Südkorea hat Haftbefehl gegen Terraform Labs CEO Do Kwon ausgestellt

Nach aktuellen Meldungen hat heute ein Gericht aus Seoul in Südkorea einen offiziellen Haftbefehl gegen den CEO von Terraform Labs Do Kwon und fünf weiteren Mitarbeitern der Führungsebene erlassen.

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Der Zusammenbruch des Terraform Labs Ökosystems im Mai dieses Jahres hat den gewaltigsten Crash ausgelöst, den die Krypto-Branche bisher erlebt hat.

Nach langen und umfangreichen Ermittlungen hat jetzt ein Gericht aus Seoul Haftbefehl gegen den Gründer Do Kwon und fünf weiteren leitenden Angestellten erlassen.

Alle sechs Personen halten sich zurzeit in Singapur auf. Do Kwon selbst beteuerte bislang immer seine Unschuld am Zusammenbruch seines Blockchain-Netzwerks. Auf den Haftbefehl hat er noch nicht reagiert.

Neben den offiziellen Ermittlungen der Behörden in Südkorea werden weltweit weitere Klagen von betroffenen Investoren und Finanzaufsichtsbehörden angestrebt.

Unter anderem wird auch vor dem US-Bezirksgericht in Nordkalifornien eine Sammelklage gegen Do Kwon und Terraform Labs vorbereitet.

Wurde die Terra Pleite von Do Kwon selbst verursacht?

Der Aufstieg des Terraform Labs und die Folgen

Das unter Führung des Südkorea-stämmigen Kryptowährungsentwicklers Kwon Do-hyung, oder besser bekannt als Do Kwon, entwickelte Blockchain-Netzwerk Terraform Labs war einst viel gefeierter Youngster in der Krypto-Brache.

Das als revolutionär angepriesene Geschäftsmodell von Terraform Labs hatte viel Aufmerksamkeit hervorgerufen und anfängliche Erfolge führten zu einem raschen Aufstieg.

Das Besondere an dem System war der algorithmische Stablecoin Terra-USD (UST), der die 1:1-Bindung an den US-Dollar aufrechterhalten sollte, obwohl er nicht durch US-Dollar besichert war.

Dies ermöglichte schnelles Wachstum, ohne die hohen Kosten für eine Sicherheitshinterlegung.

Der Terra-USD Stablecoin basierte auf einem komplexen Modell aus zwei verschiedenen Token, auch „Burn-and-Mint-Gleichgewicht“ genannt.

In dem System gibt es einen stabilen Token, in diesem Fall der Terra-USD Stablecoin, und einen weiteren Token, hier Terra-LUNA, der die typische Volatilität einer Kryptowährung absorbieren soll.

Die Investoren, die in Terra-USD investierten, erhielten eine Rendite in Höhe von 19 %, die in Terra-LUNA ausgezahlt wurde. Diese Werte stammten ihrerseits aus den Reserven des Terra-Netzwerks.

Etliche Ökonomen hatten hinter diesem System ein klassisches Schneeballprinzip vermutet, in dem Gewinne aus den Einzahlungen von neuen Investoren beglichen werden.

Das passierte allerdings, ohne dass das Unternehmen an sich echte Gewinne in dieser Größenordnung erwirtschaftet.

Also in Wirklichkeit kein revolutionäres Geschäftsprinzip, sondern eigentlich eine uralte Betrugsmethode.

Auch einige Entwickler aus dem Terraform Labs Netzwerk hatten vor den Risiken dieses fragilen Systems gewarnt, wurden jedoch von Do Kwon niedergebügelt.

Schon damals gab es eine Warnung im Inneren, dass es jederzeit zu einem Kollaps kommen könnte, aber CEO Kwon Do-hyeong erzwang den Start der Münze.

Ehemaliger Entwickler von Terra

Offizielle Aussage vor dem Gericht in Seoul

Der Zusammenbruch und die Folgen

Es kam, wie es kommen musste. Die Renditen für die Investitionen in den Terra-USD Stablecoin konnten nicht mehr bezahlt werden und die ersten Investoren zogen ihre Gelder aus dem System.

Daraufhin hatte im Mai 2022 der Terra-USD Stablecoin mehrmals innerhalb kurzer Zeit seine 1:1-Bindung an den US-Dollar verloren. Das wiederum hatte weitere Kapitalabgänge zur Folge.

