Krypto-News der Woche 15. Mai 2026

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz scheiterte eine Volksinitiative zur Etablierung einer staatlichen Bitcoin-Reserve.
- Der Bankenausschuss im US-Senat bestätigte seine angepasste Version des Krypto-Gesetzes CLARITY. Im Idealfall könnte das Gesetz vor Herbstbeginn vollständig verabschiedet werden.
- Die vom Senat vorgenommenen Veränderungen ziehen den Zorn der Krypto-Szene auf sich. So gab man dem Druck der Bankenbranche statt und sieht ein Verbot von Zinszahlungen auf Stablecoins vor.
- Durch CLARITY gestern noch positiv geprägt, stürzt der Bitcoin-Kurs seit gestern wieder auf 79.000 US-Dollar ab. Schuld ist scheinbar eine fehlende Lösung im Zollkonflikt zwischen China und den USA.
Volksinitiative für Bitcoin-Reserve scheitert in Schweiz
Eine Volksinitiative für die Herstellung einer staatlichen Bitcoin-Reserve ist in der Schweiz gescheitert. Das Vorhaben begann Ende 2024 unter der Federführung des Bitcoiners Luzius Meisser. In anderthalb Jahren hätte die Initiative 100.000 Unterschriften stimmberechtigter Eidgenossen einsammeln müssen, doch diese Hürde war zu hoch.
Nur rund die Hälfte der erforderlichen Unterschriften konnte die Initiative tatsächlich einsammeln – immerhin rund 50.000 Stück. Nach dem Erfolg der Initiative hätte eine Volksabstimmung stattgefunden. Dann hätten die Mehrheit der Schweizer und die Mehrheit der Schweizer Kantone für die Initiative stimmen müssen.
Die Bitcoin-Initiative plante eine Verfassungsänderung. Artikel 99 der Schweizer Bundesverfassung wäre dann so umgeschrieben worden, dass er den Bitcoin zur obligatorischen Währungsreserve gemacht hätte.
Neben Fremdwährungen und Gold hätte die zuständige Zentralbank – die Schweizerische Nationalbank (SNB) – dann auch Bitcoin anlegen müssen. Die Initiatoren rund um Meisser wollten somit sicherstellen, dass ihr Land direkt vom langfristigen Kursgewinn des Bitcoins profitieren kann.
Einst ein wichtiger Trend für den Kryptomarkt, stehen staatliche Bitcoin-Reserven auch international mittlerweile auf wackligen Beinen. Nur der mittelamerikanische Staat El Salvador bleibt seinem Konzept weiterhin treu und erwarb bis heute rund 7.600 BTC im Wert von 600 Millionen US-Dollar. Monatlich steigt die Reserve laut Angaben von Arkham.

Bhutan stößt inzwischen große Teile seiner Reserve für den Bau der Planstadt GMC ab. In den USA besteht zwar formell eine Bitcoin-Reserve, diese wird jedoch nur aus Straffällen gespeist. Aktive Erweiterungen der Reserve über den Staatsetat finden nicht statt.
Bankenausschuss beschließt CLARITY Act
Das Krypto-Gesetz der USA – der CLARITY Act – wurde gestern erfolgreich vom zuständigen Bankenausschuss des US-Senats beschlossen. Mit einem Stimmenverhältnis von 15 zu 9 passierte es den Ausschuss. 13 Republikaner und zwei Demokraten stimmten für die neue Fassung des Gesetzes, während neun Demokraten gegen sie stimmten.
BREAKING: 🇺🇸 Senate Banking Committee PASSES the Clarity Act in 15-9 vote.
The bill now goes to the full Senate. pic.twitter.com/TCs6T283y2
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) May 14, 2026
CLARITY hat damit eine große Hürde genommen. Bislang tut sich der Gesetzesentwurf im Senat schwer. Das Repräsentantenhaus hatte seine Fassung bereits im Juli 2025 bestätigt. Seither wurde das Gesetz mehreren Veränderungen unterzogen.
Die neueste, nun angenommene Fassung, soll ein passender Kompromiss zwischen den Erwartungen der Kryptobranche und der Bankenbranche sein, erklärte Coinbase-Geschäftsführer Brian Armstrong kürzlich auf X.
Mit dem Entwurf sei eine Mehrheit im Senat denkbar, argumentierte Armstrong weiter. Denn vor allem die demokratische Opposition zeigt sich dem Krypto-Gesetz gegenüber bisher kritisch. Das Ziel des CLARITY Acts ist es, in den USA Rechtssicherheit für Kryptowährungen und die Kryptobranche herzustellen. Experten erwarten in Folge einer Verabschiedung ein massives Wachstum des gesamten Markts in den USA.
