Krypto-News der Woche 17. April 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Kraken macht versuchte Erpressungen seit 2025 öffentlich. Mitarbeiter missbrauchten ihre Zugänge zu internen Systemen, um Nutzerdaten zu veröffentlichen. Rund 2.000 Nutzer seien betroffen.
  • Die US-amerikanische Krypto-Börse Kraken plant ihren baldigen Börsengang. Dieser sei bereits angemeldet. Geschäftspartner Deutsche Börse Group hatte kürzlich ein Investment in Höhe von 200 Millionen US-Dollar bekannt gegeben, mit dem man 1,5 Prozent der Firmenanteile erwirbt.
  • BIP-361 sorgt für hitzige Debatten unter Bitcoinern. 34 Prozent aller BTC könnten eingefroren werden, um die Kryptowährung vor Quantencomputern zu schützen.
  • Zondacrypto-CEO Krall weist Vorwürfe eines Ausstiegsbetrugs von sich. Schockierend: Weil seine Bitcoin-Reserven seit 2022 unzugänglich sind, bleibt das Unternehmen zahlungsunfähig.
  • Bitcoin-Kurs steigt über 75.000 US-Dollar – angetrieben von weiteren Annäherungen im Nahostkonflikt und Wiedereinstiegen durch Großinvestoren.

Erpressungsskandal um Kraken

Gleich mehrere bedeutende Neuigkeiten spielten sich im Hinblick auf die US-amerikanische Krypto-Börse Kraken ab. Sicherheitsmanager Nick Percoco meldete zum Beginn der Woche wiederholte Erpressungsversuche, welche die Angreifer in Zusammenarbeit mit Angestellten Krakens unternommen hatten.

2025 spielte sich ein erster Vorfall ab. Jüngst kam es zu einem ähnlichen Vorfall, über den Percoco öffentlich berichtete. Angestellte Krakens hatten demnach sensible Nutzerdaten aufgezeichnet und an die Erpresser weitergegeben. Jene drohten Kraken mit der Veröffentlichung, sollte kein Lösegeld gezahlt werden.

Der Vorfall sorgte für einiges Aufsehen in der Krypto-Szene. Kritiker schmähten Krakens Personalpolitik. Das Unternehmen verlagere den Kundendienst ins Ausland, um Kosten zu sparen, und mache sich so angreifbar, schrieben populäre Stimmen.

Weitere Personen kritisierten die staatlich verordnete Maßnahme KYC, welche den Missbrauch von Nutzerdaten überhaupt erst zulässt. Kunden von Krypto-Börsen müssen persönliche Daten an die Dienste übermitteln, um auf den Plattformen handeln zu können.

“Wir werden Kriminelle nicht bezahlen und nie mit Schurken verhandeln”, schrieb Percoco.

Kraken arbeite derzeit mit Strafverfolgungsbehörden verschiedener Länder zusammen, um der Täter habhaft zu werden. Die Daten von rund 2.000 Nutzern sollen an die Öffentlichkeit gelangt sein. Kraken habe alle Nutzer identifiziert und aufgeklärt.

Kraken verkauft Anteile an Deutsche Börse, gibt Börsengang bekannt

Die Deutsche Börse meldete ein Investment in Höhe von 200 Millionen US-Dollar, durch das man sich 1,50 Prozent der Anteile an Kraken sichert. Die Deutsche Börse Group kooperiert bereits seit Dezember 2025 mit der US-amerikanischen Krypto-Börse. Gemeinsam wolle man die Zusammenarbeit nun vertiefen.

Das Ziel sei es, die klassische Finanzbranche enger mit der Kryptobranche zu verknüpfen. Laut Einschätzung der Deutsche Börse Group könne die Finanzbranche massiv von dieser Entwicklung profitieren.

“Die Investition ist ein Ausweis für die Strategie der Deutsche Börse Group im Bereich digitaler Vermögenswerte. Diese zielt darauf ab, eine umfassende, hybride Marktinfrastruktur zu schaffen, die Vermögenswerte jeder technischen Form, einschließlich traditioneller Wertpapiere und  Blockchain-nativer Token, innerhalb eines einheitlichen Liquiditätspools  verarbeitet”, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Den Konzern Payward Inc., der die Marke Kraken betreibt, bewertet man demnach mit 13,3 Milliarden US-Dollar.

