Krypto-News der Woche 9. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Das US-Finanzministerium verwirft geplante repressive Krypto-Verordnungen, die eine genauere Überwachung von Krypto-Transaktionen an selbstverwaltete Wallets vorsah.
  • Lazarus, die berüchtigte nordkoreanische Hackergruppe, lässt ihre in Krypto-Hacks erbeuteten Coins von externen chinesischen Dienstleistern verschleiern. Durch die Verwischung von Spuren lassen sich die Kryptos letztlich ohne Hindernisse als Zahlungsmittel nutzen.
  • OKX erhält Investments unbekannter Höhe von vier großen Akteuren der Finanzbranche. Durch eine tiefere Zusammenarbeit soll die Krypto-Börse zu einer allgemeinen Finanzplattform werden.
  • Wohlhabende Anleger halten Kryptowährungen inzwischen weithin für unverzichtbar. Bitcoin und Co. werden wegen ihrer Unabhängigkeit von staatlichen Akteuren immer beliebter.
  • Der Bitcoin-Kurs sinkt im Wochentrend um fünf Prozent. Der Kryptomarkt schreibt zu großen Teilen rote Zahlen.

USA rücken von repressiven Krypto-Regeln ab

Das US-Finanzministerium plante die Einführung neuer Regeln im Umgang mit Kryptowährungen. Ursprünglich wollte das Ministerium Verordnungen einführen, die durch Finanzdienstleister im Rahmen des Bank Secrecy Acts hätten durchgesetzt werden müssen.

Die Überwachung von Krypto-Transaktionen an selbstverwaltete Wallets hätte dadurch weiter zugenommen. So hätten Finanzdienstleister sämtliche Transaktionen aufzeichnen und die Nutzerdaten speichern müssen, sofern der Wert einer Transaktion mehr als 3.000 US-Dollar entspricht.

Transaktionen über 10.000 US-Dollar sowie an Krypto-Mixer hätten sogar direkt an die Behörden gemeldet werden müssen. Die Aufzeichnungen sollten vor allem die Namen des Senders sowie des Empfängers umfassen.

FinCEN wollte so einen umfassenden Überblick über die Geldtransfers der Krypto-Nutzer erhalten. Das selbsterklärte Ziel sei die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.

Jüngst gab die Abteilung FinCEN, die im Finanzministerium für die Bekämpfung von Finanzkriminalität verantwortlich zeichnet, jedoch die Abkehr von der geplanten Regeländerung bekannt.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung sei die generelle Krypto-Öffnung gewesen, die für US-Präsident Donald Trump ein wichtiger politischer Inhalt ist. Darüber hinaus habe es einige kritische Kommentare aus der Öffentlichkeit gegeben, die zur Entscheidungsfindung beitragen konnten.

“FinCEN hat Kommentare geprüft, die zu diesen Vorschlägen eingereicht wurden, und zieht diese nun im Rahmen der Deregulierungsagenda der Trump-Regierung sowie der laufenden Bemühungen zurück, sicherzustellen, dass die Vorschriften für digitale Vermögenswerte zweckmäßig sind”, heißt es daher in einer offiziellen Stellungnahme.

In den USA gilt weiterhin die Travel Rule der FATF, die seit 2019 auf Kryptowährungen angewendet wird. Hierbei werden jedoch nur Krypto-Transaktionen aufgezeichnet, wenn diese einen Mindestwert von umgerechnet 3.000 US-Dollar erreichen und zwischen zwei Finanzdienstleistern stattfinden. Transaktionen an selbstverwaltete Wallets fallen nicht darunter.

Hackergruppe Lazarus lagert Geldwäsche an Externe aus

Die nordkoreanische Hackergruppe Lazarus lagert die Verschleierung und Verbringung erhackter Gelder an externe Dienstleister aus – zu diesem Ergebnis gelangte Blockchain-Forensiker Zachary Wolk (auch als ZachXBT bekannt).

In China seien demnach ganze Netzwerke aus Geldwäschern entstanden, die ihre Dienste über Messenger wie Telegram oder Discord anbieten, berichtet ZachXBT. Diese bestehen aus mehreren dutzenden Personen.

Die einzelnen Mitglieder tun sich demnach zu Gruppen zusammen, um bei der Verbringung illegaler Gelder im Krypto-Ökosystem bessere Eregebnisse zu erzielen. Gegenmaßnahmen wie Beschlagnahmungen seien dadurch noch schwieriger möglich.

So sei es etwa für Swapper oder Stablecoin-Betreiber nur schwer möglich, ein bestimmtes Nutzerprofil der Hacker anzulegen und deren Blockchain-Adressen zu sperren.

Neben diesem bewussten Täuschungsmanöver setzen die Geldwäsche-Netzwerke auf bestimmte Transaktionstechniken wie Splitting oder Peel Chain. Zudem nutzen sie Cross-Chain-Swaps, um ihre Spuren zu verwischen. Dabei setzen sie DEXs wie Thorchain ein.

Besonders gern tauschen die Geldwäscher die Beute zunächst in Ethereum, verwischen ihre Spuren dann über Tornado.cash und tauschen die Coins dann mehrfach zwischen Tron und Solana hin und her, bevor die erfolgreich gewaschenen Gelder an die Auftraggeber zurückgehen.

Diese Strategie habe Lazarus zuletzt etwa etwa beim millionenschweren Hack der Krypto-Börse Bitget angewendet. Auch in früheren Fällen habe man auf die chinesischen Netzwerke gesetzt. Spätestens seit 2023 beauftragt Lazarus die externen Dienstleister, meint ZachXBT.

