicht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung handelt BTC bei ca. 32.700 US-Dollar.

BTC USD CHart
1-Stunden Chart von BTC/USD vom 21. Juni 2021 Quelle: TradingView

Solch ein Verhalten ist alles andere als überraschend. Zu viele negative Schlagzeilen erreichten die Trader in letzter Zeit aus China und der Geduldsfaden ist mittlerweile recht kurz. Die jüngste Episode war ein gutes Beispiel dafür. Denn interessanterweise löschte die Bank die Aussage kurz nach ihrer Veröffentlichung wieder, jedoch der Schaden war bereits angerichtet.

Fazit – Chinas Führung mit harter Hand gegen Kryptowährungen hat auch positive Aspekte

China beweist ein ums andere Mal seine Haltung gegenüber Kryptowährungen. Seit Wochen erreichen uns fast täglich Nachrichten aus dem Reich der Mitte über den Kampf gegen Kryptowährungen, allen voran Bitcoin.

Seit 2017 nun lässt die chinesische Regierung kaum eine Gelegenheit ungenutzt, um sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit Kryptowährungen sukzessive zu verbieten. Eine der letzten Bastionen, die nun eingerissen wurde, war das Mining der digitalen Währungen. Nachdem innerhalb kürzester Zeit vier Provinzen das Schürfen von Bitcoin und Co. verboten haben, folgte am vergangenen Wochenende mit Sichuan eine der beliebtesten Provinzen für Miner. Insgesamt 26 Mining Farmen erhielten in weniger als 48 Stunden nach Bekanntwerden des Verbots keinen Strom mehr für ihr Hochleistungs-Mining-Rigs.

Fast im gleichen Atemzug veröffentlichte die chinesische Landwirtschaftsbank eine Mitteilung, dass sie künftig Kundenkonten auflöst, sollten ihre Dienste mit Kryptowährungen genutzt werden. Kurze Zeit später entfernte die Bank diese Mitteilung wieder. Der Kurseinbruch war allerdings bereits geschehen.

Während sich alle diese Hiobsbotschaften negativ auf den Bitcoin Kurs auswirken, hat vor allem das Mining Verbot in weiten Teilen Chinas gleichwohl eine positive Seite. In der Vergangenheit wurde des Öfteren moniert, dass zu viel Macht im Bitcoin-Netzwerk in China konzentriert ist. Immerhin stellten die Miner in China 65 Prozent der Hashpower.

Da sich das Mining nun an andere Standorte verlagert, ist eine dezentralere Verteilung auf der Welt möglich. Außerdem lassen zuverlässigere Gesetze und Regelungen der einzelnen Standorte langfristig eine besser Planung zu; für alle Beteiligten.

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Autor & Editor

Mathias ist Krypto-Enthusiast seit 2017. Begonnen hat die Krypto-Reise mit Airdrops verschiedenster Projekte. Nach und nach tauchte Mathias immer tiefer in die Thematik rund um Kryptowährungen und die Blockchain ein. Er liebt es, über die verschiedenen Projekte zu recherchieren und zu schreiben. Dass BTC, ETH & Co. die Zukunft gehört, steht für ihn außer Frage. Absolutes Lieblingsprojekt: XYO

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