Krypto-News der Woche 30. Januar 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Das niederländische Parlament besprach ein neues Konzept zur Besteuerung von Kryptowährungen, durch das unrealisierte Gewinne besteuert würden. In der Krypto-Szene sorgte es für einen Aufschrei und Boykott-Forderungen.
  • Der Landwirtschaftsausschuss im US-Senat bestätigte seinen Teil des Gesetzesentwurfs CLARITY – für die bedeutende Verordnung ein Meilenstein.
  • Tether veröffentlicht für den US-amerikanischen Markt einen neuen Stablecoin namens USAT, da Marktführer USDT schon bald nicht mehr im Land operieren darf.
  • Der Bitcoin-Kurs fällt auf 82.000 US-Dollar – und das nicht nur trotz, sondern augenscheinlich sogar wegen eines Bedeutungsverlusts des US-Dollars.

Niederlande: Neue Krypto-Steuer sorgt für Aufschrei

In den Niederlanden sorgte ein Vorschlag für eine neue Krypto-Steuer über die letzten Tage für einen enormen Aufschrei in der Krypto-Szene. Viele bekannte Vertreter der Szene äußerten sich entsetzt.

Der Hintergrund: Das niederländische Parlament diskutiert aktuell über eine neue Krypto-Steuer, die dann auch auf unrealisierte Gewinne erhoben würde. Neben Kryptowährungen wie dem Bitcoin wären aber auch Wertpapiere von der neuen Steuer betroffen.

Statt Gewinne zu besteuern, plant die niederländische Politik die Besteuerung im jährlichen Takt. Dabei zieht man die Wertentwicklung der Anlage über das Jahr heran. Steuerabgaben würden dann fällig, wenn unrealisierte Gewinne entstanden sind. Auch Zinsen, Dividenden oder eben das Krypto-Staking fließen in die neue Berechnungsweise ein.

Das Konzept trägt den Namen “Wet werkelijk rendement Box 3”. Sollte sich die Reform durchsetzen, könnte sie bereits ab 2028 gelten. Die Abgabenlast würde für Investoren deutlich anwachsen.

Anleger könnte sie in Liquiditätsprobleme stürzen, weil die Abgaben eben auch dann anfallen, wenn noch keine Liquidität durch den Verkauf einer Anlage freigesetzt wurde.

Die niederländische Steuerreform ist Teil eines EU-weiten Trends, der eine strengere Besteuerung von Kryptowährungen vorsieht. Während Fiatwährungen weiter an Wert verlieren, fliehen Anleger zunehmend in den Kryptomarkt. Regierungen wünschen dieses Verhalten abzustrafen.

Auch in Deutschland kommen immer wieder Debatten in der Politik über eine Steuerreform auf. Hier werden Kryptowährungen nur dann besteuert, wenn Gewinne innerhalb eines Jahres realisiert wurden. Wer die Coins länger als ein Jahr lang hält, geht steuerfrei aus.

Darum rufen Experten zum Boykott auf

Einige Krypto-Experten riefen über X sogar zum Boykott der niederländischen Steuerreform auf. Juraj Bednar empfahl Anlegern etwa, ihr Krypto-Portfolio keinesfalls an staatliche Stellen zu melden, um sich langfristig vor restriktiven Maßnahmen zu schützen.

“Deshalb sollten Sie einer Regierung niemals mitteilen, dass Sie Kryptowährung besitzen. Selbst wenn Sie nicht vorhaben, diese zu verkaufen. Das würde Sie bloß in den Ruin treiben”, schrieb Bednar.

“Es gibt einen qualitativen Unterschied zwischen null Prozent und ein Prozent Steuer. Null Prozent muss man normalerweise nicht einmal melden. Das senkt das Risiko, dass sie Sie später über den Tisch ziehen und erpressen”, führt er fort.

Auch Garry Tan, Geschäftsführer von Ycombinator, sieht das Konzept als Bedrohung. Er bezeichnet die neue Steuer als “Vermögensbeschlagnahmung”, der man sich “überall wiedersetzen” solle.

Steuern auf unrealisierte Gewinne würden produktive Investments aufhalten, argumentiert Tan. Tatsächlich befürchten einige niederländische Kommentatoren eine Kapitalflucht, sollten die Niederlande die geplante Reform wirklich verabschieden.

US-Krypto-Gesetz CLARITY passiert ersten Ausschuss im Senat

Das US-amerikanische Krypto-Gesetz CLARITY erzielte gestern einen entscheidenden Erfolg. Ein Teil der Verordnung passierte den Landwirtschaftsausschuss des Senats knapp mit 12 zu 11 Stimmen.

Die Opposition der Demokratischen Partei stimmte einheitlich gegen das Gesetz. Die republikanische Mehrheit konnte sich trotzdem durchsetzen. Der kleine Teilerfolg gilt bereits als großer Meilenstein für CLARITY. Das Gesetz gilt als wichtiger Baustein von Trumps Krypto-Politik, stellt es für die Kryptobranche doch eine entscheidende Rechtssicherheit her.

