Krypto-News der Woche 23. Januar 2026

Das Wichtigste in Kürze
- Trotz jüngster Streitigkeiten hält Donald Trump am Krypto-Gesetz CLARITY fest. Die Verordnung möchte er schon bald ratifizieren. Dies sei wichtig, um als Industriestandort ein Gegengewicht gegenüber China zu bilden.
- Der Iran nutzt den Stablecoin USDT, um die Landeswährung Rial zu stabilisieren und um internationale Transaktionen abzuwickeln. All das, obwohl der Token in diesem Einsatzzweck über systemische Schwächen verfügt.
- Big Tech soll Kryptowährungen nutzen, um massenhaft Raubkopien im Internet zu erwerben. Besonders Nvidia gerät in den Fokus.
- Geopolitische Spannungen lassen den Bitcoin-Kurs fallen. CoinShares erwartet eine baldige Erholung.
Warum Trumps Unterstützung für CLARITY ungebrochen ist
US-Präsident Donald Trump unterstützt das Krypto-Gesetz CLARITY weiterhin. Dem Entwurf misst er riesige Bedeutung zu – all das erklärte der 79-Jährige in einer Rede während des Weltwirtschaftsforums (WEF) am Mittwoch.
“Ich hoffe, dieses Gesetz bald unterschreiben zu können, um US-Amerikanern neue Wege zum Aufbau ihrer finanziellen Freiheit zu ermöglichen”, sagte Trump am Mittwoch.
Um der Kryptobranche in den USA eine wertvolle Heimat zu bieten, sei das Gesetz unabdinglich – besonders im Wettbewerb mit China.
BREAKING: 🇺🇸 President Trump says he hopes to sign crypto bill soon. pic.twitter.com/kT4nwlPjDq
— Bitcoin Magazine (@BitcoinMagazine) January 21, 2026
Zuvor war die Zukunft des Gesetzes in Zweifel geraten. Die Journalistin Eleanor Terrett hatte berichtet, dass das Weiße Haus seine Unterstützung für das Gesetz absagen würde, sollte die Krypto-Börse Coinbase nicht weiter auf einen Konsens im Hinblick auf den Gesetzestext hinarbeiten.
CLARITY ist eines von drei Krypto-Gesetzen, welche die US-Politik unter der Trump-Regierung auf den Weg gebracht hat. Dieser Entwurf soll die Rechtssicherheit im Umgang mit Krypto herstellen, um die Zukunft der Blockchainbranche und eine legale Nutzung durch Staatsbürger zu gewährleisten.
Weil das Gesetz so als Grundlage für künftige Entwicklungen dienen würde, gilt es als das wegweisende Krypto-Gesetz der USA. Die Schwesterverordnung CLARITY ist bereits erfolgreich verabschiedet. Das dritte Krypto-Gesetz – ein Verbot von CBDCs – befindet sich ebenfalls in Arbeit.
CLARITY selbst steht aktuell zwischen den Stühlen. In den USA zeichnet sich ein Machtkampf der Finanzbranche ab. So hatte der Einfluss von Geschäftsbanken dafür gesorgt, dass der jüngste Entwurf ein Verbot für Stablecoin-Rendite enthielt.
Dieser Vorschlag – mit dem Banken augenscheinlich ihre Sparkonten retten wollten – sorgte in der Krypto-Szene für massive Kritik. Wegen der überwältigenden Kritik arbeitet der zuständige Bankenausschuss des US-Senats nun an einer neuen Fassung des Gesetzes.
Weil die US-Zwischenwahlen im November 2026 näher rücken und das Machtgefüge im Senat durcheinanderwürfeln könnten, steht CLARITY unter Zeitdruck. Cardano-Gründer Charles Hoskinson befürchtet deshalb ein Scheitern des heiß ersehnten Gesetzes.
Iran nutzt Stablecoin, um Fiatwährung zu stabilisieren
Experten von Elliptic – einem Unternehmen, das im Bereich der Blockchain-Analyse arbeitet – haben herausgefunden, dass der Iran den Stablecoin USDT nutzt, um die Landeswährung Rial zu stabilisieren.
Elliptic konnte USDT im Wert von 507 Millionen US-Dollar identifizieren, welche die iranische Zentralbank (CBI) im April und Mai 2025 erwarb. Anschließend transferierte man die Stablecoins an die Krypto-Börse Nobitex, um den iranischen Rial so zu stabilisieren.
Die Dunkelziffer weiterer Anlagen, die man allerdings nicht eindeutig zuordnen kann, sei laut Elliptic enorm. Zusätzlich nutzt der Iran die Stablecoins für die Abwicklung des internationalen Handels. Viele Banken sind vom SWIFT-Netzwerk ausgeschlossen.
Wegen Sanktionen durch die USA ist es dem iranischen Staat nicht möglich, US-Dollar wie üblich über das Bankensystem zu erwerben, um diese sodann als Währungsreserve zu verwenden. Transaktionen über die Blockchain sind weniger leicht zu kontrollieren.
Der Iran entschied sich deshalb für den Stablecoin USDT des Herausgebers Tether, welcher den US-Dollar 1:1 abbildet. USDT ist der erste und größte Stablecoin. Wegen seiner stark zentralisierten Funktionsweise öffnet er die iranische Reserve allerdings erheblichen Gefahren.
Tether kann sämtliche USDT nach Belieben einfrieren. Zudem setzt das Unternehmen US-Sanktionen durch. Als Tether die Besitzverhältnisse von 37 Millionen USDT im Juni 2025 feststellte, fror das Unternehmen diese Gelder ein. Es handelte sich um Anlagen der iranischen Zentralbank.
