Zcash schließt Schwachstelle: Warum der ZEC-Kurs nun implodiert

Das Wichtigste in Kürze

  • Zcash vollzog am Dienstag plötzlich einen Hardfork, um eine Schwachstelle im Orchard Pool zu beheben.
  • Orchard ist der wichtigste Baustein für vertrauliche Transaktionen des Netzwerks. Der Pool blieb sechs Stunden abgeschaltet, bis der Fehler vollständig behoben wurde.
  • Die Ausnutzung der Schwachstelle sei keinem Angreifer gelungen. Zudem sei die Sicherheit des Netzwerks vollständig gewährleistet. Dennoch macht sich aktuell Unsicherheit über Zcashs Resilienz breit. ZEC sank im Tagestrend um 17 Prozent.

Zcash: Hardfork schließt gravierende Schwachstelle

Der Privacy Coin Zcash (ZEC) unternahm einen plötzlichen Hardfork, nachdem eine augenscheinlich gravierende Schwachstelle entdeckt worden war. In der Krypto-Szene sorgt der Vorgang für einigen Spott. Sogar die Dezentralität der Blockchain rückt nun in Zweifel.

“Im Rahmen der routinemäßigen Prüf- und Sicherheitsverfahren wurde am Wochenende ein Problem festgestellt, das den Zcash-Orchard-Pool betraf”, erklärten die Zcash-Entwickler vom Zcash Open Development Lab (kurz ZODL) am Dienstag.

Zcash ist eine hybride Kryptowährung, die sowohl transparente als auch vertrauliche Transaktionen gewährt. Der Orchard Pool ist der modernste datenschutzfreundliche Pool des Netzwerks. Transaktionen innerhalb des Pools sind für Außenstehende nicht aufzudecken. Der Pool startete 2022 und verdrängte seine datenschutzfreundlichen Vorgänger seither weitgehend.

Für die Funktion Zcashs ist Orchard daher von entscheidender Bedeutung. Die Sicherheit des Netzwerks war so erheblich gefährdet, dass sich die Entwickler dazu entschieden haben, die Orchard temporär komplett auszusetzen.

“Um die Nutzer und die Integrität des Netzwerks zu schützen, haben sich Entwickler, Infrastrukturbetreiber und andere unabhängige Akteure aus dem Zcash-Ökosystem zusammengeschlossen, um ein Update zu koordinieren, das eine vorübergehende Aussetzung des Orchard-Pools während der Einführung des Upgrades erfordert”, schrieben die Entwickler in einem X-Beitrag.

Rund sechs Stunden nach dem Beitrag soll Orchard seinen Betrieb am Dienstag wieder wie gewohnt aufgenommen haben. Während dieser Zeit waren Sendung und Empfang verschlüsselter Zcash-Transaktionen nicht möglich.

Der zwischenzeitliche Stopp Orchards sei gelungen, indem Entwickler die Miner koordinierten, sodass alle Miner die Abwicklung der betroffenen Transaktionen auf Eis legten. Die Dezentralität des Netzwerks sei demnach nicht in Gefahr.

Vor der Fehlerbehebung sei bereits ein Fork der Blockchain notwendig gewesen, der am 1. Juni gegen 4.30 Uhr durchgeführt worden sei, fügte ZODL an. Orchards Privatsphäre und die darin hinterlegten Gelder seien zu jedem Zeitpunkt sicher geblieben.

ZEC-Kurs implodiert: Warum fällt Zcash um 17 Prozent?

Im Tagestrend erlebt ZEC einen erheblichen Abschwung. Der Privacy Coin verlor über die letzten 24 Stunden rund 17 Prozent seines Marktwerts. Zcash notiert infolgedessen bei 519 US-Dollar.

Schuld an dem erheblichen Wertverlust könnte die Unklarheit über den jüngsten Sicherheitsfehler sein, dessen Behebung einen Softfork und einen Hardfork benötigte. Die Entwickler hielten Details bislang geheim. Gerüchten zufolge soll es sich um einen Minting-Fehler gehandelt haben.

Fehler dieser Art erlauben Angreifern die unrechtmäßige Erstellung neuer Coins. Es könnten sich dann mehr Coins im Umlauf befinden als erwartet. Laut Zcash Open Development Lab sei es jedoch niemandem gelungen, den nicht näher dargelegten Fehler auszunutzen.

Am gestrigen Mittwoch gab es dann neue Negativmeldungen über Zcash. Einzelne Quellen berichteten vom Absturz des Netzwerks, da Blockexplorer stundenlang keine frischen Blöcke mehr listeten. Zcash blieb während dieser Zeit allerdings aktiv. Die ausbleibende Listung neuer Transaktionen kam durch einen fehlerhaften Netzwerkknoten zustande.

Unsicherheit über die technische Resilienz Zcashs scheint sich am Markt dennoch breitgemacht zu haben. Zumindest ein Anteil an den jüngsten Kursverlusten ist denkbar. Allerdings befindet sich der Kryptomarkt durch den Irankrieg aktuell in einem generellen Abschwung, der die Entwicklung ebenfalls beeinflusst.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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