Kurze Zeit später gab die Geschäftsführung von Kraken die Arbeit an einem Börsengang bekannt. Diesen habe man bereits bei der SEC angemeldet. Die Zeit für die öffentliche Notierung sei gekommen und die Marktlage sei für sie empfänglich, argumentiert Geschäftsführer Arjun Sethi.

Kraken hatte bereits im Spätjahr 2025 den Börsengang geplant, diesen während einer schlechten Marktlage dann aber verzögert. Das Unternehmen zählt zu einer Reihe großer Krypto-Firmen, die in den USA von der gelockerten Regulierung unter US-Präsident Donald Trump profitieren.

Weitere große Branchenvertreter wie Circle, Bullish und Gemini vollzogen unter dem Trump-Kabinett erfolgreich ihren Börsengang. Wann Kraken an der Börse verfügbar sein wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Bitcoin bald sperrbar? BIP-361 sorgt für Ärger

Wird Bitcoin schon bald sperrbar? Der bekannte Programmierer Jameson Lopp hatte diese Möglichkeit neulich in Aussicht gestellt. Zwar sei das keine gewünschte Entwicklung, allerdings könne sie wegen der augenscheinlich wachsenden Bedrohung durch Quantencomputer nötig sein, argumentierte Lopp.

Der Programmierer veröffentlichte in Kooperation mit weiteren Entwicklern das Konzept BIP-361. Das Upgrade könnte eingeführt werden, um Bitcoin-Adressen zu sperren, welche veraltete Technologie nutzen und daher besonders anfällig für Angriffe durch Quantencomputer sind.

“Ich weiß, dass dies den Leuten nicht gefallen wird. Mir gefällt es auch nicht, aber die Alternativen passen mir noch weniger”, erklärte Lopp auf X.

Quantencomputer zeichnen sich durch eine deutlich höhere Rechenleistung als herkömmliche Computer aus. Durch den rasanten Anstieg der Rechenleistung wäre die Entschlüsselung der asymmetrischen Kryptographie denkbar, die für die Blockchain von wesentlicher Bedeutung ist.

Angreifer könnten Quantencomputer daher nutzen, um Kryptowährungen zu stehlen. BIP-361 soll einen Beitrag zur Quantenresistenz des Bitcoins leisten, indem es anfällige Gelder sperrt, bis diese wieder von ihrem rechtmäßigen Eigentümer freigegeben werden.

Unter Bitcoinern sorgte der Vorschlag für hitzige Debatten. Das Konzept gilt als Widerspruch zu Bitcoins fundamentalen Werten wie Neutralität und Zensurresistenz. Nach aktuellem Stand könnten bis zu 34 Prozent aller BTC eingefroren werden, sollte BIP-361 aktiviert werden – sieben Millionen BTC im Wert von aktuell 500 Milliarden US-Dollar.

Betroffen sind die bis zu 1,1 Millionen BTC, die Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden. Nakamoto hatte sie in Bitcoins Frühphase geschürft und seither unangetastet gelassen.

BIP-361 ist momentan nicht produktreif. Kritiker hatten Quantencomputer schon zum Beginn des Monats als Papiertiger bezeichnet. Es handele sich um ein theoretisches Konzept, dessen reale Wirkung bisher nicht erwiesen sei. Blockstream-Gründer Adam Back zählt zu den bekanntesten Skeptikern.

Zondacrypto offenbart Verlust sämtlicher Bitcoin-Reserven

Nach einer Welle der Kritik gibt es Neues im Fall der Krypto-Börse Zondacrypto. Das Unternehmen hatte Kunden ihre Zugänge Anfang April geschlossen. Auf sozialen Netzwerken äußerten Nutzer harte Kritik. Gerüchte um einen Ausstiegsbetrug kamen ins Gespräch.

Zondacrypto stellte seine Öffentlichkeitsarbeit darauf ein. Große Teile der Belegschaft wurden entlassen. Dass Zondas Fassade bröckelt, war deutlich spürbar. Geschäftsführer Przemysław Kral meldete sich zu Wort, um die Problematik aufzuklären.

“Im Angesicht der laufenden Kampagne, die sich gegen Zondacrypto richtet, veröffentliche ich eine Erklärung, in der ich mich mit den Hintergründen des politisch motivierten Angriffs auf unsere Börse auseinandersetze”, schrieb Kral auf X.

Der Geschäftsführer richtet seine Vorwürfe an die Medien, die darauf abzielen würden, den Ruf seines Unternehmens zu zerstören. Gleichzeitig weist er damit den Vorwurf zurück, Zonda habe Gelder veruntreut oder einen Ausstiegsbetrug begangen.

