TFR: EU beschließt praktisches Verbot von non-custodial Wallets

Vor einigen Tagen erreichte eine Mitteilung die Szene, wonach die EU über ein praktisches Verbot von non-custodial Wallets diskutiert.

Das Verbot soll im Rahmen der Erweiterung des Gesetzes TFR erfolgen. Seit Kurzem ist gewiss: Die Gesetzesänderung wurde vom EU-Parlament erfolgreich verabschiedet und ist nun bittere Realität.

EU beschließt Verbot selbstverwalteter Krypto-Wallets

Der wesentliche Vorteil von Kryptowährungen ist die Möglichkeit der Eigenverwahrung. Dafür braucht es lediglich eine non-custodial Wallet, die man in verschiedensten Formen sehr leicht bekommt.

Der Eigentümer der Kryptos kann so vermeiden, dass eine unbefugte Person Zugriff auf sein Geld erlangt.

Diese Maßnahme ist so effektiv, dass sie natürlich auch Banken und Behörden von einem ungewollten Zugriff ausschließt.

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Der Europäischen Union ist die Pseudonymität oder Anonymität von Kryptowährungen jedoch ein Dorn im Auge.

Die TFR (Transfer of Funds Regulation, Deutsch: Geldtransferverordnung) regelte bislang nur grenzüberschreitenden Verkehr von Fiatwährungen und sieht eine starke Überwachung vor.

Eine noch stärkere Überwachung möchte man auf die Kryptowelt ausbauen – wenn möglich global.

Dafür schuf die FATF ein Rahmengesetz namens Travel Rule, das ab April in mehreren Staaten wirksam ist.

Die EU erweitert das Rahmenwerk jedoch um einen entscheidenden Punkt. Statt Nutzerdaten beim Transfer von Krypto nur zu sammeln, muss der Empfänger identifiziert sein.

Da non-custodial Wallets generell nicht mit einer Identität hinterlegt sind, zwingt man Krypto-Börsen und ähnliche Dienstleister praktisch dazu, diese zu blockieren.

EU-Parlament stimmt überwiegend für Krypto-Zensur

Nach Angaben von Patrick Hansen stimmt die überwiegende Mehrheit der Abgeordneten im EU-Parlament für die Gesetzesänderung, welche die Kryptowelt schwerwiegend zensiert.

Neben der übertriebenen Sammlung von Daten sind außerdem sämtliche Transaktionen von mindestens 1.000 Euro in Form von Krypto meldepflichtig.

Zur Abstimmung befugt waren die Ausschüsse ECON (Wirtschaft) und LIBE (bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres).

93 Abgeordnete stimmten für den Erlass, mehrheitlich liberale, christdemokratische, sozialdemokratische, linke und grüne Politiker.

Konservative und rechte Politiker stimmten mehrheitlich gegen den Vorschlag und erreichten damit 14 Gegenstimmen.

Außerdem gab es aus dem gleichen Spektrum 14 Enthaltungen. Der genaue Wortlaut der Verordnung ist voraussichtlich morgen öffentlich einsehbar.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

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Kommentare
  1. Hi Steffi, vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Nochmal zur Einordnung: Die TFR (Transfer of Funds Regulation) ist eine EU-Verordnung, die im Zuge des MiCA-Regelwerks (Markets in Crypto-Assets) 2023 beschlossen und 2024–2025 wirksam wurde. Sie verpflichtet Krypto-Dienstleister (z. B. Börsen, Broker und Wallet-Anbieter), Absender- und Empfängerdaten bei Transaktionen zu erfassen und zu übermitteln – ähnlich wie Banken bei Geldtransfers.

    Was kannst Du nun tun?

    • Non-custodial Wallets (MetaMask, Trezor, Ledger etc.) funktionieren per se immer noch. Sobald Du Deine Coins allerdings zu zentralisierten Börsen sendest, greift TFR
    • Dezentrale Börsen (DEX) wie Uniswap, SushiSwap, PancakeSwap oder dYdX nutzen. Achte darauf, dass dort kein KYC erforderlich ist, denn dann greift TFR auch
    • Nutzung von Layer-2- oder Privacy-Protokollen wie zkSync, Aztecoder Railgun. Viele Zero-Knowledge-Projekte (z. B. zkApps auf Mina oder ZK-Rollups) arbeiten an compliance-fähiger Privatsphäre, bei der Transaktionen validiert, aber keine sensiblen Daten offengelegt werden.
    • Plattformen außerhalb der EU verwenden. Dennoch dokumentieren, da relevant für eine etwaige Steuererklärung, solltest Du weiterhin in der EU gemeldet und steuerpflichtig sein.
    • Auswandern in ein Nicht-EU-Land ist ebenfalls eine Alternative. Informiere Dich im jeweiligen Land genau, wie dort die Gegebenheiten sind.

    Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen.

    Beste Grüße

    Mathias von Blockchainwelt

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