Krypto-News der Woche 6. Februar 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Verwicklungen Jeffrey Epsteins in die Kryptobranche sorgen für Furore. Besonders sein möglicher Einfluss auf den Bitcoin löst hitzige Debatten aus. Epstein investierte in Bitcoin-Entwickler Blockstream, verfügte früh über tiefgreifende Kontakte in die Szene.
  • Der Bitcoin-Kurs fällt auf 60.000 US-Dollar und beginnt von dort aus eine erste, milde Erholung über 67.000 US-Dollar.
  • Tether misslingt eine Fremdfinanzierung in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar. Einflussreiche Geldgeber möchten nur fünf Milliarden investieren.
  • CoinShares erwartet eine baldige Bitcoin-Erholung. Großanleger stoppten ihre Abverkäufe bereits. Der richtige Zeitpunkt für Nachkäufe sei nun gekommen.

Jeffrey Epstein versetzt Bitcoin in Schock

Der berüchtigte Banker, Netzwerker und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein versetzt den Bitcoin über die letzten Tage in Schock. Aktuell debattiert die Krypto-Szene hitzig über Epsteins Involvierung in der Entwicklung des Bitcoins sowie weiterer Kryptowährungen.

Das US-amerikanische Justizministerium (DoJ) hatte am 30. Januar mehrere Millionen neuer Daten veröffentlicht, die unter anderem Gespräche offenlegten, welche Epstein über E-Mail geführt hatte. Dabei kam auch ans Licht, dass er bereits im Jahr 2011 den Kontakt zu den Entwicklern des Bitcoins herstellen wollte.

Spätestens 2014 beteiligte sich Epstein dann über ein Investment indirekt an Blockstream. Blockstream war 2014 gestartet und positionierte sich nach dem Abstieg des ehemaligen Bitcoin-Hauptentwicklers Gavin Andresen als dessen Nachfolger.

Blockstreams Rolle in der Entwicklung des Bitcoins ist seither ein Ziel häufiger Kritik. Inzwischen gilt als fraglich, warum sich Epstein im Bitcoin involvierte und welchen Einfluss er tatsächlich auf diesen ausgeübt hat.

Wegen seiner Kontakte in Wirtschaft, Finanz und Politik gilt Epstein als Personifizierung eines tiefen Staates. Der Bitcoin ist wegen seiner Bedeutung als freie Währung zutiefst staatsfeindlich. Kritiker behaupten deshalb, Epstein habe Bitcoin über Blockstream bewusst manipuliert, um dessen Nutzen zu schmälern.

Die Epstein-Akten selbst können diese Annahme nicht bestätigen. Aus ihnen gehen lediglich sein Kontaktersuchen sowie ein mögliches Investment in Blockstream in Höhe von 500.000 US-Dollar über den Investmentfonds von Joi Ito hervor.

Epstein unterhielt persönliche Kontakte zu den Blockstream-Gründern Adam Back und Austin Hill. Auch weitere bekannte Vertreter der Branche kannte er persönlich — etwa den Tether-Gründer Brock Pierce. 2014 investierte er drei Millionen US-Dollar in die Krypto-Börse Coinbase. Eine Investition in den Entwickler der Kryptowährung Zcash könnte ebenfalls stattgefunden haben.

Bitcoin-Kurs fällt bis 60.000 US-Dollar: Die zahlreichen Gründe des Crashs

Der Bitcoin-Kurs verzeichnet über die letzten Tage massive Verluste. Seit dem 29. Januar entfernt sich die Kryptowährung zusehends von der 90.000-Dollar-Marke. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei 67.375 US-Dollar.

In den heutigen Morgenstunden stellte der Bitcoin ein regionales Tief bei rund 60.000 US-Dollar auf. Zuletzt notierte die Kryptowährung im Herbst 2024 bei diesem Wert. Allein über die letzten sieben Tage sackte die digitale Anlage um 18,40 Prozent ein.

Hinter den Kursverlusten verbergen sich unterschiedliche Gründe. So gab US-Präsident Donald Trump kürzlich bekannt, Kevin Warsh als neuen FED-Vorsitzenden zu nominieren. Warsh gilt als Befürworter eines starken US-Dollars. Deshalb versetzte die Ankündigung den Finanzmärkten einen herben Schlag.

Zudem verlassen Großanleger derzeit in Erwartung eines Krypto-Winters den Markt. Jüngste Entwicklungen im KI-Sektor sorgten zudem für Verluste unter Tech-Aktien, die sich augenscheinlich ebenfalls negativ auf Krypto ausgewirkt haben.

