Krypto-News der Woche 27. März 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine neue Fassung des CLARITY Acts sorgt für einen wiederholten Aufschrei. Erneut sieht das Gesetz nun ein Verbot von Stablecoin-Renditen vor.
  • Als Reaktion darauf verzeichnen die Aktien der Krypto-Firmen Coinbase und Circle erhebliche Verluste. Die Aktie des USDC-Betreibers CRCL sinkt seit Wochenbeginn um 23 Prozent.
  • Tether gibt eine Vereinbarung mit einem großen Wirtschaftsprüfer bekannt. Eine baldige Auditierung soll als größte Erstprüfung in die Geschichte der Finanzbranche eingehen.
  • Ein nahendes Monero-Upgrade soll den wichtigsten Privacy Coin erheblich vor Angriffen schützen. So wachsen durch FCMP++ Anonymität und Quantenresistenz.
  • Der Kryptomarkt sinkt massiv, nachdem der Iran ein US-amerikanisches Friedensangebot verwarf. BTC notiert bei 66.000 US-Dollar.

CLARITY Act: Wie Banken das Gesetz manipulieren

Der bedeutungsträchtige CLARITY Act befindet sich weiterhin in Arbeit. Experten befürchten: Wegen der nahenden US-Zwischenwahlen drängt die Zeit. Sollten die Republikaner ihre Mehrheiten in den Parlamenten verlieren, könnte das Gesetz scheitern.

“Keine Zinsen auf Guthaben. Prämien nur für aktive Nutzung. Die Banken haben sich durchgesetzt”, schrieb Nic Puckrin nach der neuesten Entwicklung.

Um die Verordnung durchzusetzen, sei auf Druck des Weißen Hauses am Montag eine neue Version entstanden. Damit nehmen die Debatten jedoch weiter an Fahrt auf. Die neue Fassung verbietet Äquivalente der Bankzinsen im Krypto-Sektor.

CLARITY gilt als wegweisend, da die Verordnung Klarheit für die Kryptobranche herstellen soll. Eigentlich wollte man der Kryptobranche durch die hergestellte Rechtssicherheit Freiheiten gewährleisten. Inzwischen scheint das Gesetz zu einem Machwerk mit vielerlei politischen Implikationen zu verkommen. Banken sollen Einfluss auf Senatoren ausüben, um ihren Willen durchzusetzen.

Stablecoins könnten die Modernisierung der Finanzbranche wesentlich vorantreiben. Sparkonten hätten dann ernstzunehmende Alternativen in der Kryptobranche. Banken müssten sich dem Wettbewerb stellen, andernfalls drohe ihnen der Verlust enormer Summen an Einlagen.

Allerdings wollen Geschäftsbanken genau diesen Konkurrenzkampf vermeiden. Laut Ex-Banker Pius Sprenger befürchten sie drastische Gewinneinbußen. Medienberichten zufolge, habe Coinbase seine Unterstützung für CLARITY zum wiederholten Male zurückgezogen. CLARITY schränke den Kryptomarkt in seiner jetzigen Fassung zu stark ein, argumentiere die Krypto-Börse.

Die Trump-Familie stellt sich unterdessen auf die Seite der Kryptobranche. Präsident Donald Trump und sein Sohn Eric Trump forderten öffentlichkeitswirksam die Legalisierung von Stablecoin-Zinsen. Schon Anfang März forderte der US-Präsident die Banken öffentlich auf, den neuen Konkurrenten im Sinne des Allgemeinwohls zu akzeptieren.

CRCL und COIN sinken: Warum Krypto-Aktien Verluste schreiben

Seit Wochenbeginn schreiben mit CRCL und COIN zwei bekannte Krypto-Aktien deutliche Verluste. Besonders hart trifft es den Stablecoin-Betreiber Circle, der seit Montag rund 23 Prozent seines Aktienwerts einbüßt. Zum Redaktionsschluss notiert die CRCL-Aktie bei nur noch 98 US-Dollar.

Auch die Krypto-Börse Coinbase muss Verluste verkraften. Seit Montag sinkt die COIN-Aktie um rund 14 Prozent auf 173 US-Dollar. Schuld an der Misere dürfte die Veränderung des CLARITY Acts sein. Circle ist Herausgeber des zweitgrößten Stablecoins USDC. Die Abschaffung der Stablecoin-Rendite auf dem US-Markt wäre für Circle daher eine enorme Geschäftseinbuße.

Coinbase ist für USDC der wichtigste Marktplatz. Die Krypto-Börse ist ehemaliger Mitbetreiber des Tokens und könnte von der Stablecoin-Rendite ebenfalls profitieren.

Auch eine Pressemitteilung des Circle-Konkurrenten Tether gilt als pessimistisch. So gab Tether am Montag bekannt, einen Vertrag mit einem der vier großen Wirtschaftsprüfer eingegangen zu sein. Ein nicht näher genanntes Unternehmen werde die erste vollständige Prüfung des Stablecoin-Emittenten vornehmen.