Schließlich hatte Terra-USD nur noch den Wert von wenigen Cent und der Handel wurde ausgesetzt.

Auch die Besitzer von Terra-LUNA Token begannen diese panikartig zu verkaufen, bis auch da der Handel ausgesetzt wurde.

Am Ende hatten die Investoren des Terraform Labs Ökosystems Vermögenswerte in Höhe von über 40 Milliarden US-Dollar verloren. Auch eine Verbindung zu BlackRock und Citadel wurde vermutet.

Terra-Crash: Fand ein Angriff von Blackrock oder Citadel statt?

Nicht nur die Investoren des Terraform Labs Ökosystems hatten mit den finanziellen Verlusten zu kämpfen, die Pleite führte zu einem Crash der gesamten Krypto-Branche. Bis heute hat sich keine einzige Firma und keine Kryptowährung davon erholt.

So stand der Bitcoin Anfang Mai bei etwa 40.000 US-Dollar und zwei Wochen später, nach dem Zusammenbruch von Terra, lediglich noch bei 27.000 US-Dollar, heute liegt der Kurs nur bei 20.360 US-Dollar.

Besonders hart hat es die Krypto-Kreditgeber und einige Broker getroffen. Etliche sind darüber bankrottgegangen, darunter so große Firmen wie Celsius, Three Arrows Capital oder Voyager Digital.

Andere haben nur durch große Kapitalspritzen überleben, für die sie bedeutende Firmenanteile verkaufen mussten.

Der zeitliche Ablauf des Crashs von Terra

In der relativ kurzen Zeit war so viel passiert, dass wir von Blockchainwelt fast täglich darüber berichtet hatten. Eine ausführliche Zusammenfassung der Ereignisse kannst Du in unserem Terra (LUNA) Artikel nachlesen.

Fazit zum Crash von Terra

Die Gier lässt den Verstand aussetzen. Wer sich vor einem Investment in Terra-LUNA oder Terra-UST mit dem Unternehmen und dem Geschäftsmodell auseinandergesetzt hat, der konnte erkennen, dass dies ein Schneeballsystem ist.

Aber die anfänglich ausgezahlten 19 % Rendite ließen alle Vernunft über Bord gehen und die Gier nach leichter Geldvermehrung siegte über den gesunden Menschenverstand.

So wie es in der Geschichte der Finanzen schon seit langer Zeit häufig vorkommt.

Die Betrugsmasche des Schneeballsystems wurde von der Betrügerin Adele Spitzer in den 1860er-Jahren in Deutschland sehr erfolgreich angewandt.

Berühmt wurde das Schneeballsystem durch den Betrüger Charles Ponzi, der in den 1920 Jahren damit enorme Geldsummen erbeutete. Seitdem trägt das Schneeballsystem auch den Namen „Ponzi-Schema“.

Doch die Masche ist sehr viel älter, wahrscheinlich so alt wie das Geld.

Einfach bei allen Geldangelegenheiten den guten alten Grundsatz beherzigen, niemand will Dir etwas schenken. Demnach solltest Du Dir immer die Frage stellen, woher kommen die Gewinne, die hier ausgezahlt werden.

Schau Dir die Geschäftsmodelle und die Geschäftsberichte der Unternehmen an, bevor Du Dein Geld bei denen investierst. Macht die Firma solche Gewinne, denn nur was sauber erwirtschaftet wurde, kann auch an die Investoren als Rendite ausgezahlt werden.

Alles andere ist keine Geldanlage, sondern Glücksspiel. Dabei kannst Du auch Geld verdienen, wenn Du die Gewinne schnell mitnimmst und verschwindest.

Wenn Du beim Roulette oder Blackjack gewinnst, den Gewinn jedoch wieder neu einsetzt, dann wirst Du mit höchster Wahrscheinlichkeit am Ende Dein Geld verlieren.

Autor

Als ausgebildeter Finanzberater und Reisekaufmann sowie Hobby-Journalist mit zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen, bin ich heute als Autor für touristische Beiträge und Reiseführer genauso zu Hause, wie in der Finanzwelt. Das Thema Kryptowährung fasziniert mich schon seit Jahren und ich habe bereits unzählige Artikel geschrieben, die auf verschiedenen Krypto Portalen und in etlichen Magazinen veröffentlicht wurden.

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