Krypto-News der Woche 30. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Google bietet ab 2027 einen Dienst zur Verwahrung von Kryptowährungen namens MPC an. Mutterkonzern Alphabet gab eigene Krypto-Investments auf den Blockchains Ethereum und Solana bekannt.
  • Eine Welle von Datenlecks erschüttert die Kryptobranche. Wallet-Hersteller und Finanzdienstleister sind für Hacker Ziele mit steigender Attraktivität. Zehntausende Nutzer sind die Leidtragenden.
  • Hacker der nordkoreanischen Gruppe Lazarus drangen gestern erfolgreich in die Systeme der Krypto-Börse Binance ein und entwendeten unzählige Kryptowährungen mit einem Marktwert von rund 6,4 Milliarden US-Dollar.
  • Der Markt reagiert entsetzt auf den Hack. BTC erlebte im Tagestrend einen Abschwung um 3,64 Prozent und sinkt deutlich unter die Unterstützung bei 80.000 US-Dollar.

Google steigt bei Krypto ein

Internet-Gigant Google und Mutterkonzern Alphabet steigen in Krypto ein – das erklärte der Konzern laut CoinDesk auf seinem ersten “Digital Assets Symposium” – einer Fachkonferenz für Krypto, die am Mittwoch erstmals in New York stattfand.

Gegenstand der Veranstaltung war eine neue Dienstleistung, die Google im Frühjahr 2027 auf den Markt bringen möchte. Das Produkt trägt den Namen Multi-Party Compute (kurz MPC) und wurde von Google erstmals 2023 vorgestellt.

Damals stellte Google seinen Kunden dar, wie die digitale Infrastruktur von Google Cloud genutzt werden könnte, um Kryptowährungen besonders sicher zu verwahren. Dabei werden Private Keys in Fragmente zerlegt und getrennt voneinander gespeichert. Selbst im Fall eines Datenlecks könnten Unbefugte dann nicht auf die Kryptowährungen zugreifen.

Eine Testphase für MPC sei bereits unter Beteiligung großer Finanzinstitutionen gestartet. Konkrete Namen lieferte Google nicht.

Man werde “Banken und anderen Finanzinstitutionen dabei helfen, Kryptowährungen und tokenisierte Anlagen sicher aufzubewahren und zu versenden”, beschrieb Google das neue Produkt gegenüber CoinDesk.

MPC ist ein Dienst, der sich mit der Verwahrung von Kryptowährungen beschäftigt. Dieser ist aus regulatorischen Gründen speziell für institutionelle Anleger von Interesse. Das Geschäft wird bislang von den Finanzdienstleistern Coinbase und Fidelity dominiert.

Nebenher gab Google bekannt, dass Alphabet MPC bereits einsetzt, um seine eigenen Kryptowährungen zu verwahren. Man halte Token auf den Blockchains Ethereum und Solana.

Dass Alphabet in Kryptowährungen investiert, war der Öffentlichkeit bis dahin unbekannt. Welche Kryptos der Konzern hält, gab er nicht bekannt. Auch über das Ausmaß des Investments gibt es keine öffentlichen Informationen.

Welle von Datenlecks erschüttert Kryptobranche

Eine ganze Welle von Datenlecks erschüttert die Kryptobranche jüngst. Zunächst gaben Foundation und Keystone, beides Hersteller von Hardware Wallets, den Verlust von Kundendaten an Cyberkriminelle bekannt.

Keystone sei laut eigenen Angaben möglicherweise zum Opfer einer Sicherheitslücke des Dienstleisters Shopify geworden. Rund 26.000 Datensätze seien in die Hand von Unbefugten gefallen.

Foundation hatte laut eigenen Darstellungen ähnliche Probleme. Dort kam neben Shopify auch WooCommerce zum Einsatz. Über die beiden Dienste haben Hacker den Zugriff auf die Daten von 5.600 Kunden erlangt.

Der Krypto-Concierge ShopinBit verlor über eine Sicherheitslücke des Softwareentwicklers Fakturownia eine unbekannte Anzahl an Kundendaten an Hacker. Neben ShopinBit sind mehr als 600.000 weitere Geschäftskunden von Fakturownia betroffen.

Mit Coinbase gab eine der größten Krypto-Börsen zudem ein Datenleck bekannt, das über den Partner Amplitude erfolgte. Es handelt sich um einen Dienst zur Datenanalyse. Das Ausmaß des Datendiebstahls ist unbekannt.

Bithumb, eine koreanische Krypto-Börse, verlor durch einen Sicherheitsvorfall die Daten von 6.444 Daten. Dabei konnten Cyberkriminelle 844 Datensätze unverschlüsselt ergattern, während der verbleibende Rest in verschlüsseltem Zustand entwendet wurde. Zudem erlangten die Verantwortlichen die persönlichen Daten von 715 Angestellten der Krypto-Börse.

