Thailand | Blockchain für Urheberrecht, Landwirtschaft und Finanzwesen

Das thailändische Ministerium für Handel hat mit Untersuchungen der Blockchain-Technologie begonnen. Aus einem Bericht vom 9. Oktober 2018 geht hervor, dass das Ministerium aus Thailand erforschen möchte, ob sich die Technologie in den Bereichen Urheberrecht, Landwirtschaft oder Finanzhandel einsetzen lässt.

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Flagge von Thailand @wikimedia.org

Tests werden mit britischer Botschaft durchgeführt

Aus dem Bericht vom 9. Oktober geht hervor, dass das thailändische Ministerium für Handel die Untersuchungen im Zusammenspiel mit der britischen Botschaft durchführen wird. Dies wurde durch einen Vertreter des thailändischen Trade Policy and Strategy Office (TPSO), Pimchanok Vonkorpon, bestätigt. Des Weiteren wurde bestätigt, dass das Ministerium herausfinden möchte, ob eine dezentralisierte Lösung die Wettbewerbsfähigkeit und Glaubwürdigkeit Thailands steigern kann. Sämtliche Untersuchungen sollen die Auswirkungen auf kleine Unternehmen fokussieren.

Laut Vonkorpon werden sämtliche Durchführungsstudien auch die Etablierung digitaler Identitätsnachweise, IP-Registrierungsmanagement und Sicherheit beinhalten. Dabei sollen sämtliche Funktionalitäten mittels Smart Contracts gewährleistet werden. Des Weiteren hat die TPSO angekündigt, dass sie eine Sandbox bereitstellen wird. Hierbei soll die Technologie in der Reisexportindustrie angewendet werden.

Thailand – Blockchain soll gesamte Lebensmittellieferkette optimieren

Aus dem Interview geht auch hervor, dass sich die lokalen Reisbauern über das Exportgeschäft beklagt haben. Beim Reisexport befinden sich die versendeten Lebensmittel durchschnittlich 15 bis 20 Tage auf dem Versandweg. Zudem werden rund sieben Regierungsbehörden bei der Abwicklung involviert, sodass zusätzliche Kosten für die Landwirte entstehende. Aus diesem Grund könnte eine Blockchain-basierte Lösung die Zeiten beim Versandgeschäft reduzieren. Experten erwarten eine Reduktion der Versandzeit auf drei Tage sowie eine Vertrauenssteigerung bei der gesamten Lieferkette.

In der Vergangenheit zeigte sich, dass viele Unternehmen einen Fokus auf die Optimierung der Lebensmittellieferkette legen. Mit IBM hat bereits ein etabliertes IT-Unternehmen eine Blockchain-basierte Lösung namens Food Trust veröffentlicht. Diese Blockchain wurde bereits von etablierten Einzelhändlern wie Walmart und Carrefour implementiert. Das Food-Trust-System ermöglicht die Nachverfolgung von Lebensmittellieferungen von der Produktionsstätte bis zum Ladenregal. Zudem können Händler mithilfe von Food Trust schneller auf Widerrufe von Kunden reagieren und das Problem in der Lieferkette identifizieren.

Zudem erforscht auch die thailändische Finanzindustrie die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie. So wurde jüngst bekannt, dass die „Thai Bond Market Association“ ein reges Interesse in der Etablierung der Blockchain besitzt. Die Organisation hat eine neue Service-Plattform etabliert, die eine schnellere Zeichnung neuer Bonds ermöglichen soll. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Dauer bis zur Aufsetzung eines neuen Bonds von sieben bis 15 Tage auf drei bis vier Tage reduziert werden soll. Im Endeffekt würden die Kosten für die thailändischen Banken drastisch reduziert werden.

Im September hat die Kasikornbank, die viertgrößte Bank Thailands, eine Partnerschaft mit Visa B2B Connect bekannt gegeben. Im Rahmen der Partnerschaft sollen neue Lösungen für grenzübergreifende Zahlungen etabliert werden. Des Weiteren soll die Blockchain-Plattform die Sicherheit der einzelnen Transaktionen steigern.