Hard Fork und Soft Fork | Definition und Erklärung

Hard Fork und Soft Fork sind wichtige Bestandteile der Blockchain-Technologie. Die Blockchain von Bitcoin befindet sich am Limit ihrer Kapazitäten. Etwa alle zehn Minuten wird ein neuer Block erstellt, der zahlreiche Daten zu unzähligen Transaktionen in sich trägt. Mithilfe der Blöcke kann überprüft werden, ob eine Transaktion gültig ist. Diese Blöcke dürfen auf der Blockchain von Bitcoin höchstens ein Megabyte groß sein. Um diese Restriktion zu umgehen, kommen eine Hard Fork oder eine Soft Fork in Frage. Wo liegen denn nun die Vor- und Nachteile einer Hard Fork und einer Soft Fork?

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Bitcoin – die erste digitale Währung

Grundproblematik der Blockchain

Eine nachträgliche Veränderung der Blockchain ist nicht möglich. Auch das Hinzufügen neuer Blöcke ist ein Kraftakt, der nur mit der Rechenpower diverser Computer bewältigt werden kann. Wenn jedoch einmal Daten in der Blockchain gespeichert wurden, so kann die Information als korrekt angesehen werden. Im Schnitt wird innerhalb dieses Systems alle zehn Minuten ein neuer Block hergestellt. Damit die Blockchain stabil und ausgeglichen bleibt, steigt die Schwierigkeit zur Berechnung von Blöcken regelmäßig. Wenn die Grenze der möglichen Transaktionen erreicht wird, kann es zu hohen Kurseinbrüchen kommen. Bei Bitcoin ist dies bereits passiert, weshalb eine Vergrößerung der Blöcke vorgesehen ist.

Was geschieht bei einer Hard Fork?

Eine Hard Fork ist im Gegensatz zur Soft Fork eine Möglichkeit für Änderungen in der Blockchain, die nicht kompatibel mit den alten Blöcken ist. Alte Clients verstehen diese Änderung im Protokoll nicht und verwerfen im Zweifel die einzelnen Transaktionen oder ganze Blöcke. Das Paradebeispiel für eine Hard Fork ist eine Änderung der Blockgröße. Ein Block, der auf der Blockchain von Bitcoin größer als ein Megabyte ist, wird von den aktuellen Clients als fehlerhaft angesehen und damit verworfen. Die Befürworter der neuen Blockgröße können somit nicht einfach die großen Blöcke an alle Clients senden, sondern müssen dafür sorgen, dass diese auch akzeptiert werden. Dies ist nur möglich, wenn genügend Teilnehmer gefunden werden können, welche die entsprechend angepasste Mining-Software verwenden.

Eine Änderung der Größe des Protokolls ist technisch vergleichsweise einfach durchzuführen. Die Problematik steckt vielmehr darin, einen Großteil der Community von der neuen Blockgröße zu überzeugen, damit diese bei der Umsetzung akzeptiert wird. Bei der Hard Fork wird dabei nach einem bestimmten Block, der im Vorhinein festgelegt wurde, das neue System eingeführt. Dadurch entstehen zwei unterschiedliche Blockchains: Die erste Blockchain führt das alte System weiter und verweigert die Aufnahme der veränderten Blöcke. Die zweite Blockchain wiederum akzeptiert nur die neuen Blöcke und lässt die alten nicht mehr zu. Die zwei Blockchains teilen sich eine gemeinsame Vergangenheit, gehen jedoch nach der Spaltung getrennte Wege.

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Bitcoin Blockchain: Hard Fork @https://commons.wikimedia.org

Mögliche Konsequenzen einer Hard Fork

Eine Hard Fork ist ein schwieriges Unterfangen, da sie die Unterstützung der Community benötigt. Bei einer fehlenden Miner-Unterstützung ist die Hard Fork gescheitert, da ohne sie keine Transaktionen weitergeleitet werden. Ein Fehlschlag wäre ebenso eine fehlende Benutzer-Unterstützung: In diesem Szenario benutzen sämtliche Nutzer, Börsen und Händler die alte Version, wodurch sich das Belohnungssystem der Miner nicht mehr rentieren würde. Dementsprechend ist es im Sinn der Miner, wenn viele Benutzer hinter dem neuen System stehen. Bei einer großen Minderheit der Miner würde es dazu kommen, dass die „geschürften“ Coins nur innerhalb des kleinen Kreises an Befürwortern in Fiat-Währungen getauscht werden kann, wodurch die Nachfrage nur gering wäre und der Preis der generierten Coins einbrechen würde.

Das ungünstigste Szenario wäre, wenn beide Protokolle aktiv verwendet werden und daher parallel nebeneinander laufen. Dadurch würde beispielsweise neben Bitcoin eine zweite Währung entstehen. So ein Fall ist bereits zweimal eingetreten, einmal wurde Bitcoin Cash und einmal Bitcoin Gold geschaffen, die parallel neben Bitcoin existieren. Damit eine Abspaltung vermieden werden kann, muss Konsens sowohl unter den Minern als auch Usern bestehen. Dies in der Praxis zu erreichen ist allerdings schwierig, da sämtliche Blockchain-Teilnehmer auf ihren eigenen wirtschaftlichen Vorteil bedacht sind und sich durch die Hard Fork einen Vorteil gegenüber den anderen Marktteilnehmern erhoffen.

Nachteile der Hard Fork

  • Mögliche Kursschwankungen
  • Verunsicherung unter den Investoren
  • Wirtschaftliche Einbußen

Was ist eine Soft Fork?

Bei einer Soft Fork ist das Risiko einer Abspaltung um einiges geringer als bei einer Hard Fork. Die Herangehensweise der Soft Fork wird häufig verwendet, um die Blockchain upzudaten. Zwei bekannte und erfolgreiche Soft Forks der Blockchain von Bitcoin sind BIP 66, bei dem die Validierung der Signaturen überarbeitet wurde oder auch P2SH, bei dem die Formatierung der Wallet-Adressen geändert wurde. Durch die Soft Fork werden sämtliche Blöcke, die noch die alten Eigenschaften aufweisen, abgewiesen. Dies funktioniert bei der Soft Fork allerdings nur, wenn die Community und die Miner hinter der Änderung stehen. Dissens würde ansonsten zur Abspaltung führen, also zu einer zweiten Kryptowährung.

Was passiert bei einer Abspaltung von der Blockchain?

Bitcoin wurde im letzten Jahr bereits zweimal aufgespalten. Die Angst der Investoren war vor der ersten Spaltung stark spürbar: Es kam zu enormen Kursschwankungen. Die Befürchtungen der Investoren waren jedoch unbegründet, denn die Abspaltung von Bitcoin und Bitcoin Cash führte zu einem Gewinn sämtlicher Marktteilnehmer. Bei der Teilung wurde allen Investoren die neue Währung 1:1 zur Verfügung gestellt. Wenn ein Nutzer also zwei Bitcoin in seinem Portfolio hatte, dann wird ihm der gleiche Betrag in der neuen Währung gegeben. Die Zukunft von Bitcoin wird aber auch nach den zwei Hard Forks spannend bleiben: Bereits im November 2017 steht die nächste Hard Fork an, die allerdings nicht zur Spaltung der Blockchains führen soll, da die Erweiterung von allen wichtigen Minern und Nutzern unterstützt wird.