Im Zuge eines Konflikts zwischen Venezuela und den USA im Januar 2026, fror Tether 82 Millionen USDT ein, die sich im Besitz des venezolanischen Staates befanden.
Behörden nutzen USDT offenbar aus Bequemlichkeit und Zuverlässigkeit. Die Nutzung vollwertiger Kryptowährungen wie Bitcoin würde die Gefahr der Beschlagnahme komplett ausschließen. Auch dezentralisierte Stablecoins wie DAI könnten deutlich zielführender sein als USDT.
Big Tech soll Raubkopien für KI mittels Krypto kaufen
Verschiedene Big-Tech-Firmen sollen im Internet massenhaft Raubkopien erwerben, um damit ihre künstlichen Intelligenzen anzulernen – das berichtet Ed Newton-Rex, der sich als Geschäftsführer von Fairly Trained für die Belange von Autoren einsetzt, deren Werke von großen Sprachmodellen genutzt werden.
“Dies ist die Sammlung, deren Missbrauch für Trainingszwecke Nvidia vorgeworfen wird. Das Training mit Raubkopien ist in der KI-Branche weit verbreitet. Einige der größten Unternehmen haben sich in ihrem von Gier getriebenen Wettlauf um den KI-Markt darauf eingelassen”, schreibt Newton-Rex über X und spricht damit auf die sogenannte Schattenbibliothek Anna’s Archive an.
A few months ago I was curious to know how much Anna's Archive was charging AI developers for access to their massive library of pirated works for training – so I emailed them saying I was interested in buying access.
Here is their reply.
They are charging $200,000 (payable via… https://t.co/vjsNY4bsPX pic.twitter.com/mHQtcY4FPL
— Ed Newton-Rex (@ednewtonrex) January 22, 2026
Nvidia muss sich seit 2024 in den USA vor Gericht verteidigen. Damals reichten mehrere Autoren Klage gegen das Unternehmen ein. Sie werfen ihm vor, ihre Werke widerrechtlich als Trainingsmaterial für große Sprachmodelle missbraucht zu haben. Dabei habe Nvidia das Urheberrecht der Autoren verletzt.
Torrentfreak legte mittels Gerichtsunterlagen kürzlich offen, dass Mitarbeiter Nvidias die Schuld des Big-Tech-Unternehmens vor Gericht bestätigt haben sollen.
Nvidia erwarb demnach einen sogenannten Expertenzugang bei Anna’s Archive. Laut Newton-Rex zahlt man für diesen Zugang derzeit 200.000 US-Dollar. Die Bezahlung erfolgt über Kryptowährungen, da die Gelder so unaufhaltbar sind und die Identitäten von Sender und Empfänger besser geschützt werden können.
Anna’s Archive ist eine Sammlung von Raubkopien. Derzeit soll das digitale Archiv rund 120 Millionen Bücher und Schriften umfassen. Nirgends sonst können KI-Entwickler Zugriff auf eine so große Datenmenge so einfach erhalten.
Newton-Rex vermutet, dass neben Nvidia auch weitere Entwickler künstlicher Intelligenzen dasselbe Konzept nutzen. Für ihn ist das ein Skandal, handelt es sich doch um eine illegale Sammlung.
“Wir benötigen dringend einen Neuanfang in der KI-Branche. Sie muss sich vom Diebstahl abwenden und anfangen, die Menschen zu bezahlen, auf deren Arbeit sie angewiesen ist.”
Die anonymen Betreiber von Anna’s Archive hätten Nvidia explizit vor der illegalen Abmachung gewarnt. Der US-Tech-Gigant habe jedoch auf das Geschäft bestanden.
Geopolitische Spannungen bringen Bitcoin-Kurs in Bedrängnis
Noch vergangene Woche sah es für den Bitcoin-Kurs rosig aus. Er näherte sich der 100.000-US-Dollar-Schwelle an. Auch der Krypto Fear & Greed Index schlug um ein Haar in den gierigen Bereich um. Doch inzwischen geht es wieder abwärts.
Heute notiert der Bitcoin-Kurs bei 89.500 US-Dollar. BTC verlor im Wochentrend somit 5,10 Prozent. Parallel dazu sinken auch die meisten Kryptowährungen unter den Top-100 im Wochentrend, während der Tagestrend durch die Bank von Gewinnen dominiert wird.
“Bitcoin befindet sich derzeit in einer Korrekturphase, die gleichzeitig von mehreren Faktoren angetrieben wird. Jüngster geopolitischer Stress rund um Grönland sowie erneute Zolldrohungen (…) belasten die Marktstimmung”, erklärte CoinShares die Verluste im Tagestrend in einer E-Mail an Blockchainwelt.
Dadurch wiederum, üben Großinvestoren Verkaufsdruck auf die Kryptowährungen aus. CoinShares erwartet allerdings keinen Bärenmarkt, sondern nur eine kurze Korrektur, die schon bald durch eine Erholung beendet werden dürfte.
Weil die Nachfolge des FED-Vorsitzenden Jerome Powell und das Krypto-Gesetz CLARITY in der Schwebe sind, verhält sich der Markt ebenfalls pessimistisch.
Trotz aller Negativität setzen sich aktuell drei Gewinner im Wochentrend ab. Unter den 100 größten Kryptos dominiert derzeit der Gaming-Token Axie Infinity (AXS) mit 135 Prozent Kursgewinn und einem Marktwert von 2,86 US-Dollar.
Der Netzwerk- und Governance-Token LayerZero (ZRO) gewinnt über die letzte Woche 46 Prozent und steigt so auf 2,34 US-Dollar. Auf dem dritten Rang findet sich The Sandbox (SAND) ein. Der Metaverse-Token stieg um 38 Prozent auf 0,16 US-Dollar.
