Grayscale Bitcoin ETF könnte Weihnachten kommen

Exchange Traded Funds (ETF)

Könnte es sein, dass es dieses Jahr zu Weihnachten für alle Anhänger von Kryptowährungen ein ganz besonderes Geschenk gibt?

Grayscale Bitcoin ETF statt Bitcoin Trust?

Grayscale soll laut einem Tweet von ETF Hearsey by Henry Jim, heute, also am 04.11.2021, das Formular 19b-4 ausgefüllt haben. Das ist ein gefordertes Dokument von der SEC und dient in diesem Fall dazu, den Grayscale Bitcoin Trust in einen ETF umzuwandeln.

Da diese Beantragung an eine Anhörungsfrist gekoppelt ist, wäre die frühestmögliche Genehmigung, bei Einhalten der Fristen seitens der SEC, am 24. Dezember 2021 möglich.

Was macht die SEC?

SEC steht für die United States Securities and Exchange Commission. Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde war es auch, die erst kürzlich den ProShares Bitcoin Futures ETF genehmigt hatte.

Leider, wie auch im Falle des Grayscale Bitcoin ETF, nur für den US-Markt verfügbar, aber immerhin wohl doch wegweisend für eine ganze Reihe von Bitcoin ETF, die in der Zukunft noch folgen könnten.

Wer ist Grayscale?

Grayscale Investments ist die weltweit größte Vermögensverwaltungsgesellschaft für digitale Währungen und wurde bereits 2013 gegründet.

Erst im Juli dieses Jahres verkündetet Grayscale den Meilenstein, dass man ein SEC-Reporting Unternehmen geworden sei. Das bedeutet im Konkreten, dass der Grayscale Digital Large Cap Fonds unter das Regelwerk der US-Börsenaufsicht gefallen ist und damit als offizielles Finanzinstrument zugelassen wurde.

Die Registrierung bei der SEC wurde aber auch für den Grayscale Bitcoin Cash Trust, den Ethereum Classic Trust und den Litecoin Trust erfolgreich eingereicht.

Bereits registriert waren zu diesem Zeitpunkt der Grayscale Bitcoin Trust und der Ethereum Trust. Eben jener Bitcoin Trust, der jetzt zum ETF werden könnte und dem ProShares Bitcoin ETF folgen soll.

Investoren wollen Rechtsrahmen für Bitcoin ETF

Das Interesse an dem digitalen Ökosystem, sprich Kryptowährungen als Investment, ist so stark wie nie.

Der Wunsch nach einem regulatorischen Rahmen der Aufsichtsbehörden basiert auf den Anforderungen der Kunden, die sich für ihre Investments einen rechtssicheren Rahmen wünschen.

Der Bitcoin ETF, ETF steht übrigens für Exchange Traded Fund, gehört zu den Projekten der Roadmap von Grayscale, die Anfang April vorgestellt wurde.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Trust und ETF

Unit Trusts, auf Deutsch Investmentfonds, sind genau wie ETF kollektive Kapitalanlagen. Die Gruppe von Wertpapieren, die dahintersteht, kann sich beispielsweise aus den 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA zusammensetzen.

Anleger profitieren von Diversifikation und Sicherheit, da die Wertpapiere verwahrt und vom Betriebsvermögen der Fondsmanager getrennt sind.

Der wesentliche Unterschied liegt darin, wie Anleger ihre Anteile oder Aktien kaufen und verkaufen. Bei einem Investmentfonds entscheidet in der Regel der Fondsmanager über die Anzahl der Anteile und kann diese täglich entsprechend auf Wunsch der Anleger erhöhen oder reduzieren.

Der Fondsmanager wird diese Transaktionen ermöglichen, da in der offenen Fondsstruktur die Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anteilen von den Anlegern kommen muss.

Bei ETF-Anleihen wird hingegen durch die Börse der Auftrag zum Kauf oder Verkauf während der Handelszeiten ermöglicht. Die Anzahl der ETF-Anteile auf dem Markt ist begrenzt und deren Kauf- und Verkaufspreise werden von den Marktteilnehmern bestimmt, das bedeutet, die Preise unterliegen der Stimmung am Markt.