Der Forensiker spricht in diesem Fall von Geldwäschern. Das Ziel der Netzwerke ist in dem Sinne nicht die Einführung illegal eingenommener Gelder in den legalen Finanzkreislauf. Vielmehr geht es um die Verwischung von Spuren, sodass die Kryptowährungen letztlich als unauffällige, ordinäre Zahlungsmittel eingesetzt werden können, weil diese von der Blockchain-Analytik nicht länger als Schwarzgelder gekennzeichnet sind.

Pro Auftrag berechnen die Netzwerke eine Gebühr von fünf Prozent. Für die Verantwortlichen werden diese Aufträge daher häufig zu einem lukrativen Geschäft in Millionenhöhe.

Wert der Krypto-Börse OKX auf 25 Milliarden geschätzt

Die Krypto-Börse OKX wurde in ihrer jüngsten Finanzierungsrunde auf einen Wert von 25 Milliarden US-Dollar geschätzt. An der Investition nahmen bekannte Partner der Handelsplattform teil – Circle, Qube Research & Technologies, Ripple und SC Ventures, eine Tochter von Standard Chartered.

Welche Ausmaße diese Finanzspritze erreichte, gab OKX nicht bekannt. Das sei auch nebensächlich. Schließlich wolle man einfach seine bestehenden Partnerschaften vertiefen. Dadurch erhofft man sich eine Verfestigung der Position in der Finanzbranche.

Laut OKX-Gründer Star Xu soll das Unternehmen nicht mehr nur noch als Krypto-Plattform herhalten, sondern künftig zu einer allgemeinen Finanzplattform heranwachsen. Dafür seien die Partnerschaften von strategischer Bedeutung.

“Wir haben kein Kapital eingesammelt, weil wir es brauchten. Wir haben uns dafür entschieden, strategische Partner mit ins Boot zu holen, die unsere langfristige Vision teilen”, schreibt der Gründer auf X.

OKX zählt laut Angaben von CoinMarketCap derzeit zu den drei größten Krypto-Börsen der Erde. Das Handelsvolumen der letzten 24 Stunden liegt bei 3,1 Milliarden US-Dollar.

Wohlhabende Anleger halten Krypto für unverzichtbar

Laut der Studie 2026 Affluent Investor Crypto Report von CoinShares halten wohlhabende Anleger Kryptowährungen als Wertanlage zuweilen mehrheitlich für unverzichtbar. Vor einem Jahrzehnt noch undenkbar, sind Krypto-Investments unter Wohlhabenden bereits in vielen Ländern die Norm.

“Rund 70 Prozent der wohlhabenden Anleger in den USA, Großbritannien, Deutschland und Schweiz investieren in digitale Vermögenswerte”, schreibt CoinShares in der Umfrage, in die Blockchainwelt Einblick erhielt.

Besonders interessant: Die Allokation innerhalb der Portfolios entspricht nicht mehr einem kurfristigen Spekulationsobjekt. Stattdessen richten sich die Investoren auf das langfristige Halten der Anlagen aus.

“Die durchschnittlichen Allokationen liegen in allen Märkten dicht um die zehn Prozent und sind damit im Großen und Ganzen vergleichbar mit den Beständen erfahrener Anleger in den Bereichen Private Equity, Rohstoffe und Immobilien.”

Viele der 2.230 Befragten, die alle ein Vermögen von mindestens 500.000 US-Dollar aufweisen, möchten künftig weitere Kryptowährungen erwerben.

Zudem stellte CoinShares eine Abnahme des Bitcoin-Maximalismus fest. In den Augen der Anleger genießt BTC also immer seltener eine Sonderrolle. Stattdessen streuen diese ihr Vermögen quer über verschiedene Kryptos.

Bitcoin, Ethereum und Co. gelten besonders wegen ihrer Unabhängigkeit als zuverlässige Wertspeicher. So weisen sie nur geringe Abhängigkeit von staatlichen Entscheidungen auf.

Bitcoin sinkt, Kryptomarkt schreibt rote Zahlen

Der Bitcoin-Kurs sinkt im Wochentrend um 5,12 Prozent auf einen Marktwert von 82.500 US-Dollar. Parallel dazu schreibt der Großteil des Kryptomarkts im selben Zeitraum rote Zahlen.

Dennoch setzen sich einzelne Altcoins mit deutlichen Kursgewinnen diese Woche als Sieger unter den Trends durch. Als unangefochtener Wochensieger setzt sich Starknet (STRK) spürbar vom Rest der Coins ab.

STRK stieg um ganze 63 Prozent auf 0,07 US-Dollar. Der deutliche Kurssprung ist möglicherweise auf eine Ankündigung des Entwicklerteams zurückzuführen.

“Wir ziehen aktiv in Betracht, uns als Layer-1 unabhängig zu machen”, schrieb Starknet gestern über sein offizielles X-Profil. Starknet möchte Ethereum so bei der Entwicklung seiner Quantenresistenz überholen.

Starke Zahlen weist auch Raydium (RAY) auf. Der Token des Solana-DEX steigt im Wochentrend um 23 Prozent auf 2,41 US-Dollar.

Den dritten Platz belegt Just (JST). JST ist der Utility- und Governance-Token des DeFi-Ökosystems von Just, das auf der Tron-Blockchain beheimatet ist. JST legt im Wochentrend um 11,20 Prozent zu und notiert zum Redaktionsschluss bei 0,14 US-Dolar.

Autor
5+ Jahre Erfahrung

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Experte für:
Krypto News MiCa & Regulierung
Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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