Allerdings kommt auch der Stein des Anstoßes ins Gespräch. Kunden können auf ihre Zonda-Konten nicht länger zugreifen, da das Unternehmen den Zugriff auf seine Bitcoin-Reserven verloren habe, erklärte Kral.

“Ich habe die Entscheidung getroffen, die Adresse einer Wallet mit 4.500 Bitcoin im Wert von 330 Millionen US-Dollar zu veröffentlichen, um unbegründete Anschuldigungen über eine angebliche Veruntreuung zu entkräften.”

Der Zugang sei bereits seit Jahren verloren, komme aber erst jetzt nach einem Bankensturm ins Gespräch. Zonda hatte die fehlenden Coins lange Jahre verheimlicht. Ob Krals Angaben wahrheitsgemäß sind, bleibt allerdings fraglich.

Denn: Zonda-Gründer Sylwester Suszek soll den Zugang besitzen. Er hätte die Gelder 2022 übertragen sollen, verschwand jedoch spurlos. Bis heute ist der Suszeks Verbleib unklar. Bei den verlorenen Coins soll es sich um Kundeneinlagen handeln.

Bitcoin-Kurs steigt über 75.000 US-Dollar: Wale verantwortlich?

Der Bitcoin-Kurs überzeugt aktuell mit neuer Stärke. Im Wochentrend gelingen BTC Kursgewinne um 4,80 Prozent. Zum Redaktionsschluss notiert die größte Kryptowährung bei 75.600 US-Dollar. Weitere Annäherungen im Nahostkonflikt wirken sich augenscheinlich positiv aus.

So gab die US-Regierung gestern eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon bekannt. Letzte Woche hatten sich USA, Israel und Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Allerdings äußerte der Iran rasch Kritik, nachdem Israel seine Offensive im Libanon – angeblich vertragswidrig – fortsetzte. Seither forderte der Iran einen Waffenstillstand im Libanon.

Durch den Irankrieg zeige sich einmal mehr die einzigartige Bedeutung, die Bitcoin inzwischen zukomme, meint CoinShares-Forschungschef James Butterfill.

“Seit Beginn der Iran-Krise ist Bitcoin um 17,4 Prozent gestiegen, während Aktien gefallen sind und Gold einen Rückgang von sieben Prozent verzeichnete. Diese Outperformance gegenüber traditionellen Anlageklassen unterstreicht die sich entwickelnde Rolle von Bitcoin in Zeiten geopolitischer Spannungen und makroökonomischer Unsicherheit”, kommentiert Butterfill.

Auch Wale hätten zu Bitcoins jüngsten Gewinnen beigetragen. Zuletzt seien Investments durch Großanleger vermehrt spürbar.

“Ein besonders bemerkenswertes Signal in dieser Woche ist die Rückkehr der Whale-Zuflüsse. Nach anhaltenden Verkäufen seit Oktober 2025 haben wir nun zwei aufeinanderfolgende Wochen mit Nettozuflüssen von Bitcoin-Whales gesehen — das erste Mal seit dem vergangenen Herbst”, erklärt Butterfill.

Großanleger hätten sich demnach weiterhin an Bitcoins Vierjahreszyklus gehalten und seien in eine Distributionsphase übergegangen, die nun möglicherweise ihr Ende findet. Nach der Distribution – also dem Abverkauf der BTC, landet die Kryptowährung üblicherweise in einem Tief.

Diese Kryptowährungen profitieren enorm

Über die letzten sieben Tage verzeichneten einige Kryptowährungen bereits enorme Gewinne. Unter den Top-100 setzt sich aktuell ein deutlicher Wochensieger ab. RaveDAO (RAVE) liegt im Wochentrend 1.400 Prozent im Plus und notiert bei 18,80 US-Dollar.

Die Kryptowährung scheint derzeit von massiven Spekulationen geprägt. So könnte ein enormer Short Squeeze bei gleichzeitig geringer Liquidität schuld an den Kursgewinnen sein. RaveDAO möchte Ticketsysteme für Tanzveranstaltungen auf die Blockchain bringen.

Auffällig hoch sind auch die Kursgewinne der Memecoin-Plattform MemeCore (M). Die Kryptowährung liegt 42 Prozent im Plus und notiert bei 3,72 US-Dollar. Das Datennetzwerk Celestia (TIA) belegt mit 32 Prozent Kursgewinn den dritten Platz und wird derzeit für 0,39 US-Dollar gehandelt.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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