Steuern sparen mit Kryptowährungen – Steuersparmodell für Selbstständige

Steuersparmodell Kryptowährungen

Immer mehr Selbständige, Gewerbetreibende und Unternehmer befassen sich aktuell mit der Steuererklärung für das vergangene Jahr. Dabei gibt es im Regelfall nur wenige legale Gestaltungsmöglichkeiten, um den eigenen Firmengewinn zu reduzieren. Allerdings gibt es eine Möglichkeit, den steuerlichen Gewinn mithilfe von Kryptowährungen zu reduzieren und in eines der Folgejahre zu verlagern – wir zeigen wie dieses Steuersparmodell funktioniert.

Steuerlast mit Kryptowährungen steuern

Grundsätzlich gilt, dass der Verkauf von Kryptowährungen für Privatpersonen nach einem Jahr steuerfrei möglich ist. Die Besteuerung des Gewinnes erfolgt nach §22 EStG und ist somit eine „sonstige Einkunftsart“. Dementsprechend unterliegen diese Einnahmen auch nicht der Abgeltungssteuer in Höhe von 25 %, sondern dem persönlichen Einkommensteuersatz. Die Einkommenssteuer kann bei Personen mit einem besonders hohen Einkommen bis zu 45 % betragen.

Allerdings wollen wir im Folgenden nicht auf diesen bekannten Trick eingehen, sondern ein Steuersparmodell für Gewerbetreibende aufzeigen. Hier gilt wieder der Grundsatz: Steuern spart man nicht im Privat-, sondern im Betriebsvermögen. Wir haben uns mit der einfachen Frage beschäftigt, ob man Kryptowährungen verwenden kann, um Steuern zu sparen. Nach einiger Recherche – hier sei das hervorragende Buch „Steuertipps für Bitcoin & Co.“ genannt – und einigen Rücksprachen mit dem Steuerberater haben wir nun einen Weg für Unternehmer und Selbständige gefunden.

Steuersparmodell durch Kryptowährungen

Das aktuelle Kalenderjahr ist eine Besonderheit. Dabei geht es nicht nur um das neue Jahrzehnt, sondern insbesondere um die Corona-Pandemie. Diese hat die Weltwirtschaft in eine Rezession gestürzt. Zum aktuellen Zeitpunkt sind wir in Deutschland noch vergleichsweise glimpflich davongekommen. Nichtsdestotrotz müssen nun auch die Unternehmen Kosten sparen.

Aufgrund der sinkenden Nachfrage benötigen die Unternehmen weniger Mitarbeiter und beginnen mit der Entlassung von Mitarbeitern. Rein wirtschaftlich betrachtet ist dies ein logischer und wichtiger Schritt, denn Unternehmen und Konzerne müssen nach Jahren wieder einen verstärkten Fokus auf Effizienz und Effektivität werfen. Unproduktive Mitarbeiter werden entlassen und die Strukturen im Unternehmen optimiert.

Aus Sicht der Mitarbeiter ist dieser Vorgang zwar ärgerlich, doch aufgrund des Arbeitnehmerschutzes muss hier eine einvernehmliche Lösung herbeigeführt werden. Im Regelfall sprechen wir von Abfindungen ­­– nicht selten ist die Rede von sechsstelligen Beträgen. Nun können alle Gewerbetreibenden ihre jährliche Steuerlast mit einem einfachen Steuersparmodell reduzieren und somit auch die zu entrichtende Einkommenssteuer adjustieren. Die Rede ist vom Kauf von Kryptowährungen.

Kryptowährungen und die Rolle vom Umlaufvermögen aus steuerlicher Sicht

Wer sich bereits mit der Finanzbuchhaltung sowie den unterschiedlichen Kostenarten auseinandergesetzt hat, der weiß, dass der Kauf von Umlaufvermögen kostenwirksam ist. Dementsprechend können wir auf diese Weise unseren Gewinn schmälern und scheinbar Kosten produzieren. Doch im Folgenden eine Anleitung zum Vorgehen.

Steuerlast optimieren
Steuern sparen mit Kryptowährungen

Schritt 1: Gewerbe Gründen

Im ersten Schritt muss ein Gewerbe gegründet werden. Dieser Vorgang ist vergleichsweise einfach und kostengünstig.

