Regulated Layer 1: Darum schuf eine Bankengruppe die neue Blockchain

Das Wichtigste in Kürze

  • In der EU startet mit Regulated Layer One eine neue Blockchain, die den europäischen Finanzsektor bedienen soll und auf genossenschaftlichen Werten fußt.
  • 13 verschiedene Banken aus mindestens vier Ländern sind mit dem Projekt bereits involviert. Künftig sollen sich weitere Vertreter der Branche anschließen.
  • Ziel des Netzwerks ist es, moderne Finanzangebote zu ermöglichen. Eine bestehende Marktfragmentierung soll es gleichzeitig beenden.

Regulated Layer 1: Darum schuf eine Bankengruppe die neue Blockchain

Unter dem Namen Regulated Layer One (kurz RL1) stellte eine Gruppe bestehend aus zehn Bankhäusern vor wenigen Tagen eine neue Blockchain vor. Zwei weitere Banken – namentlich Plus KfW und L Bank, unterstützen das Vorhaben.

ABN AMRO, Natixis CIB, DZ BANK, DekaBank, LBBW, Crédit Mutuel, Cecabank, SC Ventures, Seturion, und Chartered Investment starteten die Unternehmung als Gründungsmitglieder, so heißt es in einer Pressemitteilung. Hinter dem Netzwerk steht eine gleichnamige Organisation.

“Regulated Layer One (RL1), Europas neutrales, kooperatives DLT-Netzwerk, das speziell für regulierte Finanzmärkte entwickelt wurde, gibt heute die Gründung einer Europäischen Genossenschaft (SCE) mit Sitz in Luxemburg bekannt”, heißt es darin.

Zeitgleich mit der Genossenschaft habe man demnach auch die Blockchain gestartet. Ihr Ziel sei es, “führende Finanzinstitute zusammenzubringen, um die derzeitige Fragmentierung der Blockchain-Netzwerke im regulierten Finanzsektor zu überwinden”, erklärt man von offizieller Stelle.

Dadurch wolle man “eine neutrale, mitgliedergeführte, europaweite DLT-Plattform für tokenisierte Vermögenswerte, digitales Geld und Anwendungsfälle der nächsten Generation auf den Finanzmärkten schaffen.”

Die Genossenschaft unterhalte aktuell Gespräche zu renommierten europäischen Banken, die künftig am Projekt teilnehmen könnten. Dazu zählt das Unternehmen NatWest, welches bereits erste Tests vornahm.

Henning Vollbehr agiert als Direktor der luxemburgischen Genossenschaft. Zuvor hatte er denselben Posten bei dem Finanzunternehmen SWIAT inne, der mit RL1 eng verwoben ist.

SWIAT, ein Betrieb aus Frankfurt am Main, ist für die technische Entwicklung der Blockchain verantwortlich. Die Entwicklungsarbeit beanspruchte drei Jahre. Die ersten rund 50 Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 700 Millionen Euro konnte das Netzwerks bereits erfolgreich abwickeln.

Künftig möchte man die Blockchain durch die Zusammenarbeit der Genossenschaftsmitglieder weiterentwickeln.

“Die Konzeption und der Betrieb von RL1 als offene, regulierte Infrastruktur versetzt die Mitglieder in die Lage, ihre eigenen digitalen Lösungen und transparenten Protokolle gemeinsam zu entwickeln und zu skalieren und damit die Grundlage für gemeinsame Branchenstandards zu schaffen”, heißt es dazu.

Was RL1 jetzt wirklich besonders macht

RL1 verfolgt das Ziel, die Marktfragmentierung zu beenden. So weit ist das nichts Besonderes. Wiederholt vernimmt man diesen Wunsch in der Blockchainbranche. RL1 könnte gute Chancen haben, diese Absicht tatsächlich in die Realität umzusetzen.

Dabei dürfte nicht nur die bereits bestehende Unterstützung von 13 verschiedenen Banken sein. RL1 ist ein Konglomerat, das sämtlichen Mitgliedern gleichwertige Mitspracherechte einräumt.

“RL1 bietet nicht nur eine gemeinsame Infrastruktur, sondern auch eine kooperative Verwaltung, die die bestehende Marktfragmentierung durch unterschiedliche DLT-Netzwerke überwindet”, beschreibt die Genossenschaft diesen Vorteil.

Durch das Verwaltungssystem stellt man die Zweckhaftigkeit und Offenheit des Systems nachhaltig sicher.

“Die Verwaltung obliegt ausschließlich den Mitgliedern auf der Grundlage gleicher Stimmrechte, wodurch sichergestellt wird, dass keine einzelne Institution oder Gruppe von Netzknotenbetreibern unangemessenen Einfluss auf das Netzwerk ausübt.”

Wie der Name bereits verrät, legt die Genossenschaft einen weiteren Fokus auf die Einhaltung von Finanzregularien. Zu den technischen Hintergründen des Netzwerks gibt es bisher kaum Informationen. Es handelt sich um eine eigenständige Blockchain.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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