Warum Strategy nun Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Mrd. verkauft

Das Wichtigste in Kürze
- Strategy kündigte den Verkauf von Bitcoin im Mai erstmals an und schritt wenige Wochen später zur Tat. Für die Investmentstrategie des Unternehmens stellte dies einen Regelbruch dar.
- Nun kündigte das Unternehmen an, weitere ausgiebige Verkäufe tätigen zu können. Dafür kündigte man ein neues Programm an, das über BTC im Wert von 1,25 Milliarden US-Dollar verfügt.
- Mit dem Kapital wolle man weiterhin vorrangig Dividenden zahlen, doch auch Aktienrückkäufe seien denkbar.
Bitcoin-Verkäufe durch Strategy: Eine Zäsur?
Strategy könnte bis zu 1,25 Milliarden US-Dollar in Form von Bitcoin verkaufen – das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die das Unternehmen gestern veröffentlicht hatte. Die weltgrößte Bitcoin-Treasury könnte somit deutlich mehr BTC abstoßen als bislang angenommen.
Auf X löste die Ankündigung erneut hitzige Debatten aus. Im Mai hatte Strategy erstmals reguläre Bitcoin-Verkäufe in Erwägung gezogen. In der Krypto-Szene sorgte dies für Verwunderung, fand durch diese Strategieänderung doch eine Abkehr von den bisherigen Idealen des Unternehmens statt.
So hatte Michael Saylor jahrelang versprochen, dass der Verkauf von Bitcoin nicht nötig sei, um Strategys Bitcoin-Investment zu finanzieren. Die Veräußerung der Kryptowährung hatte man letztlich doch in Betracht gezogen, um Dividenden auf die STRC-Aktie an Investoren zu finanzieren.
Ende Mai war es dann erstmals so weit: Als Teil der wiederholbaren Bitcoin-Verkäufe hatte das Unternehmen 32 Coins im Wert von 2,5 Millionen US-Dollar abgestoßen. In der Öffentlichkeit versuchte Strategy sein Gesicht zu wahren. Während Kritiker von einem Zerwürfnis in der Investmentstrategie sprachen, beschwichtigte die Führungsriege des Softwareentwicklers.
So pochte Strategy darauf, dass die verkauften Coins nur einen Bruchteil des Gesamtvermögens ausmachen würden. Langfristig, so versprach man, werde man immer mehr BTC anlegen. Das gesamte Bitcoin-Vermögen werde also weiterhin wachsen, statt zu schrumpfen.
Warum Michael Saylor nun BTC im Wert von bis zu 1,25 Mrd. verkauft
In seinem gestrigen Beitrag erklärte Michael Saylor, Vorstandsvorsitzender und Gründer von Strategy, warum das Unternehmen nun eine große Menge seiner Bitcoin verkaufen könnte. Denkbar sei der Verkauf einer Menge, die einem Marktwert von 1,25 Milliarden US-Dollar entspricht.
Beim aktuellen Marktwert von rund 58.000 US-Dollar könnte Strategy also mehr als 25.000 BTC aus seinem Portfolio streichen. Derzeit hält das Unternehmen 847.363 BTC im Wert von 49 Milliarden US-Dollar.
Laut Saylors Darstellung eröffne der Verkauf dem Unternehmen die Möglichkeit, neue Liquidität freizulegen, um seine Bitcoin-Exposition langfristig zu erhöhen und neuen Wert zu schaffen.
Strategy announces a Digital Credit Capital Framework designed to strengthen Digital Credit, enhance liquidity, preserve long-term Bitcoin exposure, and support long-term value creation. $MSTR $STRC https://t.co/AUoUCtem53
— Michael Saylor (@saylor) June 29, 2026
Konkret möchte man mit dem Geld vorrangig die Dividenden der Investoren finanzieren. Das Unternehmen stellt darüber hinaus allerdings auch den Rückkauf von Firmenanteilen in Aussicht.
“Dieses Programm gibt Strategy die Flexibilität, einen Teil seiner BTC-Reserve zur Stärkung von digitalem Kredit, zur Finanzierung oder Auffüllung der USD-Reserve, zur Finanzierung von Dividendenzahlungen und Zinsaufwendungen sowie zur Finanzierung wertsteigernder Rückkäufe zu nutzen, wenn die Monetarisierung von BTC vorteilhafter ist als die Ausgabe von Stammaktien”, erklärt Finanzvorstand Andrew Kang.
Der Verkauf der Coins sei demnach nicht obligatorisch, aber eine Option, wenn die Marktlage besonders begünstigte Konditionen zulasse.

