Mercedes-Benz entwickelt Blockchain zur Supply Chain Optimierung

Die deutsche Automobilmarke Mercedes-Benz, welche zum Daimler-Konzern gehört, hat eine Blockchain-basierte Plattform entwickelt. Aus einer Pressemitteilung vom 25. Februar 2019 geht hervor, dass diese  vor allem die Transparenz und Nachhaltigkeit in komplexen Supply Chains erhöhen soll. 

Mercedes-Benz Stern
Mercedes-Benz Stern

Mercedes-Benz möchte die markenspezifische Supply Chain optimieren

Die deutsche Daimler AG ist mit den Marken Mercedes-Benz, Maibach, Smart sowie weiteren Mobilitätsmarken einer der größten Automobilhersteller Deutschlands. Insbesondere Mercedes-Benz gehört zu den wertvollsten Marken der Welt. Am 25. Februar 2019 verkündete das Unternehmen eine Partnerschaft zwischen Mercedes-Benz sowie dem amerikanischen Software-Unternehmen Icertis. Beide Unternehmen werden gemeinsam an der Entwicklung einer gemeinsamen Blockchain-Plattform zur Optimierung der Supply Chain arbeiten. 

Aus der veröffentlichten Pressemitteilung geht hervor, dass beide Unternehmen gemeinsam die Entwicklung und Programmierung eines Prototyps auf Basis der Blockchain-Technologie vorangetrieben haben. Die neue Plattform ermöglicht die Speicherung von Dokumenten und Verträgen, welche im Zuge komplexer Supply Chains abgeschlossen wurden. Durch dieses Projekt soll vor allem eine transparente und nachhaltige Übersicht über sämtliche Formulare der Supply Chain gewährleistet werden. Mercedes-Benz und Icertis haben beide eine Projektphase erreicht, in der der Test des Prototyps forciert werden muss. 

Wilko Stark, ein hochrangiger Manager von Mercedes-Benz bestätigte im Rahmen eines Interviews die Komplexität in der Lieferbranche. Allerdings merkte der Manager auch an, dass die Blockchain-Technologie einen großen Einfluss auf die gesamte Wertschöpfungskette haben könnte. Dabei merkte Stark an, dass die Blockchain-Technologie das Potenzial besitzt, den Beschaffungsprozess nachhaltig zu verändern. Mithilfe des aktuellen Blockchain-Prototyps möchte Mercedes-Benz testen, wie die Transparenz im Zulieferermarkt gesteigert werden kann. In Zukunft werden weitere Applikationen folgen, welche ebenfalls eine Verbesserung der Verhältnisse bewirken sollen. 

Die Blockchain-Technologie besitzt das Potenzial den Beschaffungsprozess nachhaltig zu verändern.

Wilko Stark, Mercedes-Benz Manager

Relevanz der Blockchain-Technologie im Automobilsektor nimmt zu

Bisher waren die Bemühungen zur Adaption der Blockchain-Technologie aus Richtung der Automobilbranche vergleichsweise verhalten. Die Hersteller haben sich punktuell an erste Blockchain-Projekte gewagt, ohne das es nachhaltige Einflüsse gab. Insbesondere die Aufnahme frischen Fremdkapitals wurde durch Daimler und Continental mithilfe der Blockchain-Technologie veranlasst. Hierbei kamen virtuelle Tokens, welche an die Investoren verkauft wurden, zum Einsatz. 

Zudem gab die Porsche AG, die wohl renditestärkste Marke aus dem Volkswagen Konzern, am 26. September 2018 bekannt, dass das Unternehmen einen stärkeren Fokus auf die Blockchain-Technologie legen werden. Insbesondere Investitionen in Unternehmen mit einem Fokus auf die Distributed-Ledger-Technologie sollten entsprechendes Know-How akquirieren und das Unternehmen dabei unterstützen, den Anschluss an neue Trends, aufstrebende Technologien und Geschäftsmodelle nicht zu verlieren. 

Bereits zu Beginn des Monats gab die Itochu Corporation, eines der größten japanischen Handelsunternehmen, offiziell bekannt, dass es ein Konzept zur Entwicklung eines Blockchain-basierten Systems fertiggestellt hat. Dieses System soll die Nachverfolgbarkeit von Produkten aus der Sicht von Käufern und Verkäufern verbessern. Die gesamte Applikation soll mithilfe eines Smartphones bedient werden.