Terra Holder stimmen über Sponsorenvertrag mit Sportmannschaft ab

Die DeFi-Plattform Terra (LUNA) legt besonders viel Wert auf die Rolle der Investoren. In einer Abstimmung können Halter über einen Sponsorenvertrag mit einer unbekannten Sportmannschaft entscheiden.

Terra schlägt Sponsorenvertrag mit Sportmannschaft vor

Do Kwon, neben Daniel Shin einer der Gründer der Terra-Blockchain, reichte am 31. Januar einen Vorschlag an die Community von Terra ein.

Das Ziel ist es, 40 Millionen UST in Form von Spenden von beliebigen Haltern einzusammeln und damit den Sponsorenvertrag einer US-amerikanischen Sportmannschaft zu bezahlen. Der UST ist ein algorithmischer, an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin.

Um welche Mannschaft es sich konkret handelt, lässt der Gründer absichtlich unerwähnt. Die einzige bekannte Information ist, dass diese Mannschaft in einer der vier großen US-amerikanischen Sportligen aktiv ist. Infrage kommen also die MLB, NBA, NFL und NHL.

Der Reihe nach sind das die Baseball-, Basketball-, Football- und Hockey-Liga. Die Abstimmung läuft zwar noch bis zum 8. Februar, ist aber durch breite Zustimmung bereits akzeptiert.

Um an der Abstimmung teilzunehmen, müssen Terra in der eigenen Wallet Terra Station gestakt sein oder eine Verbindung mit einer kompatiblen Wallet hergestellt werden.

Der Vorschlag stieß schnell auf große Begeisterung und liegt derzeit bei über 217 Millionen Zustimmungen. 2,4 Millionen Enthaltungen, 1,2 Millionen Nein-Stimmen und 8.838 Ablehnungen mit Veto-Stimme sind verzeichnet.

Abstimmungsergebnis

Damit die Abstimmung doch noch gekippt wird, müssten 33,40 Prozent der möglichen Stimmen ein Veto einlegen.

Aktuell sind 307,1 Millionen Adressen stimmberechtigt. Da von allen möglichen Wählern bereits 72,07 Prozent abgestimmt haben, lässt sich ein Veto nicht mehr durchsetzen.

Worum geht es im Deal von Terra?

Do Kwon selbst beschreibt, dass Terra im Sinne einer DAO aufgebaut ist. Demnach bedarf es einer Abstimmung seitens der Gemeinschaft hinter Terra und einer Finanzierung durch ebendiese Gemeinschaft.

Mit seinem Vorschlag will er einen Werbevertrag von fünf Jahren etablieren. Dadurch soll Terra als Marke ein deutlich größeres Publikum erreichen als bisher. Der Vertrag kostet jährlich 7,5 Millionen US-Dollar.

Da der UST aktuell nicht exakt den Wert des US-Dollars widerspiegelt, entsprechen die 40 Millionen UST 38,15 Millionen US-Dollar, mit denen Kwon fest rechnet.

Insgesamt 37,5 Millionen US-Dollar sind für die Sportmannschaft vorgesehen. Die restlichen 650.000 US-Dollar dienen der Gestaltung der Werbemittel.

Sollte man diese Kosten wider Erwarten übersteigen, sollen die beteiligten Parteien eine gemeinsame Lösung finden.

Kwon stellt in seinem Vorschlag auch die Daten des möglichen Werbepartners vor und beschreibt exakt, auf welche Weise die Werbung stattfindet.

Viele Nutzer vermuten, dass sich hinter der mysteriösen Mannschaft die Dallas Mavericks verstecken. Unter anderem will man Werbeanzeigen im Fernsehen während der Sportveranstaltung zeigen.

Auch Binance wirbt über digitale Werbetafeln am Rande des Fußballfelds.

Um den Vertrag in die Tat umzusetzen, werden die gesammelten Gelder der Terra-Community im sogenannten Terra Community Trust (TCT) gesammelt. Drei Personen sind dafür verantwortlich, den Willen der Gemeinschaft durchzusetzen.

Neben zwei Vertrauenspersonen ist der Anwalt Gabriel Shapiro mit Verbindungen zur Krypto-Szene persönlich für die finanzielle Umsetzung zuständig.

Ist Terra wirklich eine DAO?

Neben vielen begeisterten Anhängern des Vorschlags Nummer 186 gibt es auch vielseitige Kritik. Einige Nutzer beschwerten sich über zu viel Verschwiegenheit.

Wie sollen wir abstimmen, wenn wir nicht wissen, wofür wir bezahlen?

Schreibt ein Nutzer auf Twitter. Doch dabei bleibt es nicht. Nachdem Do Kwon die Abstimmung auf Twitter geteilt hatte, antwortet ein anderer Nutzer:

Steigerung der Markenbekanntheit? Ich liebe es! Haben wir überhaupt irgendwelche Produkte für den US-Markt bereit?

Weitere Nutzer beschweren sich über die Darstellung von Terra als DAO. Hinter Terra steht eine Firma mit dem Namen Terraform Labs. Die Wallet des Unternehmens hält 316 Millionen Terra.

Aufteilung der eine Milliarde Terra, mit der das Netzwerk startete
Aufteilung der eine Milliarde Terra, mit der das Netzwerk startete

Ähnlich zu einem Premine wurden direkt im ersten Block der Blockchain eine Milliarde Terra gemintet. Mindestens dreißig Prozent davon gingen direkt an Terraform Labs und deren Mitarbeiter.

Terra verfügt über eine Gesamtversorgung von über 818 Millionen und eine Umlaufversorgung von 401 Millionen Coins.

Informationen der Terraform Labs bezeichnen die eigene Währung als Luna, statt als Terra. Terra nennt sie der Stablecoin, welcher in direkter Abhängigkeit zur ungekoppelten Währung Terra (Luna) stehen. Allgemein setzte sich die Bezeichnung Terra für die Kryptowährung durch.

Auffällig ist auch, dass es in der Vergangenheit viele industrielle Investoren gab. Schon im Sommer 2021 sammelte Terra 150 Millionen US-Dollar durch diese Investoren ein.

Ein Projekt, das wahrhaftig von einer Gemeinschaft an freiwilligen Mitarbeitern geführt wird, wie Monero, kann derlei Geschäfte normalerweise nicht einfädeln, da der Großinvestor natürlich auch eine Gegenleistung erwartet.

Um diese Vorwürfe zu entkräften, wies Do Kwon auf die Möglichkeit eines Kill-Switches hin.

Er erhält den Namen Armageddon und soll den Terraform Labs jede zentrale Macht nehmen, sobald er betätigt wird. Alle Wertanlagen auf der Wallet der Entwickler würden dann vernichtet werden.

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Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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