Racemates-NFT: Sammelkarten für Motorsportfans

Nachwuchsfahrer haben immer häufiger das Problem, dass Sponsoren ausbleiben oder bestehende Verträge nicht verlängert werden. Die derzeitige wirtschaftliche Lage macht sich auch beim Motorsport bemerkbar. Daher hat Michael Sälzer Racemates-NFT ins Leben gerufen.

Racemates-NFT

Blockchainwelt: Hallo Michael, liebe Grüße nach Bielefeld und herzlichen Dank für deine Zeit. Erste Frage vorweg: Bielefeld, das gibt es doch gar nicht?! Anmerkung der Redaktion: siehe die Bielefeld Verschwörung.

Michael: Hi Steffi. Schön, dass du und die Blockchainwelt Zeit haben für uns! Und doch, Bielefeld gibt es wirklich. Aber ich wurde schon häufig auf die Theorie angesprochen. (lacht) Vielleicht sollten wir Bielefeld auf der Blockchain speichern, dann kann Bielefeld auch nicht mehr verschwinden. XD

Blockchainwelt: Lass uns direkt zu den NFT von Racemates gehen. Das ist ein sehr spannendes Projekt, was du da ins Leben gerufen hast und ich kann mir vorstellen, die Nachwuchsfahrer:in sind über jede finanzielle Unterstützung dankbar, oder?

Michael: Ja, genau. Es gibt viele Talente, die ich im Laufe meiner beruflichen Entwicklung in der Szene gesehen habe. Leider ist es jedes Jahr schwieriger, für sie geeignete Sponsoren zu finden. Oder überhaupt die Finanzierung ihrer Weiterentwicklung zu stemmen.

Blockchainwelt: Woran liegt das?

Michael: Der Kartsport hat unter den Schumacher-Brüdern, allen voran natürlich Michael, einen extremen Aufschwung erlebt. Der hat in den letzten Jahren bedauerlicherweise gelitten und der Sport ist in der Öffentlichkeit und den Medien nicht mehr so präsent.

Dazu kommt die derzeitige Situation mit Pandemie, Krieg und Inflation. Die Unternehmen überdenken ihre Ausgaben einfach stärker als noch vor ein paar Jahren. Und ohne monetäre Unterstützung dreht sich im Motorsport kein Rad.

Michael Sälzer stammt aus Bielefeld, ist 37 Jahre alt und Founder & CEO von Racemates. Seit mehr als 12 Jahren widmet sich der gebürtige Thüringer der Rennsportszene und unterstützt junge Talente und Nachwuchsfahrer:in mit seiner Expertise.

Mit Racemates-NFT möchte Michael besonders Nachwuchsfahrer:in, Motorsport-Fans und Hersteller emotional auf digitaler Ebene verbinden.

Michael Sälzer

Nachdem er 2020 im Silicon Valley in einem Start-up-Basecamp in San Francisco war und an der Stanford University Vorlesungen zum Thema Künstliche Intelligenz besucht hat, sind Michael die vielen Möglichkeiten der Blockchain Technologie bewusst geworden.

Mit dem Hype um NFT (Blockchain) 2021 beschloss Michael dann, ein Geschäftsmodell mit NFT zu entwickeln, um jungen Talenten aus dem Motorsport eine innovative Vermarktungsstrategie und neue Einnahmequellen zu bieten.

Blockchainwelt: Auf der Webseite sehe ich schon ein paar NFTs von Racemates. Wann geht ihr live mit dem Projekt?

Michael: Wir wollen mit Racemates-NFT im August diesen Jahres final launchen. Derzeit sind wir in der Endphase für die Veröffentlichung und es läuft wirklich gut. Das Interesse ist sehr hoch und die Technologie passt in die digitale Welt.

Anfang 2023 werden wir mit dem Fantasy Gaming Part bei Racemates starten. Da werden die Fans die Möglichkeit haben, an den hervorragenden Leistungen ihrer Lieblingsfahrer:in zu partizipieren.

Blockchainwelt: Beschreibe unseren Lesern doch bitte mal eine Transaktion über die Plattform Racemates-nft.com.

