CBDC: Brasilianische Zentralbank will „digitalen Real“ einführen

Geldscheine 100 brasilianische Real

In der jüngeren Vergangenheit ist es ruhiger um Central Bank Digital Currencies (CBDC) geworden. Nun prescht die brasilianische Zentralbank voran und will noch in diesem Jahr eine eigene digitale Zentralbankwährung herausbringen.

Roberto Campos Neto, seines Zeichens Präsident der brasilianischen Zentralbank, kündigte für die zweite Jahreshälfte 2022 ein entsprechendes Pilotprojekt an. Der digitale Real, so die Bezeichnung der offiziellen Staatswährung, ist an das nationale Fiat-Zahlungssystem gekoppelt.

Brasilien arbeitet an eigener Staatswährung auf Basis einer Blockchain

Viele Zentralbanken arbeiten an digitalen Währungen oder haben zumindest Pläne in diese Richtung. Mit der brasilianischen Zentralbank kündigte jetzt die nächste Staatsbank an, den praktischen Nutzen einer CBDC zu prüfen.

Roberto Campos Neto kündigte diesen Schritt am Montag auf einer Veranstaltung an, welche im Nachgang auf YouTube erschien. Ein genauer Titel der Währung wurde nicht genannt, allerdings wurde sie als „digitaler Real“ bezeichnet.

Neto berichtete, dass es noch in diesem Jahr zu einem Pilotprojekt kommen soll, in dem die digitale Staatswährung getestet wird. Wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 ist es so weit und die CBDC geht an den Start.

Der Präsident der Zentralbank erklärte darüber hinaus, dass die digitale Währung an das nationale Fiat-Zahlungssystem gekoppelt ist. Ähnlich wie viele andere Kryptowährungen soll auch der „digitale Real“ eine feste Umlaufmenge haben. Genaue Einzelheiten dazu wurden aber nicht preisgegeben.

Mammutprojekt der brasilianischen Zentralbank

Erst vor kurzem teilte die brasilianische Zentralbank mit, dass sie sich mit neun anderen Banken zusammengeschlossen hat, um gemeinsam an einer CBDC für Brasilien zu arbeiten.

Offenbar arbeitete man aber bereits in der Vergangenheit an dem Mammutprojekt, welches einen erheblichen Einfluss auf das nationale Währungssystem haben dürfte.

Zentralbankpräsident Neto erklärte in dem Zusammenhang, dass er Kryptowährungen nach wie vor eher als Anlageobjekt und weniger als Währung für den Zahlungsverkehr sieht. Zumindest so lange, wie sich digitale Währungen noch nicht in der breiten Bevölkerung durchgesetzt haben.

Etwas anders sieht das dagegen im nationalen Bankenverkehr aus. Dort könnte eine digitale Währung den Zahlungsverkehr in Brasilien vereinfachen und Transaktionen fast in Echtzeit verarbeiten.

Im Allgemeinen haben Kryptowährungen in dem südamerikanischen Land derzeit eine hohe Bedeutung auf politischer Ebene. Neben der CBDC arbeitet die Regierung aktuell auch an einer Regulierung des Krypto-Marktes.

Senat in Brasilien: Gesetzesentwurf für Kryptowährungen akzeptiert

Seit bald drei Jahren werkeln die Verantwortlichen an einem Gesetzesrahmen, welcher genau definiert, was eine digitale Währung, einen Makler oder eine Krypto-Börse ausmacht. Zusätzlich wurde definiert, welche Abteilungen der Regierung für die jeweiligen Teilbereiche zuständig sind.

Brasilien gilt als Krypto-freundlich, und es gab immer mal wieder Gerüchte über eine digitale Zentralbankwährung. Zudem gibt es immer wieder Spekulationen darüber, dass das Land an der Atlantikküste den Bitcoin (BTC) als Staatswährung einführen könnte, wie es zuletzt erstmals in El Salvador der Fall war.

Fazit: Brasilianische Zentralbank setzt auf die Blockchain

Wie der Präsident der brasilianischen Zentralbank bekannt gegeben hat, will das Land noch in diesem Jahr eine digitale Währung einführen. In der zweiten Jahreshälfte soll der „digitale Real“ so weit sein.

Damit leistet Brasilien einen wichtigen Schritt zur Adoption von Kryptowährungen auf Zentralbankebene. Es bleibt abzuwarten, welche Erfahrungen die Regierung und die Banken des Landes mit der digitalen Währung sammeln werden und ob sich die CBDC in der Praxis bewähren kann.

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Jens Kerkmann interessierte sich bereits während seines Studiums im Bereich Wirtschaftsinformatik für die Themen Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Bis heute begleitet ihn die Materie in seinem Alltag und Berufsleben und er ist als Autor für Ratgeberartikel und Nachrichten aus dem Blockchain- und Digitalisierungsumfeld tätig.

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