Bitcoin-Reserve in der Schweiz scheitert: Das sagt der Initiator

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Initiative zur Schaffung einer staatlichen Bitcoin-Reserve in der Schweiz scheitert. In anderthalb Jahren ist es misslungen, die nötigen 100.000 Unterschriften einzusammeln.
- Die Initiatoren versprachen sich langfristige Profite durch Bitcoins Kursgewinne, die dem gesamten Land hätten zugutekommen können.
- Der ehemalige Trend rund um staatliche Bitcoin-Investments schwächelt international. Bhutan stößt Bitcoin ab, während den USA weiterhin ein konkretes Konzept fehlt.
Bitcoin-Reserve in der Schweiz scheitert: Das sagt der Initiator
In der Schweizerischen Eidgenossenschaft versuchten Bitcoin-Aktivisten, eine staatliche Bitcoin-Reserve über eine Volksinitiative zu etablieren. Nun scheiterte das Vorhaben. Im Dezember 2024 begonnen, versäumte es die sogenannte Bitcoin-Initiative, rechtzeitig die nötigen 100.000 Unterschriften einzusammeln.
Nur etwa die Hälfte der nötigen Unterzeichnungen sei tatsächlich bei der Initiative eingegangen – rund 50.000 Stück. Was zunächst wie ein erheblicher Erfolg klingt, reichte in der anderthalbjährigen Frist allerdings nicht aus, um die Volksinitiative in eine Volksabstimmung zu verwandeln.
Bei einem Erfolg hätte die Initiative die Schweizer Verfassung so geändert, dass die Zentralbank des Landes – die Schweizerische Nationalbank SNB – Währungsreserven aus Bitcoin hätte anlegen müssen.
Aktuell besteht die Währungsreserve des Schweizer Frankens nur aus Fremdwährungen und Gold. Die SNB hätte nach der Verfassungsänderung einen großen Spielraum genossen. Das Ausmaß der Bitcoin-Reserve hätte sie selbst festgelegt.
Die federführenden Schweizer Aktivisten arbeiten schon seit einigen Jahren auf eine Bitcoin-Reserve in ihrer Heimat hin. Hinter dem Konzept versprechen sie sich eine Teilhabe an Bitcoins langfristiger Wertsteigerung auf staatlicher Ebene. Die Schweiz könne gesamtheitlich profitieren.
“In den letzten Jahren hat sich Bitcoin zu einem bedeutenden geopolitischen Vermögenswert entwickelt, und wir sind überzeugt, dass seine strategische Bedeutung in den kommenden Jahren weiter wachsen wird”, erklärt die Initiative auf ihrer offiziellen Webpräsenz.
“Wir sind der Meinung, dass der Besitz von Bitcoin der Schweiz zugutekommt, ihre Wirtschaft stärkt und ihre Unabhängigkeit schützt.”
Schon 2022 versuchte Luzius Meisser, Förderer der Initiative, die SNB während einer Aktionärsversammlung vom Bitcoin zu überzeugen. SNB-Präsident Thomas Jordan bezeichnete die Kryptowährung für einen Einsatz als Währungsreserve als unzulänglich.
2024 schloss sich Meisser dann dem Konzept des Yves Bennaïm an, der die Bitcoin-Initiative entwickelte.
Ehemaliger Trend um staatliche Bitcoin-Reserven schrumpft
2021 entwickelten sich staatliche Bitcoin-Reserven zu einem der wichtigsten Trends am Kryptomarkt. Damals erklärte der mittelamerikanische Staat El Salvador unter dem innovativen Präsidenten Nayib Bukele den Bitcoin zur offiziellen Landeswährung neben dem US-Dollar.
Gleichzeitig startete El Salvador den Kauf von BTC mit staatlichen Mitteln, die in einer Reserve angelegt wurden. El Salvador ging damit gleich doppelt in die Geschichte ein. Zwei Jahre später – 2023 – wurde durch Zufall bekannt, dass Bhutan über seinen Staatsfonds eine Bitcoin-Reserve anlegt.
Die Reserve wird durch die Einkünfte des Bitcoin-Minings gespeist. Sie entstand bereits 2019 und damit immerhin zwei Jahre vor dem salvadorianischen Äquivalent.
2024 bewarb der US-amerikanische Politiker Donald Trump während seines Wahlkampfs schließlich die Idee der Bitcoin-Reserve, die er in den USA einführen wolle. Trump hatte Erfolg. Die von ihm angestrebte Position als US-Präsident erreichte er zum zweiten Mal. Kurz nach seiner Vereidigung im Januar 2025 eröffnetet er die Bitcoin-Reserve im März 2025 über ein Dekret.
Seither ging es für die staatlichen Bitcoin-Reserven international meist nur noch schleppend voran. El Salvador legt weiterhin Bitcoin an, führt ihn auf Druck des Weltwährungsfonds jedoch nicht mehr als Landeswährung.
Bhutan verkauft große Teile der Reserve, um seine Planstadt GMC zu finanzieren. Die Reserve schrumpfte bereits auf 3.100 BTC – ein Umfang, den Bhutan 2023 überschritten hatte.
Die Bitcoin-Reserve der USA wächst nur durch Konfiszierungen aus Straffällen. Direkte staatliche Investitionen finden bislang nicht statt. Im Oktober 2025 begann Luxemburg als erstes Land der EU über einen Staatsfonds mit Bitcoin-Investitionen.
Die Tschechische Republik erprobt derzeit eine Bitcoin-Reserve. Ein kürzlich präsentierter Zwischenbericht stellt die Kryptowährung als ambivalente Währungsreserve dar.
