CLARITY: US-Senat stimmt über Krypto-Gesetz ab: Das ist zu erwarten

Das Wichtigste in Kürze
- Die erste Abstimmung des gesamten US-Senats über das Krypto-Gesetz CLARITY findet am heutigen Dienstag um 20.00 Uhr deutscher Zeit statt.
- Der Ausgang der Wahl entscheidet, ob CLARITY zeitnah behandelt wird. Die Republikaner streben derzeit eine rasche Einigung mit den Demokraten an, um das Gesetz noch vor den Zwischenwahlen im November zu verabschieden.
- Der CLARITY Act gilt als wichtigstes Krypto-Gesetz in den USA. Auch international könnte es sich auf den Markt auswirken.
CLARITY: US-Senat stimmt am Dienstag über Krypto-Gesetz ab
Der US-Senat bringt das Krypto-Gesetz CLARITY erneut auf den Tisch. Am heutigen Dienstag stimmen die Abgeordneten über die weitere Behandlung des Gesetzesentwurfs ab, berichtet Eleanor Terrett. Ist die Abstimmung erfolgreich, so bearbeiten sie den Entwurf weiterhin. Bei einem negativen Ausgang würde das Gesetz verworfen.
Die Abstimmung beschäftigt sich also nicht mit den Details des Gesetzes oder dessen Verabschiedung, sondern legt zunächst nur fest, ob sich der Senat weiterhin mit ihm auseinandersetzt.
Der CLARITY Act gilt als wichtigstes Gesetz für die Kryptobranche in den USA. Über ihn strebt die amtierende Trump-Regierung eine breite Öffnung des Staates gegenüber Kryptowährungen an. Diese Rolle ist unter vielen Szenegrößen anerkannt.
So äußerten etwa Brian Armstrong von Coinbase, Charles Hoskinson von Cardano und Changpeng Zhao von Binance ihre Unterstützung.
Weil sich der Entwurf bereits seit September 2025 in der Bearbeitung des Senats befindet, gilt dessen Erfolg inzwischen als zweifelhaft. Das Oberhaus des US-Bundesparlaments konnte noch keine Einigung erzielen. Das Unterhaus verabschiedete seine Fassung bereits im Juli 2025.
Die Einigung im Senat scheiterte an den konkreten Vorstellungen der Politiker. Die Fassung des Unterhauses räumt Krypto weite Freizügigkeiten ein, die im Oberhaus auf Ablehnung trafen.
So sehen einige Senatoren striktere Regeln vor – etwa bezüglich DeFi, aber auch in Bezug auf die persönlichen Anlagen von Behördenvertretern. Ein großer Knackpunkt ist die Regelung von Stablecoins.
Bankhäuser nahmen Einfluss auf den Senat und verhinderten in einer vorläufigen Fassung des Gesetzes den Einsatz von Stablecoins als Sparkonto.
Das können Anleger jetzt vom Senat erwarten
Offen bleibt, ob sich der Senat endlich einigen könnte, wenn der CLARITY Act neu verhandelt würde. Zur Verabschiedung des Gesetzes sind 60 von 100 Zustimmungen nötig. Die Republikanische Partei besetzt jedoch nur 53 Sitze. Die Opposition gilt dem Gesetz gegenüber als besonders kritisch.
Erstmals deutet die heutige Abstimmung auf die generelle Stimmung im Senat hin. Bislang fand keine vollständige Abstimmung des Senats über CLARITY statt. Das Gesetz hielt sich lediglich in den Fachkomitees für Banken und Landwirtschaft auf.
Am 14. Mai verabschiedete das Bankenkomitee eine Fassung des Gesetzes und platzierte eine Abstimmung im Kalender des Senats, die später verschoben wurde. Eine vollständige Entscheidung scheiterte, weil der Senat andere Gesetze bevorzugt behandelte.
Um eine rasche Einigung vor den Zwischenwahlen zu erzielen, möchte Trump einen Konsens mit der Opposition erzielen. Er zeigt sich daher für strenge Ethik-Regeln offen, wie Senatorin Cynthia Lummis über X bekannt gab, und will so eine Einigung im Senat vorantreiben.
“Nach einem Jahr intensiver täglicher parteiübergreifender Verhandlungen liegt dieser Gesetzentwurf nun vor. Hier ist der endgültige Wortlaut”, schrieb Lummis gestern und präsentierte einen Gesetzestext, bei dem es sich um einen Kompromiss handeln soll.
“Präsident Trump hat freiwillig neuen ethischen Bestimmungen zugestimmt, die alle auf Bundesebene gewählten Amtsträger, Richter und deren Ehepartner an einige der strengsten ethischen Auflagen in der Geschichte der USA binden”, setzte sie fort.
After a year of intense daily bipartisan negotiations, this bill is ready. Here is the final text. President Trump voluntarily agreed to new ethics provisions holding every federally elected official, judge, and their spouses to some of the toughest ethics restrictions in U.S.…
— Senator Cynthia Lummis (@SenLummis) September 14, 2026
Eine Einigung ist dennoch fraglich. Gerüchten zufolge sollen die Demokraten bereits einen Gegenvorschlag entwerfen. Lummis’ Fassung enthält Vorschriften für DeFi-Anwendungen, die von den Demokraten angestrebt werden, deren praktische Machbarkeit aber stark zweifelhaft ist.
Trotz der Annäherung der Republikanischen und der Demokratischen Partei sind Spekulanten auf Polymarket weiterhin vom Misslingen des Gesetzes überzeugt.
Nach der Wahl müsste der Senat eine Fassung des Gesetzes mehrheitlich verabschieden, die das Repräsentantenhaus dann ebenfalls bestätigen müsste. Eine erfolgreiche Verabschiedung könnte sich erheblich auf die Kursentwicklung von Bitcoin und Co. auswirken.


