Hyperliquid: Diesen erstaunlichen Vorteil sieht CZ gegenüber Binance

Das Wichtigste in Kürze
- Changpeng Zhao sprach im Galaxy Brains Podcast jüngst über den beliebten Marktplatz Hyperliquid. Diesen lobte er für seine Rolle als KYC-freien Cross-Chain-DEX. Sogar gegenüber Binance habe er Vorteile.
- Der Binance-Gründer ist vom Erfolg des Dienstes überrascht, da er ohne staatlich verordnete Eingriffe auskommt. Möglicherweise zweifelt CZ jedoch an seiner Dezentralität.
- Wegen der Gefahr staatlicher Sanktionen traue er sich selbst die Leitung eines solchen Marktplatzes nicht zu, erklärte Zhao.
Hyperliquid: Diesen erstaunlichen Vorteil sieht CZ gegenüber Binance
Binance-Gründer Changpeng Zhao (kurz CZ) sieht erhebliche Vorteile beim DEX Hyperliquid – auch gegenüber Binance. CZ äußerte seine Meinung kürzlich im Rahmen des Galaxy Brains Podcasts.
Hyperliquid wurde im Jahr 2022 gegründet, bevor der DEX 2023 schließlich online ging. Es handelt sich um eine Handelsplattform, die ausschließlich Kryptowährungen erlaubt. Das Erscheinungsbild sowie der Funktionsumfang erinnern an den Handelsplatz einer klassischen Krypto-Börse.
Durch eine eigene, gleichnamige Blockchain soll Hyperliquid dezentral funktionieren. Gelder werden nicht an ein Konto eingezahlt, sondern direkt von der Wallet an Smart Contracts gesendet. Kundengelder bleiben somit vom ungewollten Zugriff durch eine zentrale Instanz unberührt.
“Die Erfindung Hyperliquids ist großartig. Sie decken eine Nische ab, mit der Binance nicht konkurrieren kann”, sagte CZ lobend.
CZ on Hyperliquid:
“I think the Hyperliquid invention is actually awesome. They occupy a niche that Binance.. cannot compete. They don’t have KYC. They claim they’re decentralized… I would never do what they do, given what I’ve experienced… I assume they have good lawyers.” pic.twitter.com/FOXuzaRodc
— Alex Thorn (@intangiblecoins) June 16, 2026
Einen großen Vorteil sieht der chinesische Unternehmer in der Unabhängigkeit des Marktplatzes. Dieser führt keine Identitätsprüfung der Nutzer im Rahmen von KYC durch. Auch sonst setzt Hyperliquid auf einen freien Markt, statt auf staatlich verordnete Eingriffe. Aus diesem Grund vertrauen viele Nutzer auf den Marktplatz.
“Sie wenden kein KYC an. (…) Durch meine eigenen Erfahrungen würde ich das niemals tun. (…) Ich vermute, dass sie gute Anwälte haben”, setzt Zhao fort.
Die Ablehnung von KYC kann unter Behörden rasch eine feindliche Stimmung erzeugen. Im September 2025 zerschlugen die kanadischen Behörden etwa den bekannten Marktplatz TradeOgre, der Eingriffe wie KYC prinzipiell abgelehnt hatte.
Zhao wurde 2024 zu vier Monaten Haft und einer persönlichen Geldstrafe in Höhe von 50 Millionen US-Dollar verurteilt, weil Binance laut Erkenntnissen der USA damals keine ausreichende Nutzerprüfung im Rahmen von KYC und AML durchführte.
Warum Zhao an der Dezentralität von Hyperliquid zweifelt
Aus dem Interview geht aber auch hervor, dass Zhao möglicherweise an der offiziellen Eigendarstellung des DEX zweifelt. Hyperliquid ist womöglich gar nicht so dezentral, wie es sich ausgibt.
“Sie behaupten, Hyperliquid fungiere dezentral”, beschrieb CZ das Projekt.
Aus den bisherigen Aufnahmen geht allerdings nicht hervor, ob CZ tatsächlich von dieser Behauptung überzeugt ist oder ob er sie eher in Abrede stellen möchte.
Krypto-Firmen können sich als dezentral ausgeben, um höheres Ansehen in der Szene zu genießen oder um Behörden über ihre wahre Funktionsweise zu täuschen. Möglich ist dies, da die Kontrolle dezentraler Krypto-Projekte üblicherweise über Governance-Token ausgeübt wird.
Wer die Mehrheit der Token hält, ist für die Öffentlichkeit allerdings nicht immer nachvollziehbar. Anteile an Hyperliquids HYPE-Token halten etwa Risikoinvestoren wie A16z und Paradigm.
Oft halten auch die Gründer große Anteile des Tokens. Wie genau die Anteile der Hyperliquid-Gründer ausfallen, ist nicht im Detail bekannt. Laut Tokenomist liegen mindestens 70 Prozent der Token in den Händen der Nutzergemeinschaft.
Einzelheiten aus Zhaos Interview sind bisherigen Informationen nicht zu entnehmen. Die vollständige Episode des Galaxy Brains Podcasts soll erst kommenden Donnerstag erscheinen.
In den USA gibt es laut Bloomberg wachsende Bestrebungen, Hyperliquid unabhängig von seiner tatsächlichen Dezentralität den Landesgesetzen zu unterwerfen und zu regulieren.
