Mastercard erhält Patent für anonyme Transaktionen

Mastercard hat ein neues Patent mit Bezug auf die Blockchain-Technologie erhalten. Im Zuge des Patents beschreibt Mastercard eine Methode, welche zur Anonymisierung von Transaktionen im Zahlungsverkehr dient.

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Mastercard möchte anonyme Transaktionen mithilfe der Blockchain-Technologie ermöglichen

Mastercard galt vor allem zu Beginn als Gegner der Blockchain Technologie. Doch diese Haltung hat sich in den vergangenen Jahren und Monaten grundlegend gewandelt und das Unternehmen reicht zunehmend neue Patente mit einem Bezug zur Blockchain-Technologie ein. Jüngst erhielt Mastercard ein Patent vom US-amerikanischen Patent- und Markenamt zugesprochen, in welchem eine Methode zur Anonymisierung von Transaktionen beschrieben wird. Dabei weicht die Methode stark von den bisherigen Möglichkeiten ab, welche beispielsweise von Monero angeboten werden.

Dabei soll entwickelte Methode auf einen oder mehrere intermediäre Adressen setzen und somit die Quelle und das Ziel der Transaktion verschleiern. Insgesamt soll dieser Ansatz dazu beitragen, dass die Anonymität der einzelnen Entitäten im Rahmen von Blockchain-Transaktionen verborgen und gesichert werden.

Die vorgestellte technische Lösung beinhaltet dabei eine Reihe von Anonymisierungsanfragen, sodass die eigentliche Transaktion anonymisiert werden kann. Hierdurch werden auch die entsprechenden Konten, welche an den Transaktionen beteiligt sind, verschleiert. Für die Nutzer werden die Transaktionen im eigenen Account auf wenige ausgewählte Konten referenziert. Diese Konten werden sämtliche Transaktionen im Netzwerk veranlassen, sodass eine Nachverfolgung des Senders oder Empfängers schlichtweg nicht mehr ermöglicht wird. Um die Anonymität zu gewährleisten, werden zahlreiche Transaktionen zur gleichzeitigen Ausführung gebracht und mithilfe der Blockchain-Technologie vermischt. Laut Mastercard würde somit gewährleistet werden, dass eine Auswertung der Transaktionen keine Rückschlüsse auf die beteiligten Parteien erlauben würde.

Kryptowährungen - Bitcoin, Ethereum, Ripple
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Mastercard sieht in Transparenz der Blockchain eine Herausforderung

Des Weiteren hebt Mastercard hervor, dass viele Nutzer auf Bitcoin und andere Kryptowährungen setzen, um von der hohen Anonymität zu profitieren. Dabei hebt das Unternehmen jedoch auch hervor, dass die Transparenz eines der entscheidenden Merkmale der Distributed-Ledger-Technologie ist. Dementsprechend liegt es in der Natur eines nicht manipulierbaren Ledgers, dass jede abgeschlossene Transaktion nachvollzogen werden kann. Grundsätzlich könnten alle Transaktionen einer Blockchain bis zum Genesis-Block zurückverfolgt werden.

Dieser Ansatz steht in einem starken Widerspruch zu einem oft gewünschten Ziel, welches durch die Nutzung der Blockchain-Technologie erreicht werden soll – die Anonymität. Sollten Daten einer Blockchain ausgewertet werden, so haben die Analysten die Möglichkeit Informationen über den Kontoinhaber oder zumindest über dessen geografische Lokation zu erhalten. Auch die Interessen sowie Gewohnheiten im Zahlungsverkehr werden somit offensichtlich. Im Rahmen des Patents hebt Mastercard deshalb hervor, dass klassische Blockchains Informationen über den veranlassenden sowie den empfangenden Account aufführen müssen, um die Konsistenz des Ledgers zu gewährleisten. Hierdurch entsteht ein theoretisches Problem gegensätzlicher Interessen innerhalb der Technologie.

Grundsätzlich muss angemerkt werden, dass Mastercard nicht das erste Unternehmen ist, welches die Limitationen der Anonymität innerhalb von Blockchain-Systemen adressiert. Insbesondere Zcash und Monero, zwei bekannte Kryptowährungen, sollen dieses Problem ebenfalls lösen. Hierfür setzt Zcash auf sogenannte Zero-Knowledge-Proofs. Dieser alternative Algorithmus sorgt dafür, dass alle involvierten Parteien einer Transaktion eine Validierung vornehmen können. Dabei muss eine Partei nur über wenige Informationen verfügen, diese aber nicht zur Verfügung stellen. Monero setzt dahingegen auf sogenannte „Stealth Adresses“. Diese maskieren die Identitäten der Nutzer, indem eine einmalige Zufallsadresse für die Transaktion generiert wird.