Krypto-News der Woche 3. März 2023

Das Wichtigste in Kürze

  • Hardware Wallet-Hersteller Trezor produziert eigene Prozessoren über das Unternehmen Tropic Square. Die Entscheidung fiel 2020, nachdem es zu Lieferengpässen gekommen war.
  • Ethereum veröffentlicht Account Abstraction über den neuen Token-Standard ERC-4337.
  • Visa und Mastercard unterbrechen ihr Krypto-Engagement, nachdem US-Behörden die Branche attackieren.
  • Bitcoin fällt auf 22.000 US-Dollar.

Wallethersteller Trezor produziert eigenen Prozessor

Das tschechische Unternehmen Trezor produziert seit 2014 eigene Hardware Wallets und schaffte es bereits, zu einem der bekanntesten Hersteller heranzuwachsen.

Künftig will das Unternehmen von Lieferanten unabhängig werden und die Sicherheit der eigenen Produkte steigern.

Trezor produziert deshalb einen eigenen Prozessor. Zuerst soll das bekannte Trezor Model T den neuen Chip erhalten. Das Unternehmen glaubt auch, die Zuverlässigkeit und somit den Nutzungskomfort seiner Geräte durch das neue Bauteil verbessern zu können.

Die Produktion soll durch ein weiteres Unternehmen namens Tropic Square erfolgen. Jenes gehört ebenfalls zum Trezor-Mutterkonzern Satoshi Labs. Der erste Prozessor der Firma trägt den Namen Tropic01.

Trezor kündigte die Produktion eigener Prozessor-Chips bereits im Mai 2020 an. Während der Coronakrise kam es in einigen Bereichen zu Engstellen bei der Lieferung von Bauteilen. Bekanntermaßen erhielt die Autoindustrie nicht mehr genügend Prozessoren aus China.

Auch Trezor war vom plötzlichen Lieferstopp betroffen. Daraufhin traf Satoshi Labs die Entscheidung, eigene Chips zu produzieren, um eine zuverlässige Lieferkette zu bieten.

Einer Ankündigung auf Twitter fügt Trezor die Aussage hinzu, Preise durch die Eigenentwicklung stabil halten zu können.

Ethereum veröffentlicht Account Abstraction mit ERC-4337

Ethereum veröffentlicht einen neuen Token-Standard namens ERC-4337. Die Idee war zuvor bereits über einige Monate heiß diskutiert worden. Auch Ethereum-Initiator Vitalik Buterin gehörte zu den Unterstützern des Vorschlags EIP-4337.

Das Upgrade führt die Account Abstraction auf Ethereum ein. Zwei verschiedene Kontosysteme, die Ethereum bislang verwendet, werden durch den neuen Token fusioniert. So sollen Nutzer einen deutlich höheren Komfort bei der Verwendung der Ethereum-Blockchain erfahren.

Zugleich soll er die Grundlage für weitere, komplexe Funktionen bieten. Ethereum verwendet – anders als etwa Bitcoin – ein Kontosystem. Dabei kommen zwei verschiedene Kontotypen zum Einsatz. Die sogenannten Externenkonten (EOAs) und die Vertragskonten (CAs).

Erstere werden durch Private Keys gesteuert und üblicherweise von Nutzern gebraucht. Vertragskonten arbeiten nach Vorgaben, die in einem zugrundeliegenden Programmcode niedergeschrieben sind. Sie dienen Smart Contracts.

Durch die Verbindung beider Kontotypen lässt sich eine vereinfachte Nutzung von Wallets umsetzen. So kann unter anderem ein zweites Zugriffskonto definiert werden. Eigentümer können den Zugriff auf ihre Wallet so weniger leicht verlieren.

Außerdem lassen sich MultiSig Wallets einrichten und Netzwerkgebühren mit ERC-20 Token bezahlen. Bisher ist dafür immer Ether notwendig.