Michael: Sehr gerne. Derzeit arbeiten wir an einer Lösung, dass wir niedrige Einstiegshürden für den Kauf einer NFT-Sammelkarte von Racemates haben. Also, dass man das NFT so kaufen und bezahlen kann, wie in einem ganz normalen Onlineshop.

Wie bei eBay kann man bei uns auf der Plattform Racemates-NFT die Karten ersteigern oder per Sofortkauf erwerben oder auf dem Zweitmarkt verkaufen und handeln. Nachdem man die Karte besitzt, kann man seinen Lieblingsfahrer:in an einem Rennwochenende aufstellen (im Grid wie auf einer Rennstrecke).

Und so können Fans an den exzellenten Leistungen ihrer Lieblingsfahrer:in partizipieren. Wie gut die Fans als Teamchef oder Experten sind, sieht man hinter in unserem öffentlichen Manager-Ranking. Die besten Manager:in erhalten unseren Racemates Coin oder seltene Sammelkarten als Belohnung.

Die Fahrer:in erhalten für ihre Leistungen an einem Rennwochenende Punkte. Also beispielsweise Punkte für eine gute Qualifikationsposition, Punkte für schnellste Rennrunden, Punkte für Überholmanöver und Punkte für Podestplätze. Diese Punkte werden addiert und ergeben dann einen Vergleichsscore für das Manager-Ranking.

Alternativ
Du hast einen Lieblingsfahrer:in und möchtest seine Sammelkarte als NFT haben. Dann benötigst Du aktuell eine MetaMask Wallet (digitales Portemonnaie). Auf diese Wallet muss dann eine Kryptowährung geladen werden, z. B. Ethereum, Polygon oder BNB von Binance. Wir arbeiten aber auch an einer Fiatgeld-Lösung. Dann kann man die NFT-Sammelkarte mit einer Kreditkarte erwerben.

Hat man die richtige Sammelkarte gefunden und gekauft, wird der Fan der eindeutige Besitzer:in dieses NFT. Und kann dieses NFT auf der Racemates-Plattform am Rennwochenende einsetzen.

Blockchainwelt: Gibt es aktuelle Kooperationen?

Michael: Ja, wir haben mit mehr als 50 Fahrer:in einen Kontrakt für die ersten 50 Sammelkarten als NFT. Und es werden noch weitere folgen. Wir sprechen aber auch mit Brands und Verbänden aus dem Motorsport, um so eine möglichst große Community im Motorsport aufzubauen. Ins Detail darf ich da leider noch nicht gehen.

Blockchainwelt: Wie finanziert sich das Projekt Racemates-NFT?

Michael: Derzeit sind wir noch am Bootstrappen (aus Eigenmitteln finanziert). Im Mai/Juni soll eine Pre-Seed-Finanzierung geschlossen werden. Hierzu laufen schon Gespräche mit Investoren und Business Angels. Bisher sieht es vielversprechend aus, sodass wir die Runde mit unserem gewünschten Ticket schließen können.

Fundscene Michael Sälzer
Quelle: www.fundscene.com

Blockchainwelt: Kann man die Racemates Karten auch handeln auf anderen Plattformen?

Michael: Ja, unsere Karten können auf der Racemates-Plattform verkauft und gehandelt werden. Und ja, auch das Handeln auf anderen Marktplätzen wird möglich sein, dieser Marktplatz, die von uns gewählte Blockchain unterstützt. Das Schöne bei NFT ist, dass alles transparent nachvollziehbar ist. Und auch die Lizenzgebühren automatisch an die Lizenzgeber abgeführt wird.

Blockchainwelt: Wie viele Karten gibt es denn von jedem Fahrer:in?

Michael: Jeder Fahrer:in hat ein Kontinent von 1110 Karten über den gesamten Zyklus der Karriere. Die Sammelkarten wird es in verschiedenen Raritätsstufen geben.

Wir haben 1.000 Bronze zu je 25 €, 100 Silber zu je 80 € und 10 Gold zu 150 €. Die Carbon Karte ist derzeit noch nicht im Wert fixiert, weil wir sie im Rahmen der Verträge an die Fahrer:in ausgeben wollen. Sie entscheiden dann, wer diese bekommt. Das kann ein Familienmitglied sein, ein Sponsor oder ein treuer Fan.