„Die Eintragung eines Gewerbes geht auch als Einzelunternehmen“

Am einfachsten funktioniert die Gründung eines Gewerbes in einem Einzelunternehmen. Hierbei muss lediglich eine Eintragung im entsprechenden Gewerbeamt vorgenommen werden. Für die Eintragung des Gewerbes fallen erfahrungsgemäß Kosten in Höhe von 20 bis 50 Euro an. Die Kosten variieren zwischen den einzelnen Landkreisen.

Schritt 2: Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung ausfüllen

Anschließend muss das Gewerbe auch beim Finanzamt angemeldet werden. Hierfür ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen und an das Finanzamt zu übergeben. Wichtig: es muss unbedingt die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) gewählt werden.

Wer trotzdem die Bilanzierung ankreuzt, der kann nicht auf das Prinzip zum Steuersparen zurückgreifen – daher stets die EÜR wählen. Die Besonderheit beim EÜR, welche nicht für die Bilanzierung gilt, ist das Zufluss-Abfluss-Prinzip.

Schritt 3: Kauf von Kryptowährungen im Gewerbe

Dieser Schritt ist besonders spannend für Unternehmen, die unerwartet hohe Gewinne erzielt haben oder Menschen, die eine hohe Abfindung erhalten haben. Aufgrund außerordentlicher Einnahmen gelangt man schnell in die Progressionsfalle. Folglich unterliegen die Einkünfte schnell einem steigenden Grenzsteuersatz – die persönliche Steuerlast steigt stark an.

Möchte man die Auswirkungen dieses Sondereinflusses vermeiden, muss man bis zum 31.12.2020 Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin oder Ethereum kaufen. Diese Kryptowährungen stellen anschließend Umlaufvermögen dar und eben jenes Umlaufvermögen ist bei der EÜR sofort eine Betriebsausgabe. Eine solche Betriebsausgabe reduziert somit unmittelbar den realisierten Gewinn.

Dementsprechend reduziert sich der zu versteuernde Betrag um den Wert der gekauften Kryptowährungen. Im Ergebnis kommt es zu einer Minderung des Gewinns, in manchen Fällen auch zu einem steuerlichen Verlust. Dementsprechend lässt sich dieser gewerbliche Verlust im Rahmen der Steuererklärung verrechnen. Im Ergebnis sinkt die Steuerlast ab und es kommt zur Minderung der Steuernachzahlung.

Schritt 4: Gewinn im Folgejahr realisieren

Wir haben es bereits angedeutet – es handelt sich bei dieser Idee zur Steuergestaltung nicht um das langfristige Halten von Kryptowährungen. Stattdessen soll nur die Steuerlast im Betrachtungszeitraum gesenkt werden.

Dementsprechend können nun die Kryptowährungen im Folgejahr wieder veräußert werden. Der Gewinn fällt nun im neuen Jahr an und hat keinen Einfluss auf unseren persönlichen Steuersatz. In der Vergangenheit gab es ein vergleichbares Modell, das sogenannte Goldfinger-System. Dieses wurde allerdings bereits im Jahr 2013 von der Bundesregierung verboten. Allerdings mussten die Steuerzahler für diesen Fall ein eigenes Unternehmen in London gründen und Kapital im Ausland anlegen. Bei Kryptowährungen ist dies nicht der Fall und einige Fälle zeigen bereits, dass dieser Ansatz auch rechtlich Bestand hat.

Wer profitiert von diesem Steuersparmodell?

Von diesem Ansatz können Selbständige und Angestellte profitieren. Wer bereits eine hohe Einmalvergütung für den Abschluss eines Projekts, als Provision oder im Rahmen einer Abfindung erhalten hat, kann diesen Gewinn einfach in das kommende Jahr verlagern.

Nehmen wir für ein Beispiel an, dass ein Arbeitnehmer im Rahmen einer Abfindung 100.000 Euro erhält. Das normale Einkommen liegt bei 30.000 Euro. Statt einer Belastung von 130.000 Euro im Jahr 2020 können kurzfristig Kryptowährungen im Wert von etwa 65.000 Euro erworben werden. Im neuen Jahr ist der Arbeitnehmer aufgrund der Abfindung arbeitslos und erzielt kein Einkommen. Durch die Auszahlung der 65.000 Euro wurde nun ein Gewinn realisiert. Dieser ist zu versteuern unterliegt aber einem geringen Durchschnittssteuersatz als im Falle der vollständigen Versteuerung im Vorjahr. Dies lässt sich auf den geringeren Anteil am Einkommen, welches mit einem Grenzsteuersatz von 42 % besteuert wird, zurückführen.