Es gab immer wieder Vorschläge zur Einführung der Account Abstraction. Zu den Befürwortern des EIP-4337 Upgrades gehört der US-amerikanische Zahlungsdienstleister Visa. Visa will auf Basis dessen ein System erschaffen, das Daueraufträge über Ethereum ermöglicht.

So können vorrangig Abonnements und andere wiederkehrende Zahlung mit deutlich geringerem Aufwand als bisher ausgeführt werden. Künftig beabsichtigt Ethereum, die Account Abstraction auf Protokollebene einzuführen.

Visa und Mastercard unterbrechen Krypto-Adoption

Ob Visa an diesem Produkt aktuell arbeitet, ist nach neuesten Aussagen des Unternehmens allerdings unklar. Genau wie der direkte Konkurrent Mastercard, gibt man zuletzt bekannt, sich aus der Kryptobranche doch zurückziehen zu wollen.

Beide Unternehmen lieferten sich über die letzten Jahre ein Wettrennen innerhalb der Kryptobranche. Beide Kreditkartenhersteller wollten möglichst innovative Lösungen anbieten, um Millionen Krypto-Enthusiasten zur Nutzung zu verleiten.

Mastercard veröffentlichte deshalb kürzlich in Zusammenarbeit mit Immersve Pläne über die sogenannte Metaverse Mastercard.

Nutzern wollte man ermöglichen, Zahlungen aus der eigenen Non-Custodial Wallet innerhalb von zwei Schritten über eine Mastercard abzuwickeln.

Somit hätten Krypto-Enthusiasten mehrere Millionen Annahmestellen weltweit nutzen können, ohne dafür auf native Krypto-Adoption zu hoffen. Nun ist mit diesen Plänen jedoch vorerst Schluss.

Visa und Mastercard wollen die Kryptobranche verlassen. Grund dafür dürften verschärfte Maßnahmen der US-Behörden sein, welche die Börsenaufsichtsbehörde SEC über die letzten Wochen durchführte.

Dass beide Unternehmen ihre Arbeit wieder aufnehmen, liegt nahe – zumindest dann, wenn sich die aktuell aufgeheizte Lage wieder entspannt. Die USA arbeiten bereits an mehreren Stellen an einem Grundlagengesetz, das den Umgang mit der Kryptobranche regelt.

Präsident Biden beauftragte im Frühjahr 2022 ein Krypto-Rahmenwerk, das sich noch in Arbeit befindet. Mehrere Abgeordnete des US-Kongresses schlugen mehrere eigens entwickelte Gesetze vor. Bisher scheiterten sie jedoch.

Bitcoin Kurs fällt auf 22.000 US-Dollar

Seit Anfang des Jahres konnte Bitcoin deutliche Gewinne verzeichnen. Von anfänglich 16.000 US-Dollar pro BTC stieg der Kurs innerhalb einiger Wochen auf fast 25.000 US-Dollar. Nun fällt er wieder auf 22.000 US-Dollar. 

Neben den üblichen Kursschwankungen könnten neue Meldungen über den Fall Mt.Gox hierbei eine Rolle spielen.

Die Rückzahlung von 141.686 BTC steht an. Die Eigentümer haben seit 2014 keinen Zugriff mehr auf diese Gelder. Damals lag der Bitcoin-Preis bei weniger als 500 US-Dollar pro Coin.

Möglicherweise führt diese massenhafte Rückzahlung also zu einer Flutung des Marktes. Der ursprüngliche Rückzahlungsplan sah einen Start im Januar vor.

Dieser wurde auf März verschoben. Ab dem 10. März soll die Rückzahlung dann aber wirklich starten und schrittweise vollzogen werden.

Zuletzt macht auch die Krypto-Bank Silvergate Negativmeldungen. Das Unternehmen gerät in dringende Geldnot und könnte negative Tendenzen am Markt befeuern.

Zuvor führte ein Short Squeeze zum steigenden Bitcoin-Kurs. Die Veröffentlichung des NFT-Protokolls Ordinals brachte der größten Kryptowährung einen neuen Verwendungszweck, der möglicherweise steigendes Interesse verursachte.

Autor
Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Auch interessant