Ein ETF ist auch eine Art Fonds, bei der in der Regel versucht wird, die Wertentwicklung eines Index abzubilden.

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Der Grayscale Bitcoin Trust

Der Grayscale Bitcoin Trust hat den Zweck, Bitcoin zu halten und sein Anlageziel ist es, dass die Anteile den Wert der vom Trust gehaltenen Bitcoin widerspiegeln.

Dieser Wert ist auf den Indexpreis bezogen und wird reduziert um die Ausgaben sowie sonstigen Verbindlichkeiten des Trust.

Anleger können Anteile des Trust öffentlich kaufen und verkaufen. Die Bitcoin-Aktien bedeuten, dass Investoren ein Engagement in Form von Wertpapieren erhalten und so am Bitcoin Kurs partizipieren können.

Seit der Einführung 2013 stieg das Vermögen des Anlageproduktes auf mehr als 500.000 Bitcoin.

Damit ist er das weltweit größte Bitcoin Investmentprodukt. Der Grayscale Bitcoin Trust gibt Anlegern die Möglichkeit, den direkten Verkauf, die Lagerung und Verwahrung von Bitcoin zu vermeiden, dafür zahlen sie auch gerne die 2 % Jahresgebühr.

Schon 2020 stach der BTC aus dem Portfolio von Grayscale heraus, denn das verwaltete Vermögen wuchs im dritten Quartal 2020 um sagenhafte 147 %.

Grayscale Bitcoin ETF hat auch Kritiker

Die Nachricht über die mögliche Umwandlung des Bitcoin Trust fand aber nicht nur positive Reaktionen am Markt. Das Exposure, also das Risiko, ist beim direkten Investieren in Bitcoin deutlich geringer.

Daher verliert der Bitcoin Trust seine Daseinsberechtigung, da speziell institutionelle Investoren das geringere Risiko mit niedrigeren Gebühren beim ETF, wie von ProShares, bevorzugen.

Beim Bitcoin ETF, sofern die SEC dem Antrag von Grayscale stattgeben wird, steht jetzt das „negative Premium“ stärker im Vordergrund. Damit ist gemeint, dass das Risiko, dass der Anleger nichts dafür erhält, wenn er in den Markt investiert, weitaus höher ist, denn der Kryptomarkt ist höchst volatil.

Händler respektive Anleger wetten beim Bitcoin ETF auf den Bitcoin Kurs zu einem festgelegten Datum in der Zukunft. Bisher war die SEC gegenüber dieser Anlageform ausgesprochen kritisch und verwies beispielsweise darauf, wie häufig Krypto-Börsen gehackt wurden.

Allerdings sind Bitcoin Futures jene Derivate, die an die Indexpreise gekoppelt sind und virtuelle Vermögenswerte nicht direkt speichern. Die Branche hat inzwischen einen Wert von über 7 Billionen US-Dollar und erfreut sich bei Anlegern und Händlern enormer Beliebtheit.

Das mag auch an den niedrigen Gebühren liegen, denn während der Grayscale Bitcoin Trust 2 % Jahresgebühr verlangt, liegt die Gebühr beim ProShares Bitcoin ETF nur bei knapp 1 % pro Jahr.

Mit jedem neuen ETF, den die SEC zulässt, könnten die hochpreisigen Anlagevehikel am Markt zunehmend unter Druck geraten. Es ist also nur verständlich, warum sich Grayscale um die Umwandlung seines Investmentfonds bemüht.

Autor
Autorin

Stefanie Herrnberger ist als freiberufliche Referentin und Redakteurin tätig. Ihre langjährige berufliche Erfahrung im Bereich der Industrie 4.0, Digitalisierung und Blockchain bieten ihr den perfekten Background, um über Anwendungsfälle der Distributed-Ledger-Technologie in der globalen Industrie und Wirtschaft zu berichten.

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