Der Landwirtschaftsausschuss setzt sich nur mit dem Teil des Gesetzes auseinander, in dem es um die Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde CFTC geht. Gemeinsam mit der SEC ist die CFTC für die Aufsicht der Kryptobranche zuständig. CLARITY definiert für die Behörden eindeutige Befugnisse.

“Nach monatelanger Arbeit haben wir gemeinsam bedeutende Fortschritte erzielt – wirklich bedeutende Fortschritte”, erklärte John Boozman, der Vorsitzende des Ausschusses.

Das Unterhaus des US-Parlaments hatte seine Version des Gesetzes CLARITY bereits im Juli 2025 vollendet. Seit September 2025 bearbeitet der Senat das Gesetz, veränderte dieses zum Ärger der Kryptobranche erheblich und konnte es bisher noch nicht verabschieden.

Damit das Krypto-Gesetz verabschiedet und von US-Präsident Trump ratifiziert werden kann, muss es zunächst gesamtheitlich den Bankenausschuss passieren und in einer Abstimmung die Zustimmung des Senats erhalten.

Eric Trump kritisierte kürzlich die Einflussnahme von Geschäftsbanken auf das Gesetz. Trump erklärte, diese “tun alles, um das Krypto-Gesetz zu blockieren” und so ihr eigenes Geschäft zu schützen.

Tether veröffentlicht Stablecoin USAT für US-Markt

Der Stablecoin-Betreiber Tether veröffentlichte am Dienstag einen neuen Stablecoin namens USAT, der speziell für den US-amerikanischen Markt ausgelegt ist. Dort gilt seit Juli 2025 ein Stablecoin-Gesetz namens GENIUS, das voraussichtlich im Januar 2027 in Kraft tritt.

USDT, der größte Stablecoin des Marktes, ist das Kernprodukt Tethers. Da USDT allerdings nicht den Ansprüchen von GENIUS entspricht, darf der Stablecoin den US-Markt nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes nicht mehr bedienen.

Um weiterhin vertreten zu bleiben, schickt Tether USAT an den Start, dessen Reserve anders zusammengesetzt ist, um GENIUS zu befolgen. International bleibt der Stablecoin USDT weiterhin verfügbar. Dieser soll sich den durch Vorgaben des neuen Gesetzes im Laufe der Zeit annähern.

Wegen der Art und Weise, wie die Gesetzgebung GENIUS verfasste, fühlte sich Tether lange Zeit diskriminiert. Inzwischen lobt das Unternehmen die neue Verordnung.

Um sich weiterhin als Marktführer durchsetzen zu können, engagierte man mit Bo Hines einen gut vernetzten Geschäftsführer für den US-amerikanischen Firmenzweig. Hines war zuvor als Geschäftsführer von Donald Trumps Krypto-Beirat tätig.

Bitcoin-Kurs fällt auf 82.000 US-Dollar: Das ist geschehen

Der Bitcoin-Kurs fällt erneut und entfernt sich damit weiter von der 100.000-Dollar-Schwelle. Zum Redaktionsschluss notiert BTC bei rund 82.000 US-Dollar. Im Tagestrend sank die Kryptowährung um 2,44 Prozent. Im Wochentrend summieren sich die Verluste bereits auf 7,70 Prozent.

Marc des Ligneris, Portfolio-Manager von CoinShares, erkennt die Hintergründe des jüngsten Wertverlusts, die sich wieder einmal vorrangig in den USA abspielen.

“Nachlassende Zinssenkungserwartungen, wachsende Zweifel an der Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik und erste Risse im Reservewährungsstatus des Dollars prägen das Marktumfeld”, schrieb CoinShares in einer E-Mail an Blockchainwelt.

Stellt sich bloß die Frage, warum der Bitcoin aus dem Reputationsverlust des US-Dollars keine Profite schlagen konnte. Sein Ruf als Spekulationsobjekt, statt als Wertspeicher könnte der zentrale Grund sein.

“Bitcoin steht vorerst weiterhin am Rand. Er wird offenbar nach wie vor eher als technologiegetriebenes oder risikobehaftetes Asset wahrgenommen, denn als echtes Wertaufbewahrungsmittel”, argumentiert des Ligneris.

Der Bitcoin reißt große Teile des Kryptomarktes mit ins Abseits. Unter den Top-100 gelingt es nur wenigen Projekten, Gewinne zu schreiben.

Als Wochensieger setzt sich mit Stable (STABLE) eine dedizierte Blockchain für den Stablecoin USDT durch, der dort als nativer Token auftritt. USDT hatte keine native Blockchain, bis Stable im Dezember 2025 gestartet war. Die Blockchain wird von Tether und Bitfinex entwickelt.

Die gleichnamige Kryptowährung Stable legt im Wochentrend um 29 Prozent zu und notiert nun bei 0,024 US-Dollar. Auf dem zweiten Rang folgt der Token des DEX Hyperliquid (HYPE), der um 28,60 Prozent steigen konnte.

Auf dem dritten Platz findet sich Canton (CC) mit 19,40 Prozent Gewinn ein. Canton ist eine unabhängige Blockchain, die Finanzinstitutionen bedienen soll.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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