Blockchainwelt: Wie bist du an die Fahrer:in gekommen und wie ist die Resonanz für Racemates-NFT?

Michael: Im Moment arbeiten wir aktiv daran, die Marke Racemates bekannt zu machen und das Projekt in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen. Die Community zu begeistern wird eine unserer größten Herausforderungen, weil sich viele mit dem Thema Blockchain und NFT noch schwertun.

Mit der noch stärkeren Akzeptanz in der öffentlichen Wahrnehmung werden die neuen Technologien, zu denen auch NFT gehören, aber sicherlich besser verstanden und ihre Potenziale erkannt.

Bei den Fahrern:innen selbst ist das überhaupt kein Problem. Die meisten sind sehr digital unterwegs und halten unseren Ansatz für hervorragend. Fahrer:in, Fans, Hersteller und Rennserien auf digitaler Ebene emotional zu verbinden, um so Motorsport in einer neue Dimension zu erleben.

Blockchainwelt: Du hast im Vorgespräch von Fantasy Games berichtet. Was steht da an und welche Projekte sollen da folgen?

Michael: Hier geht es um die Nutzbarkeit von NFT. Wir wollen, dass man seine Sammelkarte auch benutzen kann. Und eben nicht, dass sie wie früher in einem Album versauert. 😉 Aus diesem Grund, der Gaming Part. So hat der Besitzer die Möglichkeit, sein NFT auch zu benutzen. Und so eine Nutzbarkeit fehlt bei vielen NFT-Projekten.

Blockchainwelt: Wie funktioniert das mit den Racemate Coins?

Unser RC läuft auf der Blockchain von Binance (BEP-20). Exkurs: Binance ist der weltweit größte Kryptohandelsplatz und hat sich dieses Jahr 2022 für 200 Millionen US-Dollar bei Forbes eingekauft.

Racemates coin
Es gibt 1 Milliarde Racemates Coins und der Coin dient als offizielle Währung auf der Plattform. Jedoch ist der RC aktuell nur als *Komplementärwährung zu sehen.

*Eine Komplementärwährung (frz. complément „Ergänzung“) ist ein Zahlungsmittel, das ergänzenden Charakter hat. Sie ist die Vereinbarung innerhalb einer Gemeinschaft, etwas zusätzlich neben dem offiziellen Geld als Tauschmittel zu akzeptieren.

Blockchainwelt: Wer hat das Unternehmen Racemates-NFT gegründet?

Michael: Also mein Co-Gründer Hui Bui und ich! Nein, im Ernst, Duc Huy Bui, und ich haben das Unternehmen gegründet und mit der Finanzierungsrunde werden wir die Racemates GmbH ausgründen.

Zu unserem Core Team von Racemates-NFT gehören noch Luca Köster, Raoul Kanschat, beide werden über ESOP an Racemates beteiligt. Wichtige Berater wie Merlin Fege (Cap Table und Finanzierungsrunden) von Ventury Analytics und Lennard Gerdes von SimpleKI (Blockchain-Entwickler) haben Verträge mit uns.

Blockchainwelt: Was sind die Pläne für die nahe Zukunft, wie sieht die Roadmap aus?

Michael: Zunächst möchten wir die Finanzierungsrunde erfolgreich abschließen und die Racemates-NFT GmbH gründen. Im August 2022 werden wir die ersten NFT-Sammelkarten zum Launch verkaufen und weiter die Plattform verbessern, am besten mit der Community zusammen.

Im ersten Quartal 2023 soll der Fantasy Gaming Part auf der Racemates-Plattform starten.

Und 2024 wollen wir mit Racemates-NFT weiter expandieren, vorzugsweise in die USA, denn hier ist die Leidenschaft für Sammelkarten noch viel größer. Die ersten Kontakte sind gemacht.

Jetzt heißt es Vollgas geben, Racemates we win together!

Autor
Autorin

Stefanie Herrnberger ist als freiberufliche Referentin und Redakteurin tätig. Ihre langjährige berufliche Erfahrung im Bereich der Industrie 4.0, Digitalisierung und Blockchain bieten ihr den perfekten Background, um über Anwendungsfälle der Distributed-Ledger-Technologie in der globalen Industrie und Wirtschaft zu berichten.

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