Die Daten von Krypto-Investoren sind für Cyberkriminelle hochattraktiv, da sich diese von ihnen enorme Profite erhoffen. Über Phishing, Raubüberfälle und Entführungen erzielen die Kriminellen Gewinne.

Datenlecks häufen sich aktuell drastisch. Viele Krypto-Firmen zeigen dabei deutlich auf, dass sie mit dem Datenschutz überfordert sind. Anleger sollten zum Selbstschutz die Angaben von persönlichen Informationen möglichst vermeiden.

Frankreich entwickelte sich bereits zum traurigen Zentrum sogenannter Wrench-Attacks. Es handelt sich um physische Angriffe auf Krypto-Anleger mit der Absicht, ihr Krypto-Vermögen zu entwenden. Die dafür nötigen Informationen stammen aus Datenlecks privater Firmen und werden oft um Einträge aus staatlichen Melderegistern erweitert.

Lazarus vs Binance: Größter Krypto-Hack aller Zeiten

Vergangene Nacht wurde mit Binance die größte Krypto-Börse der Erde zum Opfer eines Hackerangriffs. Über verschiedene Angriffsvektoren nahmen nordkoreanische Hacker der Lazarus-Gruppe die Handelsplattform in die Zange.

Laut bisherigen Informationen erlangten die Cyberkriminellen dabei Kryptowährungen mit einem Gesamtwert von unglaublichen 6,4 Milliarden US-Dollar. Zur Beute zählen unter anderem die Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum und Tron sowie Stablecoins der Typen USDT, USDC, RLUSD und tokenisiertes Gold des Typs XAUT.

Es handelt sich dabei um den schwerwiegendsten Hack, den die Kryptobranche bis heute erlebte. Den bisherigen Rekord stellte die Krypto-Börse Bybit im Frühjahr 2025 auf. Damals entwendeten Hacker 1,5 Milliarden US-Dollar.

Mit der staatlichen Hackergruppe Lazarus handelt es sich laut Einschätzung unzähliger Experten um dieselben Täter. Laut Angaben von Binance war es Lazarus unter anderem gelungen, den Laptop eines Binance-Mitarbeiters mit Schadsoftware zu infizieren und so den Zugriff auf interne System zu erlangen.

Weitere Angriffsvektoren habe die Hackergruppe ebenfalls ausgenutzt. Konkrete Angaben dazu machte Binance bislang nicht. Einzelne Experten gehen etwa vom Missbrauch des Ethereum-Standards EIP-7702 aus. Dort seien Manipulationsversuche geglückt, welche die Kontrolle über Token möglicherweise an die Hacker delegierten.

Die Ausnutzung dieser Lücke soll zudem stundenlang verhindert haben, dass Binance effektive Abwehrmaßnahmen ergreifen konnte, so berichtet TRM Labs.

Krypto-Auszahlungen seitens Binance bleiben aus Sicherheitsgründen voraussichtlich bis Sonntag gesperrt. Einzahlungen und Trading bleiben weiterhin offen. Binance-Geschäftsführer Richard Teng versprach bereits die vollständige Kompensation geschädigter Nutzer.

Der Erfolg des Hacks ist zunächst fragwürdig. Von den zunächst entwendeten 6,4 Milliarden US-Dollar seien laut offiziellen Angaben bereits rund drei Milliarden gesperrt. Welche Geldmenge letztlich unter der Kontrolle der Hacker verbleibt, ist also noch unklar.

Warum der Kryptomarkt heute unerwartet abstürzt

Eigentlich gilt das Jahresende als konstanter Hoffnungsträger für den Bitcoin-Kurs. Besonders typisch sind Kursgewinne im Oktober, den die Szene daher gern als Uptober bezeichnet.

Der Binance-Hack torpediert die Stimmung der Anleger nun allerdings deutlich. Bei BTC und nahezu sämtlichen weiteren Kryptowährungen lässt sich aktuell ein Kurscrash feststellen.

Der Bitcoin stürzte im Tagestrend um 3,64 Prozent bis zum Redaktionsschluss in die Tiefe. Im Wochentrend summieren sich die Verluste sogar auf 5,62 Prozent. BTC notiert bei nur noch 77.170 US-Dollar.

Nur wenige große Kryptowährungen können sich diesem Abwärtstrend derzeit widersetzen. Dazu zählt HYPE – der Token des DEX Hyperliquid, der im Wochentrend um 16,90 Prozent auf 90,73 US-Dollar steigt.

M, der Token der Memecoin-Plattform MemeCore, stieg um 8,55 Prozent auf 0,97 US-Dollar, während Quant (QNT) um 6,78 Prozent auf 194 US-Dollar steigt.

Autor
5+ Jahre Erfahrung

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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