EZB vs. Binance: Lagarde greift ein, um Krypto-Riesen zu stoppen

Das Wichtigste in Kürze
- Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, griff laut neuesten Informationen persönlich in den Lizenzierungsprozess ein, um Binance von der Erlangung einer MiCA-Freigabe abzuhalten.
- Griechische Behörden und die weltgrößte Krypto-Börse standen im Juni kurz vor einer Einigung. Bei Bekanntwerden reagierte Lagarde abrupt und drängte den griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis zur Ablehnung.
- Angeblich war Lagarde um die Zukunft von Euro-Stablecoins besorgt. In Wahrheit spielte die Reputation der Handelsplattform womöglich eine größere Rolle.
EZB vs. Binance: Lagarde greift ein, um Krypto-Riesen zu stoppen
Greift Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (kurz EZB) persönlich in die Krypto-Regulierung ein, um den Krypto-Riesen Binance zu stoppen? Das behauptet das Wall Street Journal in einem Bericht und beruft sich dabei auf Insideraussagen.
Im Frühjahr hatte Binance, seit 2018 die größte Krypto-Börse der Erde, eine Pressemitteilung vorbereitet. Das Unternehmen wollte glücklich verkünden, dass die Erlangung einer MiCA-Lizenz gelungen sei.
MiCA ist das Krypto-Gesetz der EU. Seit dem 30. Dezember 2024 ist es offiziell in Kraft. Allerdings endeten die letzten Übergangsfristen erst am 1. Juli 2026. Binance hätte die Lizenz, die das Unternehmen dazu befähigt, seine Dienste weiterhin in der EU anzubieten, also knapp vor Ablauf der Frist erlangt.
Daraus sei allerdings nichts geworden, weil EZB-Präsidentin Christine Lagarde Kontakt zur griechischen Regierung aufnahm und diese dazu drängte, die Lizenz für Binance zurückzuziehen.
Der 70-jährigen Politikerin sei es ein persönliches Anliegen gewesen, Binance aus der Europäischen Union zu verbannen, erklärten Insider. Damit setzte sie sich durch. Im Juli verlor Binance seinen Zugang zur EU. Bis dahin hatte das Unternehmen in der Union einen guten Stand.
Dass MiCA Binance vor Herausforderungen stellt, zeichnete sich schon in den Vorjahren ab. So zog man 2023 einen Antrag zurück, der an die deutsche BaFin gerichtet war. Ein weiterer Antrag in Zypern folgte demselben Schicksal.
In Griechenland wollte man schließlich eine neue Heimat finden. Alles schien glatt zu laufen – doch dann schritt Lagarde im Juni 2026 ein und verhinderte dies. Binance-Gründer Changpeng Zhao reagierte enttäuscht auf die Ablehnung der EU.
“Es ist bedauerlich, dass die EU ihren Nutzern den Zugang zur weltweit besten Liquidität verwehrt. Liquidität ist der beste Verbraucherschutz. Ich hoffe, dass sich die Situation in Zukunft ändern wird”, schrieb Zhao auf X.
Sad to see EU cutting their users off from the best liquidity in the world. Liquidity is the best consumer protection. Hope to see things change in the future. https://t.co/Z7OJrWmzOu
— CZ 🔶 BNB (@cz_binance) June 26, 2026
Binance erklärte anschließend, man arbeite weiterhin an einer Lizenz. Bisher verblieb die Börse jedoch ohne eigene MiCA-Lizenz.
Griechenland hatte Krypto-Firmen bewusst eingeladen
Die Entscheidung der griechischen Aufsichtsbehörde HCMC, Binance letztlich doch den Laufpass zu geben, kam für Binance überraschend. Griechenland hatte sich vorher bewusst als freundlicher Krypto-Standort inszeniert.
“Kommt wegen der Sonne und bleibt wegen der Steuern und der Technologie”, war ein Werbespruch, den der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis genutzt haben soll, um Technologiefirmen auf den Balkan einzuladen.
Die griechische Regierung rechnete mit 100 neuen Arbeitsstellen und jährlichen Steuerabgaben in Höhe von 200 Millionen Euro. Als man der EU-Behörde ESMA im Juni mitteilte, Binance die begehrte MiCA-Lizenz zu erteilen, reagierte Lagarde abrupt.
Die französische Politikerin nahm innerhalb eines Tages Kontakt zu Ministerpräsident Mitsotakis auf. In nur einer Woche war der Plan verworfen worden.
Dass Lagarde einen derart schweren Eingriff vornehmen kann, ist besonders denkwürdig. Bislang stellen nationale Behörden wie die griechische HCMC oder die deutsche BaFin MiCA-Lizenzen aus. Die EU möchte dies jedoch über das “Paket zur Marktintegration und Marktüberwachung” ändern.
Gelingt der Gesetzesentwurf, hätte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (kurz ESMA) das Sagen. Entscheidungen würden dann nur noch zentral von der EU getroffen, statt wie bisher von ihren Mitgliedsstaaten.
Welches Problem hat Lagarde mit Binance?
Laut Wall Street Journal beklagte Lagarde an Binance den vorwiegenden Einsatz von US-Dollar-Stablecoins statt Euro-Stablecoins. Diese werden von Nutzern als Handelswährungen eingesetzt. Um den Euro zu fördern, habe Binance also weichen müssen.
Realistisch betrachtet scheint diese Begründung absurd. Unter der MiCA-Lizenz hätte sich Binance ohnehin an neue Stablecoin-Regeln halten müssen, die den Einsatz solcher Stablecoins beschränken, die eine Fremdwährung abbilden.
Binance-Gründer Changpeng Zhao gilt gegenüber staatlichen Anweisungen nicht als sonderlich zuverlässig. Angeblich missachtete das Unternehmen unter seiner Führung jahrelang staatliche Sanktionen und regulatorische Vorgaben. Zhao wurde in den USA deshalb verurteilt.
Darüber hinaus entsprang Zhao selbst der Krypto-Szene, die generell als staatskritisch gilt. Zhao und die Führungsriege von Binance sind chinesischer Nationalität. Das Unternehmen wurde 2017 in China gegründet. Die Beziehungen zwischen China und der EU sind ambivalent und können daher zu den Feindseligkeiten beigetragen haben.
Entdecke jetzt die besten Krypo-Börsen!