“Tether gab bekannt, dass es eine formelle Vereinbarung mit einer der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geschlossen hat, um seine erste vollständige unabhängige Abschlussprüfung durchzuführen. Es wird voraussichtlich die größte Erstprüfung in der Geschichte der Finanzmärkte sein wird”, schrieb Tether darin.

USDC profitierte als ärgster Konkurrent vom fragwürdigen Ruf des Marktführers USDT. Durch die Zusammenarbeit mit renommierten Wirtschaftsprüfern könnte Tether seine Reputation maßgeblich aufbessern – zum Nachteil Circles.

Zu den “Big Four” der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zählen Deloitte, Ernst & Young, KPMG und PwC.

Kommendes Monero-Upgrade verbessert größten Privacy Coin erheblich

Auf den größten Privacy Coin, Monero, kommt ein bedeutendes Upgrade zu. Es ist unter dem Namen FCMP++ bekannt. FCMP++ bezeichnet eine verbesserte Version eines neuen Anonymitätssatzes – die sogenannten Full-Chain Membership Proofs++.

Dadurch nimmt die Verschlüsselung der Monero-Blockchain massiv zu. Die Größe der Ringsignaturen steigt von 16 auf viele Millionen. Laut einer offiziellen Erklärung liegt das anvisierte Ziel der Ringgrößen bei 100 Millionen.

Monero verschleiert Blockchaindaten. Dafür nutzt man unter anderem eine Technik namens Ringsignaturen. Die Blockchain verzeichnet neben einem realen Sender auch 15 weitere Adressen, bei denen es sich um Köder handelt. Außenstehende können im Normalfall nicht nachvollziehen, wer unter den 16 Adressen der tatsächliche Sender ist.

Die Ringgröße von 16 gilt auf Dauer jedoch nicht als sicher genug. So können Angreifer gezielt Daten aufzeichnen, um den realen Sender zu identifizieren. Durch die Erhöhung des Anonymitätssatzes auf 100 Millionen schließt man diesen Angriffsvektor künftig aus.

Nebenher möchten die Entwickler noch einige weitere Funktionen ausrollen. So schafft man die Grundlage für die Nutzung von Layer-2-Systemen auf Monero. Die Entschlüsselung der Blockchain durch Quantencomputer verhindere man durch das Upgrade ebenfalls.

Wann die Funktionen auf dem Monero-Mainnet ausgerollt werden, steht noch nicht fest. Das Upgrade ist allerdings für das Frühjahr 2026 geplant. Aktuell erprobt man die neuen Funktionen in einer Betaphase auf dem Testnet.

Kryptomarkt stürzt ab: Das ist der Auslöser

Im Tages- und im Wochentrend stürzt der Kryptomarkt aktuell erheblich ab. Der gesamte Markt büßte über die letzten 24 Stunden bereits 3,51 Prozent seines Werts ein und fällt damit auf eine Marktkapitalisierung von 2,30 Billionen US-Dollar.

Zu den Verlierern zählt auch Marktführer Bitcoin. BTC sank seit gestern bereits um 3,90 Prozent. Im Wochentrend summieren sich seine Verluste auf 5,41 Prozent. Der Bitcoin notiert bei 66.630 US-Dollar und nimmt so erneut Abstand von der 71.000-Dollar-Schwelle, um die die Kryptowährung zuletzt gekämpft hatte.

Ähnliche Verluste sind auch beim Großteil des Marktes zu erkennen. Ethereum schrumpfte im Wochentrend um 6,94 Prozent und wird heute für 1.985 US-Dollar gehandelt.

Warum dominieren erhebliche Kursverluste den Kryptomarkt derzeit? Schuld dürfte die Fortsetzung internationaler Spannungen sein. USA und Iran erzielten trotz mehrfacher Ankündigung durch den US-Präsidenten keine Einigung. Ein Friedensschluss steht somit weiter aus. Die USA forderten die Abrüstung des iranischen Militärs, was der Iran negierte. Ein iranisches Gegenangebot erfolgte.

Trotz des deutlichen Abschwungs schreiben unter den 100 größten Kryptowährungen noch drei Projekte nennenswerte Gewinne. Ranglistenführer ist die Memecoin-Plattform MemeCore (M) mit 32 Prozent Kursgewinn im Wochentrend. Der Token notiert bei 2,21 US-Dollar.

Auf dem zweiten Platz folgt das KI-Netzwerk Bittensor. Dessen Token TAO gewinnt im Wochentrend 14,09 Prozent und steigt so auf 322 US-Dollar. Den dritten Rang belegt das DAO-Protokoll DeXe. Die gleichnamige Kryptowährung DEXE steigt um 12,83 Prozent auf 7,00 US-Dollar.

Sowohl TAO als auch DEXE verzeichnen im Tagestrend bereits Verluste von rund sechs Prozent, wohingegen MemeCore mit mehr als neun Prozent Kursgewinn im Tagestrend die Fortsetzung eines positiven Sentiments deutlich macht.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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