Damit CLARITY vollständig verabschiedet werden kann, muss es zunächst eine Abstimmung im gesamten Senat überstehen. Erhält das Gesetz dort eine Mehrheit, muss es in das Repräsentantenhaus zurückkehren, da der Senat den Gesetzestext verändert hat. Erst nach einer erfolgreichen Abstimmung im Repräsentantenhaus könnte das Gesetz vom US-Präsidenten Donald Trump unterschrieben werden und dadurch in Kraft treten.
Experten erwarten die Verabschiedung des Gesetzes noch vor Herbstbeginn. CLARITY könnte dann bereits 2027 wirksam werden. Der Kryptomarkt könnte auf positive Neuigkeiten drastisch reagieren. Langfristig dürfte sich CLARITY enorm auf die Kursentwicklungen des Bitcoins und weiterer Kryptos auswirken.
Banken dominieren Debatte um CLARITY? Darum hagelt es Kritik
Auf X zeichnet sich einige Kritik am Krypto-Gesetz CLARITY ab. Schuld ist eine Abkehr von seinen ursprünglichen Idealen. Unter dem Druck der Bankenbranche veränderten die Abgeordneten im Senat das Gesetz und schoben der Kryptobranche dabei einen Riegel vor.
So ist die Auszahlung von Zinsen auf gehaltene Stablecoins in CLARITYs neuester Fassung verboten. Banken forderten das Zinsverbot, um ihre Sparkonten zu schützen. Weil Stablecoin-Renditen deutlich höher ausfallen, gelten sie den Sparkonten im Wettbewerb als bedrohlich.
Offen bleibt, ob es für die Kryptobranche ein Schlupfloch gibt. Laut CLARITY sind demnach Belohnungen auf Stablecoin-Aktivitäten legal. Möglicherweise könnte dies praktisch der Auszahlung von Zinsen gleichkommen.
“Der Streit um den CLARITY Act ist soeben BEIGELEGT worden. Zinsen auf Stablecoins sind VERBOTEN. Belohnungen sind WEITERHIN ERLAUBT. Der größte Krypto-Konflikt in Washington ist fast beendet”, schrieb der Krypto-Analyst Crypto Rover dazu auf X.
BIG: 🇺🇸 The CLARITY Act fight just got RESOLVED.
Interest on stablecoins BANNED.
Rewards STILL ALLOWED.The biggest crypto battle in Washington is almost over. pic.twitter.com/YWGb3Cd7Ln
— Crypto Rover (@cryptorover) May 15, 2026
Das Verbot ist nur auf regulierten Plattformen wirksam. DeFi-Plattformen, die Zinsen auf Stablecoins zahlen, sind demnach nicht betroffen. Jene werden ihren Nutzern weiterhin Zinsen zahlen.
Warum Bitcoin jetzt auf 79.000 US-Dollar fällt
Der Bitcoin hat eine wechselhafte Woche hinter sich. Erst gestern konnte die Kryptowährung erhebliche Kursgewinne erzielen, nachdem CLARITY im Senat seinen bahnbrechenden Erfolg erzielte. Der Bitcoin-Kurs schoss in wenigen Stunden von 79.200 auf 82.000 US-Dollar – eine Wertsteigerung um rund 3,50 Prozent.
Zum Freitag verzeichnet der Marktführer plötzlich Verluste. Im Tagestrend verwandeln sich die Gewinne in Verluste. BTC liegt zum Redaktionsschluss 2,56 Prozent im Minus und notiert wieder bei 79.200 US-Dollar. Im Wochentrend verliert BTC damit 1,15 Prozent.
Bitcoins sprunghafte Kursentwicklung ist vermutlich ebenso auf die US-Politik zurückzuführen. US-Präsident Donald Trump besuchte China vom 13. bis zum 15. Mai. Laut Medienberichten versäumten es die beiden Präsidenten Trump und Xi Jinping jedoch, eine Einigung im Zollstreit zu finden. Augenscheinlich reagierte der Kryptomarkt negativ auf die ausbleibende Einigung.
Zwar dominieren Verluste aktuell den Kryptomarkt, einige Coins verzeichnen im Wochentrend dennoch erhebliche Gewinne. Dazu zählt Humanity (H) mit 33 Prozent Kursgewinn. H notiert infolgedessen bei 0,23 US-Dollar.
Den zweiten Platz im Wochentrend nimmt Buildon (B) ein. Es handelt sich um einen Memecoin, der eine spezielle Mechanik für Cross-Chain-Trading implementiert. B stieg im Wochentrend um 22 Prozent auf 0,45 US-Dollar.
Den dritten Rang belegt die unabhängige Blockchain Flare (FLR), die sich auf die Verarbeitung von Daten spezialisiert. FLR stieg im Wochentrend um 18,80 Prozent auf 0,0093 US-Dollar.
