Commerzbank verfolgt spezielle Blockchain Strategie

Business-Blockchains gewinnen immer mehr an Bedeutung. Damit sie im Wettbewerb nicht auf der Strecke bleiben, geraten Banken immer mehr unter Druck, sich den neuen Umständen anzupassen. Die Commerzbank geht dabei jedoch ganz eigene Wege.

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Commerzbank

 

Die Commerzbank AG und ihre Konsortium-Sammlung

Die meisten Banken versuchen seit dem Einzug der Blockchain auf dem Finanz- und Unternehmensmarkt die Angebotslage auszutarieren, um das ideale Protokoll auszuwählen und ein Proof-of-Concept zu erstellen. Bei der Commerzbank sieht die Lage etwas anderes. Statt eine Lösung zu wählen entscheidet sich das Unternehmen gleich für fünf Protokolle:

  1. MultiChain
  2. BigChainDB
  3. Hyperledger Fabric
  4. R3
  5. Enterprise Ethereum Alliance (EEA)

Wer jedoch nun annimmt, dass die Commerzbank eine Vorauswahl trifft, um sich am Ende doch für eine Plattform zu entscheiden, der irrt. Viel mehr ist das Unternehmen der Überzeugung, dass es keine einzelne Blockchain-Lösung geben kann und in Zukunft die Interkonnektivität von vielen Protokollen zielführender und effizienter sein werden. Besonders wenn die Interoperabilität zwischen den Plattformen in den nächsten Jahren durch den Fortschritt der Technologie zunehmen wird.

Commerzbank bringt sich in die Entwicklung ein

Schon sehr früh hat sich die Commerzbank AG als eines der größten Finanzhäuser Europas dazu entschieden, nicht nur die Protokolle und Plattformen zu nutzen, sondern sich selbst an der Entwicklung zu beteiligen. Sie waren in der Vergangenheit bereits an der Entwicklung von zwei Blockchain Proof-of-Concepts beteiligt, die speziell auf finanzorientiertes Traden ausgerichtet sind. Dazu zählt die Batavia-Plattform von Hyperledger Fabric und Marco Polo, das auf R3s Corda Plattform aufgebaut ist.

Doch die Commerzbank wirkt nicht nur bei anderen Protokollen mit, sondern hat sich frühzeitig dazu entschieden eine interne Entwicklung mit einem eigenen Blockchain-Labor einzurichten. Während es vor einigen Jahren nur 5 Entwickler waren, sind es heute bereits 23, die in dem internen Labor an der Forschung und Entwicklung von Blockchain-Protokollen arbeiten. Zur Vertiefung ihres Wissens ging das Unternehme sogar soweit einige ihrer eigenen Entwickler in das Entwickler-Team von Corda einzubringen.

 

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Logo von Ethereum

 

Eintritt in EEA wichtig für die Zukunft

Obwohl die Commerzbank in Sachen Blockchain-Anwendung eine für Banken untypischen Weg einschlägt, haben sie am Ende doch das gleiche Ziel. Bei der Wahl der verschiedenen Protokolle ist ihnen wichtig darauf zu achten, die Verbindung zu anderen Finanzinstituten und Unternehmen aufrechterhalten zu können. Andernfalls wären Handel und Geldfluss stark eingeschränkt. Daher war der Schritt der Enterprise Ethereum Alliance (EEA) beizutreten umso wichtiger.

Die EEA ist ein Konsortium, das über 500 Start-ups, Finanzinstitute, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Organisationen zusammenbringt. Selbst einige Zentralbanken gehören dem Konsortium an. Ziel der EEA, die 2017 gegründet wurde, war es einheitliche Standards und Tools für das Ethereum-Protokoll zu entwickeln und die Anwendung für Unternehmen zu erleichtern. Dabei geht es besonders um branchenübergreifende Lösungen. Ein Anliegen, dass die Commerzbank ebenfalls stark begrüßt.