Massenentlassung bei Ethereum: Was die Stiftung jetzt plant

Das Wichtigste in Kürze
- Die Ethereum Stiftung verkündet eine Massenentlassung. Ganze 20 Prozent der Belegschaft verabschiedet man, um die Kosten drastisch zu senken.
- Laut Aussagen von Vitalik Buterin setzen die meisten ehemaligen Mitarbeiter ihre Arbeit außerhalb der gemeinnützigen Organisation fort. Sie arbeiten dann als Teil profitorientierter Projekte am Ethereum-Ökosystem.
- Buterin kündigte maßgebliche Verbesserungen an, die ETH über die kommenden Jahre zu erwarten habe. Ein neuer Arbeitsplan, der bis 2029 reicht, steht bereits fest.
Massenentlassung bei Ethereum: Was die Stiftung jetzt plant
Die Ethereum Stiftung (kurz EF) setzt eine Massenentlassung durch – das gab sie gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Es handele sich dabei um einen Teil eines Reorganisierungsprozesses, den man bereits seit Monaten allmählich in die Praxis umsetzt.
Today, the EF is changing shape, concluding a months-long process of reorganization as part of the implementation of the Mandate and the Treasury Management Policy.
We come out of this process with the structure, activities, and people necessary for execution on the critical…
— Ethereum Foundation (@ethereumfndn) June 23, 2026
Im Zuge dessen verabschiedete man sich von ganzen 54 Mitarbeitern, die laut offizieller Darstellung weiterhin mehrheitlich Arbeit für das Ökosystem der Blockchain leisten werden. Die Entlassungen umfassen etwa ein Fünftel der gesamten bisherigen Belegschaft.
“Diese Entscheidung fiel uns schwer, ist aber notwendig. Wir müssen so ausgestattet und organisiert sein, dass wir uns auf die entscheidenden Aufgaben konzentrieren können, die nur EF in den kommenden Jahren leisten kann und daher auch leisten muss, ohne durch kurzfristige Marktbewegungen übermäßig beeinträchtigt zu werden”, schrieb die EF dazu.
Die Entlassungen sollen die Struktur der Stiftung verschlanken und sie gleichzeitig finanziell entlasten. Aktuell hält sie laut Arkham umgerechnet 211 Millionen US-Dollar in Krypto. Das Geld stammt primär aus Ethereums Premine.
Erst im Mai hatte Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin weitreichende Veränderungen gefordert, die er sich für seine Blockchain wünscht. Als Kopf der gemeinnützigen Organisation plante er die Umsetzung neuer Konzepte über die Ethereum Stiftung.
ETH soll sich demnach wieder den Idealen der Cypherpunks annähern, von denen sich das Netzwerk jahrelang immer weiter entfernt hatte. Buterin hält die Entwicklung der vergangenen Jahre für fehlgeleitet. Statt die Skalierbarkeit der Blockchain zu erhöhen, sei es wichtiger, ihre Neutralität und Freiheit zu gewährleisten. Nutzer sollten durch wachsende Verschlüsselung besser geschützt werden.
Verbleibende Mitarbeiter ordnet man überwiegend einer von fünf verschiedenen Arbeitsgruppen zu. Die EF bezeichnet diese Arbeitsgruppen als “Protokollebene, Zugriffsebene, Benutzerebene, Gemeinschaftsebene und institutionelle Ebene”.
Zudem existieren Vorstand, Management, Management-Assistenz sowie eine Abteilung für den operativen Betrieb, die gemeinsam an der Verwaltung der Stiftung arbeiten.
Buterin kündigt enorme Verbesserungen an
Erfinder Vitalik Buterin veröffentlichte auf X einen Beitrag, in dem er persönlich Stellung zu den Entlassungen bezog. Durch die Entscheidung würden enorme Kostenersparnisse ermöglicht. Dieses Jahr sollen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um ganze 40 Prozent sinken.
Statt weiterhin 15 Prozent des Stiftungsvermögens pro Jahr zu investieren, möchte die EF ihre Ausgaben langsam senken und so ab 2030 nur noch rund fünf Prozent ihrer Anlagen ausgeben.
In seiner Erklärung bestätigte Buterin, dass der Fokus der Arbeit nach der Neuausrichtung auf dem jungen Konzept “CROPS” liegt, dessen Bedeutung er schon vor einem Monat betonte. Das Akronym steht für Zensurresistenz, Übernahmeresistenz, Quelloffenheit, Datenschutz und Sicherheit.
Insgesamt soll vordergründig die Widerstandsfähigkeit gegenüber staatlichen Akteuren wachsen. Regierungen benannte er im Mai als wesentliche Gefahr für Ethereums Zukunft. Jüngst gab er einen neuen Arbeitsplan bekannt, der sich bis 2029 spannt und der Öffentlichkeit zugänglich ist. Dieser trägt den Namen “Strawmap”.
“Die Ethereum Strawmap ist keine Kleinigkeit. Es handelt sich um ein äußerst ambitioniertes Vorhaben, das darauf abzielt, nahezu jeden Teil des Protokolls zu ersetzen und zu erweitern”, schrieb der kanadische Programmierer.
Buterin möchte seine eigene Bedeutung innerhalb der EF künftig schmälern, um die Organisation in die Hände eines Vorstandes zu übertragen. Bisher bleibt sein Einfluss jedoch unverkennbar.
