Iran reformiert Erdölhandel mittels Bitcoin: Das bewirkt Hormuz Safe

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran setzt auf eine Bitcoin-Versicherung für Transportschiffe im Persischen Golf, der Straße von Hormus und angrenzenden Gewässern.
  • Die Versicherung der Schifffahrt soll einerseits neue Sicherheit in die krisengeplagte Region bringen und dem iranischen Staat andererseits Einnahmen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar ermöglichen.
  • Abgerechnet wird ausschließlich in der Kryptowährung BTC. Die Versicherung mit dem Namen “Hormuz Safe” soll seit zwei Tagen über eine öffentliche Webpräsenz erreichbar sein.

Iran setzt auf Bitcoin-Versicherung: Das steckt dahinter

Der Iran setzt weiterhin verstärkt auf den Bitcoin – das geht aus einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Farsnews hervor. Das Ziel ist es, Schiffen in der Straße von Hormus sowie in angrenzenden Gewässern neue Sicherheit über eine Versicherung zu verschaffen.

Im Bericht bezeichnete man diese neu erdachte Versicherung als “Hormuz Safe”. Die Medienschaffenden reagierten damit direkt auf den Start einer zugehörigen Webpräsenz. Über diese erhalten Reedereien den Zugang zur Versicherung, welche sie ausschließlich mit Bitcoin bezahlen können.

“Die Webseite von “Hormuz Safe” hat damit begonnen, Transportschiffen, welche die Straße von Hormus queren, Versicherungen bereitzustellen”, heißt es dort.

Das Potenzial des Konzepts sei riesig. Die iranische Regierung hält Einnahmen in einem Umfang von mehr als zehn Milliarden US-Dollar für denkbar. Schließlich zählt die Straße von Hormus international zu den wichtigsten Handelsrouten für fossile Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas.

Wegen US-amerikanischer Sanktionen setzt der Iran seit Jahren vermehrt auf Kryptowährungen und Stablecoins. Schon 2017 soll die Regierung der Islamischen Republik erste Berührungen mit Bitcoin unternommen haben, um Sanktionen zu umgehen.

Seither wuchs der Einsatz der digitalen Anlagen stetig. Insbesondere unabhängige, neutrale Kryptowährungen wie der Bitcoin bieten stark sanktionierten Ländern wie dem Iran weitreichende Möglichkeiten. Dank BTC lassen sich digitale Zahlungen abwickeln, ohne dass man dabei auf die zensierbare Infrastruktur US-amerikanischer Firmen setzen muss.

Seit Ende Februar kontrolliert der Iran die Straße von Hormus infolge eines Krieges mit Israel und den USA. Im April führte die Regierung Gebühren für die Querung der Straße ein, deren Bezahlung mittels Bitcoin stattfindet.

Während der Bitcoin seine Bedeutung als potentes Zahlungsmittel unter Beweis stellen konnte, fiel die Nutzung von Stablecoins dem Iran bereits wiederholt auf die Füße. Vor wenigen Wochen verlor die iranische Regierung USDT im Wert von 344 Millionen US-Dollar.

Bereits 2025 kam es zu derartigen Beschlagnahmungen. Eine Wiederholung war absehbar und wurde von Blockchainwelt schon im Januar vorausgesagt. Möglich ist dies durch die Funktionsweise zentralisierter Stablecoins.

Iran setzt auf kryptographische Prüfbarkeit

Dass sich der Iran zunehmend der Vorteile des Bitcoins bewusst wird, lässt sich an den neuesten Meldungen von Farsnews deutlich erkennen. Dabei kommt die öffentliche Nachvollziehbarkeit der Bitcoin-Transaktionen konkret zum Ausdruck. Ob eine Versicherung bezahlt wurde, sei daher kryptographisch prüfbar.

“Rasche, kryptographisch nachvollziehbare Versicherungsverträge werden für Transportschiffe bereitgestellt, die den Persischen Golf, die Straße von Hormus und benachbarte Gewässer durchfahren”, schreibt Farsnews in einer gestern veröffentlichten Meldung.

Die Versicherung trete in Kraft, sobald die Zahlung über die Bitcoin-Blockchain vollständig abgewickelt wurde, setzt Farsnews fort.

Vereinzelt berichten internationale Medienunternehmen, das neue Versicherungsmodell könne das im April gestartete Gebührenmodell für die Querung der Straße von Hormus ersetzen.

Ex-Banker Pius Sprenger hatte dem iranischen Geschäftsmodell im April eine weitreichende Bedeutung zugemessen. Für das Weltreservesystem würden die Bitcoin-Gebühren eine Zäsur darstellen. Für den Niedergang des Petrodollars sei diese Entwicklung womöglich entscheidend.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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