TDEX – Liquid Network nun auch für DeFi verfügbar

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Am Monat hat die erste dezentralisierte Börse, welche auf dem Liquid-Netzwerk basiert, ihre Pforten geöffnet. Das Projekt TDEX befindet sich nun offiziell in der Alpha-Phase und ermöglicht interessierten Nutzern sogenannte Ad-hoc-Swaps. Dieser Ansatz ist bis dato einzigartig und könnte DeFi nachhaltig beeinflussen. Dabei kommt die neue dezentrale Exchange komplett ohne Intermediäre und komplexe mathematische Formeln aus.

TDEX – die erste Exchange aus Basis des Liquid Network

Es ist offiziell, die von Sevenlabs entwickelte, dezentrale Exchange TDEX befindet sich in der Open-Alpha-Phase. Dabei gibt es einige Besonderheiten, die das Projekt besonders machen. Einerseits ist hervorzuheben, dass die Entwickler von Sevenlabs nicht nur für die Arbeit an TDEX bekannt sind. Vielmehr agiert das Unternehmen als Beratungs- und White-Label-Dienstleister. Zusätzlich basiert TDEX auf dem von Blockstream entwickelten Liquid Network.

Die Exchange ist für die Automated Market Maker, die derzeit führend beim Volumen der On-Chain-Börsen sind, ein ziemlich einzigartiger Ansatz. Die Grundlage für diesen einzigartigen Ansatz ist das TSWAP-Protokoll, welches atomare Ad-hoc-Swaps ermöglicht. Auf diese Weise können zwei Parteien einen Trade abwickeln, ohne einen Zwischenhändler in Form eines Intermediäres zu involvieren.

Außerdem gibt es bei TDEX keine mathematischen Formeln, die einen bestimmten Kurs am Markt erzwingen – dies ist ein direkter Gegensatz zu AMM.

„TDEX überlässt dem Liquiditätsanbieter die volle Kontrolle über die Verwendung einer Festpreisstrategie oder das Hinzufügen externer Preisfeeds sowie kundenspezifischer Handelslogik. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Bereitstellung von Liquidität auf der Plattform wahrscheinlich stärker involviert ist als auf anderen Plattformen.“ – Claudi Levrini, CEO von Sevenlabs.

Atomare Swaps als Möglichkeit zum Austausch von Assets

Die große Besonderheit von TDEX sind die atomaren Swaps. Diese dienen als dezentrale Methode, um Assets auf Bitcoin sowie anderen Blockchains auszutauschen. Allerdings unterlagen die atomaren Swaps bisher einer natürlichen Begrenzung. Durch die Vorschläge von Taproot und Schnoor könnte sich dieser Status Quo nun ändern – die Mechanismen könnten einfacher werden.

Geht es nach Adam Back, dem CEO von Blockstream, dann ist TDEX ein aufregendes Beispiel für die stark wachsende Zahl von DeFI-Lösungen, welche auf Liquid basieren. Laut Back werden diese Lösungen auch gerne als LiFi bezeichnet. Dabei müssen Nutzer aber die hohe Zentralisierung auf Liquid etwas kritischer hinterfragen. Hervorzuheben sind hierbei Konzepte, die sonst eher bei Ethereum zu finden sind, beispielsweise NFTs.

Anleger müssen wissen, dass Liquid eine Sidechain von Bitcoin ist. Dabei stützt sich diese Blockchain auf eine Vielzahl von Funktionären, um eine Anbindung zu Bitcoin zu gewährleisten sowie die anfallenden Transaktionen im Netzwerk zu validieren. Bei den Funktionären handelt es sich allerdings nicht um klassische Nodes, sondern um Geschäftseinheiten, welche an Bitcoin angeschlossen sind. Folglich sind zahlreiche Funktionäre Börsen oder Handelsplätze. Insbesondere dieses neue System sorgt dafür, dass das neue System von TDEX einen enormen Vertrauensbonus erhält. Erst im Juni 2020 sorgte ein Vorfall in Liquid Network dafür, dass Blockstream zu alleinigen Kontrolleur von 870 BTC wurde.

Nutzer fordern Bitcoin-DeFi

Bisher dominiert Ethereum den DeFi-Markt. Dementsprechend fordert die Bitcoin Community die Schaffung von Bitcoin DeFi. Dabei könnte Bitcoin DeFi das Bitcoin-Netzwerk in die Welt des dezentralen Handelns einführen und die führende Position von Ethereum infrage stellen.

Allerdings sind die nun eingeführten Atomic Loans eines der ersten Produkte, welches auf Bitcoin als Kreditsicherheit setzt. Nichtsdestotrotz funktionieren auch Atomic Loans nicht ohne Ethereum und verwenden die Kryptowährung im gesamten Prozess. Des  Weiteren gibt es mit MoneyOnChain ein weiteres Protokoll, welches Bitcoin-DeFi ermöglicht.

Doch hinterfragen wir etwas kritischer den Code der neuen Protokolle, dann zeigt sich vor allen Dingen, dass keines der aktuell verfügbaren Bitcoin-Projekte auf native BTC setzt. Grund hierfür ist die fehlende Unterstützung von Smart Contracts. Aufgrund dieser Limitierungen ist es auch schwierig, vertrauenswürdige Brücken zur nativen Blockchain zu schlagen. Stattdessen müssen die Entwickler Peg-Mechanismen verwenden, um den eigenen Service zu gewährleisten.

Nichtsdestotrotz zeigt sich auch, dass die Nachfrage nach Bitcoin-DeFi-Produkten groß ist – allein der Erfolg von WBTC ist ein guter Indikator für die These. Aktuell ist mehr BTC in ETH gebunden, als BTC im Liquid und Lightning Network kombiniert. Unklar ist aktuell jedoch, ob sich die Nachfrage nach DeFi in Liquid auf einem vergleichbar hohen Niveau befinden wird.

Fazit: Bitcoin und DeFi – eine nicht ganz einfach Kombination

TDEX kombiniert Bitcoin mit DeFi. Doch die dezentrale Exchange befindet sich noch immer in einem sehr frühen Stadium und hat erst mit der Alpha-Phase begonnen. Nichtsdestotrotz sind die Ansätze der Atomic Swaps sehr interessant und könnte dazu beitragen, die Nutzung von Bitcoin im DeFi-Markt zu steigern.

Allerdings zeigt ein Blick auf den aktuellen Markt auch, dass die Kombination aus Bitcoin und DeFi bisher keine Rolle spielt. Grund hierfür sind die fehlenden Funktionen für Smart Contracts auf der Bitcoin Blockchain. Außerdem leidet Bitcoin unter einer noch niedrigeren Transaktionsgeschwindigkeit. Dementsprechend ist der Ansatz über Liquid nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz basiert auch das „Bitcoin-DeFi“ auf Liquid auf Ethereum. Bitcoin spielt lediglich als hinterlegte Sicherheit eine Rolle.

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