Autodesk CEO Andrew Anagnost | Blockchain zur Korruptionsbekämpfung

Andrew Anagnost, der CEO des amerikanischen Design-Software-Entwicklers Autodesk, sieht in der Blockchain-Technologie eine Möglichkeit zur Bekämpfung von Korruption im Konstruktionsmarkt. Aus einem Interview geht hervor, dass der Manager einen rapiden Rückgang von Korruptionsfällen sowie einen Zuwachs beim Vertrauen der Kunden erwartet.

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Autodesk CEO sieht enormes Potenzial bei der Blockchain-Technologie

Aus einem Bericht vom 19. November 2018 geht hervor, dass der Autodesk CEO Andrew Anagnost ein enormes Potenzial beim Einsatz der Blockchain-Technologie im Konstruktionsmarkt sieht. Der CEO verdeutlichte, dass die Technologie das generelle Korruptionspotenzial in der Branche senken und somit das Vertrauen der Marktteilnehmer stärken könnte. Im Rahmen der diesjährigen Autodesk University Konferenz in Las Vegas teilte der Manager diese Einschätzung mit zahlreichen Journalisten. Vor allem im Bereich des 2D- und 3D-Designs gilt Autodesk als einer der etablierten Softwareanbieter. Das Unternehmen wurde in 1982 gegründet und adressiert mit den eigenen Produkten Architekten, Ingenieure, Industriekonzerne, Medien und Unterhaltungsunternehmen.

Laut Anagnost hat das Unternehmen bereits erste Gedanken zur Implementierung der Blockchain-Technologie in den eigenen Software-Produkten. Bisher hat das Unternehmen allerdings noch kein öffentliches Statement zu diesen Gedankengängen getätigt. Dabei hat vor allem die „Architecture, Engineering & Construction Collection”(AEC), welche als Software-Bundle verkauft wird, eine beeindruckende Entwicklung verzeichnet. So hat sich Autodesk in der Vergangenheit auf die Entwicklung eines Building Information Modelling (BIM) konzentriert, welches Professionals aus dem Bereich AEC die Möglichkeit zum Planen und Verwalten umfangreicher Projekte bietet. Doch der angestrebte Wandel trägt dazu bei, dass das Unternehmen nun größere Datenmengen in einer Cloud hosten muss. Hierdurch sollen die Kunden die Möglichkeit zur gegenseitigen Kooperation erhalten. Dabei ergibt sich allerdings auch eine bessere Nachverfolgbarkeit sowie einen optimierten Haftungsumfang.

Blockchain wird das Vertrauen steigern

Der große Vorteil (siehe Video) der Blockchain-Technologie liegt laut Anagnost und anderen Autodesk-Vertretern in der besseren Vertrauensbildung. Vor allem die Verteilung der Blockchain (Was ist Blockchain?) sowie der Trusted Ledger tragen dazu bei, dass die gespeicherten Daten stets nachvollziehbar gespeichert werden und nicht veränderbar sind. Insbesondere in einer Branche, in der zahlreiche Unternehmen in Projekte involviert sind, kann durch diese vertrauenswürdige Basis profitieren.

Zudem arbeitet Autodesk an einem digitalen Treuhändersystem, welches ebenfalls auf die Etablierung eines vertrauenswürdigen Rahmens setzt. Doch neben dem Vertrauen müsse auch die Korruption im Markt adressiert werden, denn diese ist laut Anagnost keine Seltenheit in der Konstruktionsbranche. Demnach tragen vor allem die hohen Millionenbeträge dazu bei, dass Menschen nach Lücken im System suchen und diese ausnutzen. So werden regelmäßig Ressourcen entwendet, Gelder veruntreut oder für unangebrachte Ausgaben genutzt.

Allerdings gibt es eine entscheidende Herausforderung bei der Etablierung der Blockchain-Technologie, denn vor allem diejenigen Personen, die auf Korruption setzen und gegen eine öffentliche und transparente Dokumentation sind, werden eine Etablierung dieser Distributed Ledger Technologie erschweren. Demnach sei es normal, dass Gutachter und Konstrukteure nur eine unzureichende Dokumentation gewährleisten. In einigen Fällen wird eine Dokumentation mitsamt Bildern und Hinweisen geführt. Der Regelfall sieht jedoch das genaue Gegenteil vor, sodass eine Dokumentation schlichtweg nicht gegeben ist. Aus diesem Grund profitieren Unternehmen mit guten Beziehungen, während andere Unternehmen benachteiligt werden. Sobald diese Herausforderung durch den Einsatz einer neuen Technologie überwunden werden kann, wird auch das allgemeine Vertrauen in die Konstruktionsbranche zunehmen.