Auch für Selbständige, die ein Projekt abschließen oder außergewöhnlich hohe Erlöse im Schlussquartal erzielt haben, kann dieser Ansatz sinnvoll sein.

Ist die Steuerstundung mit Kryptowährungen legal?

Grundsätzlich ist die Verlagerung von Gewinnen durch den Kauf von Kryptowährungen nach $42 AO kein Missbrauch und somit auch legal. Anders wäre dies, wenn hierfür ausländische Konstrukte genutzt werden müssten. Grundsätzlich ist dies vergleichbar mit einem Gewerbetreibenden, der zum Ende des Jahres nochmal Material oder Büromittel bestellt, um seine oder ihre Steuerlast zu reduzieren. Außerdem handelt es sich um keinen Gestaltungsmissbrauch – schlussendlich produzieren zahlreiche Gewerbe zusätzliche Kosten zum Jahresende, um die Steuerlast nachhaltig zu reduzieren.

Außerdem erfüllt dieser Ansatz auch nicht den Tatbestand der Liebhaberei. Dabei erwirtschaftet ein Gewerbetreibender, der diesen Ansatz verfolgt, einen Totalgewinn. Da die Steuerbaren Einnahmen in einem Jahr reduziert und im Folgejahr durch den Verkauf der Kryptowährungen erhöht werden, handelt es sich gesamtheitlich betrachtet um einen Gewinn.

Funktioniert dieser Gestaltungstrick mit allen Währungen?

Ja, bisher trifft das Finanzamt keine Unterscheidung zwischen den einzelnen Kryptowährungen. Dementsprechend lässt sich dieser Ansatz durch den Kauf von jeder Kryptowährung realisieren. Allerdings sollte man hierbei realistisch das jeweilige Währungsrisiko betrachten. Dementsprechend erscheint der Kauf einer Stablecoin, die sich stark an dem Wert des jeweiligen Assets orientiert als sinnvoller Ansatz. Insbesondere der Kauf von Tether könnte hierbei ein sinnvoller Ansatz sein.

Fazit: Steuersparmodell für Gewerbetreibende

Menschen, die unternehmerisch tätig sind, haben einen Vermögensvorteil gegenüber Angestellten. Während der klassische Angestellte ausschließlich die Wegkosten zur Arbeit sowie einige Weiterbildungskosten ansetzen darf, sieht dies beim Gewerbetreibenden anders aus.

Insbesondere der Kauf von Kryptowährungen ins Umlaufvermögen zur Reduzierung des steuerlichen Gewinns verdeutlicht diese These. Außerdem lassen sich auch sämtliche Kosten, die bei diesem Steuersparmodell anfallen, steuerlich ansetzen.

Aus meiner Sicht kann dieser Ansatz vor allen Dingen bei stark schwankenden Einkommen eine Anpassung des Steuersatzes ermöglichen und aktiv zur Reduktion der Steuerlast beitragen.

Kommentare
  1. Hi Kryptoboy,

    danke für die Rückfrage. Bei Kryptowährungen, die gewerblich gekauft werden, handelt es sich um Umlaufvermögen – vergleichbar mit Material. So ist es auch möglich Material zu kaufen, um seinen Umsatz zu reduzieren. Allerdings erfolgt der Kauf auch auf gewerblicher Ebene und unterliegt nicht der Steuerfreiheit. Sprich du verschiebst die Steuerlast lediglich in nächste Jahr.

    Grundsätzlich empfehlen wir bei solchen steuerlichen Gestaltungen den Rat eines guten Steuerberaters wahrzunehmen.

    Viele Grüße
    Sebastian

  2. Hallo, ist das mit jedem Gewerbe möglich? Allso kann theorethisch ein freiberuflicher Fensterputzer so seine Steuerlast minimieren und einfach in seiner EÜR Kryptowährung als Betriebsausgabe angeben?

    “Der Gewinn fällt nun im neuen Jahr an und hat keinen Einfluss auf unseren persönlichen Steuersatz.”
    Heißt das das der Gewinn dann nirgends auftaucht in der EÜR? Mann kann sich den einfach privat auszahlen lassen?

    Bis zu welcher Höhe kann man das Spiel denn treiben. Das Finanzamt dürfte da doch misstrauisch werden wenn man mit seinem Gewerbe das meiste nicht versteuert.

    vielen Dank b.

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