WLFI versteckt Hintertür? Justin Sun äußert weitere Vorwürfe

Das Wichtigste in Kürze
- Die Auseinandersetzung zwischen Krypto-Mogul Justin Sun und WLFI, einer Krypto-Unternehmung der Trump-Familie, schreitet fort.
- WLFI beantragte die Klärung des Falls vor einem privaten Schiedsgericht. Der vorsitzende Richter lehnte den Antrag kürzlich ab. Nun veröffentlicht Sun neue Vorwürfe.
- World Liberty Financial stellt er auf X als Feind der Krypto-Leitprinzipien dar. Insbesondere eine angebliche Hintertür im Smart Contract findet Erwähnung. WLFI sperrte Suns Adresse 2025, nachdem dieser augenscheinlich Verkäufe trotz einer Sperrfrist vornahm.
WLFI versteckt Hintertür? Justin Sun äußert weitere Vorwürfe
World Liberty Financial (WLFI) – ein Krypto-Projekt der Trump-Familie – und Justin Sun sind bereits 2025 aneinandergeraten. Im April kündigte der chinesische Investor Sun schließlich an, gegen WLFI zu klagen. Die Betreiber hätten ihm willkürlich den Zugang zu seinem Investment entzogen, behauptete er damals auf X.
Inzwischen äußert der Gründer der bekannten Tron-Blockchain weitere Vorwürfe gegenüber WLFI. Erneut bezichtigt er das Krypto-Projekt tiefgreifender Verletzungen der grundlegenden Leitprinzipien.
Anlass dafür war eine Gerichtsentscheidung am vergangenen Donnerstag. Der zuständige Richter James Donato bestätigte die öffentliche Verhandlung des Streitfalls. WLFI hatte zuvor eine Klärung vor einem privaten Schiedsgericht beantragt.
Transparency and due process matter.
I welcome the opportunity to have my individual claims heard in open court and look forward to presenting the facts through the legal process.#WhatAreTheyHiding https://t.co/MIBJDgionk
— H.E. Justin Sun 👨🚀 🌞 (@justinsuntron) August 22, 2026
“Viele Leser werten diese Auseinandersetzung als geschäftlichen Disput. (…) Nach Monaten stellt sich heraus: Hier geht es um einen Streit über die Grundprinzipien der Blockchain selbst”, schrieb Sun am Samstag in einem neuen X-Beitrag.
Die Betreiber von WLFI seien demnach nicht nur willkürlich mit Suns Geldern umgegangen, sie hätten die innersten Werte der Blockchain auch vollumfänglich verraten, heißt es in dem Beitrag weiter.
“Unsere Generation hat diese Branche auf einer einfachen Überzeugung aufgebaut: dass jeder Mensch das, was ihm gehört, auch wirklich besitzen sollte – unabhängig davon, wer er ist, woran er glaubt oder wo er geboren wurde, und ohne dass er dafür die Erlaubnis von jemandem benötigt”, schreibt Sun.
Diese Konzepte seien WLFI fremd. Nur deshalb sei es überhaupt möglich gewesen, Sun den Zugriff auf seine Coins zu verwehren. Ende 2024 hatte er seine Investition vollmundig angekündigt. Damals sei die Euphorie riesig gewesen. Nur Monate später hatte sich die Partnerschaft in einen Konflikt verwandelt.
“Dieser Fall hat einen Verstoß gegen diesen Grundsatz offenbart”, setzt er seine Erklärung fort. “Ein Unternehmen, das „Liberty“ im Namen trägt, hat heimlich in seinen eigenen Smart Contract die Befugnis eingebaut, die Vermögenswerte jedes Nutzers nach Belieben einzufrieren – ohne Offenlegung, ohne Prüfung, ohne jegliches Verfahren.”
Rasch habe Sun diese Besonderheit am eigenen Leib erfahren. “Und nur wenige Tage, nachdem meine Token freigeschaltet wurden, haben sie davon Gebrauch gemacht.”
45 Millionen verbrannt? So hoch sind Suns Verluste durch WLFI
Sun erklärte weiter, große Hoffnung in WLFI gelegt zu haben. Allein mit dem Firmennamen habe man sich der Herstellung der Freiheit verschrieben. In der Praxis habe das Unternehmen jedoch sämtliche Werte verraten, für die Krypto steht.
“45 Millionen US-Dollar, vier Milliarden [WLFI] Token” habe er 2025 verloren. Es gehe Sun in einem laufenden Rechtsstreit nicht nur darum, sein verlorenes Kapital zurückzuerlangen. Er wolle auch einen Präzedenzfall herstellen, um die Eigentumsverhältnisse von Kryptowährungen verbindlich zu verankern.
“Deshalb werde ich diesen Fall bis zum Ende durchziehen. Nicht nur, um das zurückzukriegen, was mir zusteht, sondern auch, um vor Gericht etwas festzuhalten: In dieser Branche muss „dein Vermögen“ tatsächlich auch dein Vermögen bedeuten – im Gesetz, und nun auch in der Rechtsprechung.”
WLFI sperrte Suns Wallet, nachdem dieser augenscheinlich gegen die Sperrfrist des Projekts verstoßen hatte, indem er Teile seiner WLFI Token an Krypto-Börsen sendete – augenscheinlich, um sie zu verkaufen.
Um die Attraktivität des Tokens zu fördern, etablierte WLFI beim Start eine mehrjährige Vesting Schedule, die erst 2030 endet. Trotzdem fordert Sun eine Entschädigung von “mehreren hundert Millionen US-Dollar”.