Laut dem Krypto-Experten DeFi Ignas sorgt die Unsicherheit über Jeffrey Epsteins Involvierung für zusätzliche Verluste. Gerüchte und bewusste Falschmeldungen vertiefen den Negativtrend. So erklärte Ignas in einem X-Beitrag:

“Ich hielt die Behauptungen, Epstein habe Bitcoin erfunden, für übertrieben. Ein Blick auf Reddit zeigt: Privatanleger glauben wirklich, dass BTC deswegen abgestürzt ist. Wenn Menschen aus den falschen Gründen verkaufen, gibt es normalerweise irgendwo eine Chance…”, argumentiert der Experte und wertet das aktuelle Kurstief damit als guten Einstiegspunkt.

CoinShares erwartet baldige Bitcoin-Erholung

In seiner jüngsten Marktanalyse erwartet CoinShares eine baldige Bitcoin-Erholung – das erklärte der Vermögensverwalter in einer E-Mail, die Blockchainwelt vorliegt. James Butterfill, Leiter der Forschungsabteilung, bemüht sich um eine Beruhigung. An den Fundamentaldaten habe sich nichts geändert. Der Bitcoin könne seine Aufgabe als digitaler Wertspeicher demnach weiterhin solide erfüllen.

„Trotz des heftigen Rückschlags bleibt der grundlegende Investment-Case bestehen. Bitcoin ist weiterhin ein knappes, nicht staatliches monetäres Asset mit fixer Angebotsmenge und ohne Abhängigkeit von institutioneller Glaubwürdigkeit“, erklärt Butterfill.

„In einem Umfeld zunehmender fiskalischer Dominanz, politisierter Geldpolitik und schwindenden Vertrauens in klassische Wertaufbewahrungsmittel bleibt dieses Argument intakt – auch nach dem gestrigen Crash“, setzt er fort.

Butterfill hält den Crash für übertrieben. Demnach ergebe sich nun ein guter Zeitpunkt für Investments. Die Anleger hätten zuletzt übermäßig emotional reagiert, weshalb BTC nun unterbewertet sei.

„Die jüngste Kursbewegung von Bitcoin deutet erneut auf eine Übertreibung nach unten hin – ein typisches Merkmal scharfer Korrekturen im Kryptomarkt“, schreibt der Experte. „Stimmung und Preis“ hätten sich inzwischen „von fundamentalen Indikatoren“ entkoppelt.

Eine Erholung sei bereits in Sicht. Großanleger hätten ihre Abverkäufe bereits beendet. Zudem liege Bitcoins Marktwert unter seinen Produktionskosten, die laut Butterfill bei rund 74.600 US-Dollar liegen.

Tether scheitert an 20-Milliarden-Invest

Die Beschaffung eines Investments in Höhe von 15 bis 20 Milliarden, welches Tether geplant hatte, scheitert. Der Stablecoin-Betreiber plant den Verkauf von Firmenanteilen bei einer Bewertung von 500 Milliarden US-Dollar.

Gemeinsam mit der Investmentbank Cantor Fitzgerald möchte man gut vernetzte Partner finden, die Interesse an einer Investition in das größte Stablecoin-Unternehmen der Erde haben. Laut eines Berichts der Financial Times konnte man unbekannte Geldgeber bereits überzeugen — allerdings nicht zum gewünschten Preis.

Tether werde demnach Anteile im Wert von fünf Milliarden US-Dollar verkaufen. Das Unternehmen erzielte im Kalenderjahr 2025 Einnahmen in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar und kann somit genug Liquidität über die Gewinne freilegen.

Allerdings möchte Tether seinen Stand festigen und deshalb etablierte Investoren an Bord holen. Im Januar 2027 tritt das Stablecoin-Gesetz GENIUS in Kraft. Eine gelungene Positionierung könnte Tethers Geschäft daher maßgeblich stärken.

Diese zwei Narrative bringen gerade Gewinne ein

Beim Blick auf die 100 größten Kryptowährungen fallen derzeit nur vier Coins auf, die bemerkenswerte Gewinne schreiben: Decred, MYX Finance, Hyperliquid und MemeCore. Decred führt den Wochentrend mit 30,40 Prozent Kursgewinn an. DCR notiert infolgedessen bei 22,70 US-Dollar.

Bein Decred handelt es sich um einen Privacy Coin. Verschlüsselte Blockchains liegen mittlerweile im Trend. Augenscheinlich ist DCR ein Nachzügler, der weiterhin Gewinne einfährt, während die kurzfristige Begeisterung für ähnliche Projekte wie Monero und Zcash schon abgeebbt ist.

MYX Finance (MYX) und Hyperliquid (HYPE) sind dezentrale Marktplätze, die das Trading von Kryptowährungen erlauben. Beide Marktplätze erlauben den Einsatz unbefristeter Terminontrakte. MYX stieg im Wochentrend um 15,90 Prozent auf 6,37 US-Dollar, während HYPE um 13,65 Prozent auf 33,48 US-Dollar stieg.

Bei MemeCore (M) handelt es sich um eine unabhängige Blockchain, die als dedizierte Basis für Memecoins herhalten soll. M stieg im Wochentrend um 11,00 Prozent auf 1,58 US-Dollar.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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