Happy Bitcoin Day, El Salvador

Bitcoin El Slavador

Der 7. September 2021 geht in die Geschichte, sowohl von El Salvador als auch der Kryptowelt ein. Dieser Tag markiert den Bitcoin Day in dem mittelamerikanischen Land. Von nun an ist die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung dort offizielles Zahlungsmittel, neben dem US-Dollar.

Pünktlich zum Währungsstart verkündete der Präsident von El Salvador, dass sein Land insgesamt 400 Bitcoin gekauft hat. Doch die Begeisterung der Bevölkerung hielt sich bisher in Grenzen. Viele verstehen den Sinn hinter diesem Schritt nicht und möchten sich auch nicht mit dem digitalen Geld beschäftigen.

Bitcoin wird offizielles Zahlungsmittel in El Salvador

Drei Monate nach der Verkündung war am 7. September 2021 nun die offizielle Einführung von Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel in El Salvador soweit. Kurz vor dem Tageswechsel zur Ortszeit tweetete der Präsident des Landes, Nayib Bukele, dass es nur noch wenige Minuten bis zum Bitcoin Day in El Salvador sind.

Wenige Stunden zuvor verkündete er der Welt, das El Salvador insgesamt 400 Bitcoin in zwei Tranchen zu einem Gesamtwert von etwa 21 Millionen US-Dollar gekauft hatte und dass die Regierung künftig noch mehr BTC erwerben möchte. Darauf mussten Bukele und seine Regierungsmitglieder nicht lange warten.

Im Zusammenhang mit einem Flash Crash fiel der Bitcoinkurs am mitteleuropäischen Nachmittag kurzzeitig bis auf 43.000 US-Dollar. Diese Chance ließ sich der Präsident nicht entgehen und veranlasste einen spontanen Nachkauf von 150 BTC.

Die Regierung von Präsident Nayib Bukele behauptet, der Schritt werde vielen Salvadorianern zum ersten Mal Zugang zu Bankdienstleistungen verschaffen und jährlich rund 400 Millionen Dollar an Gebühren für Überweisungen aus dem Ausland einsparen. Doch wirklich überzeugt sind die Bewohner des Landes keineswegs.

Proteste gegen die Einführung von Bitcoin als Zahlungsmittel

El Salvadors Vorstoß zur Einführung von Bitcoin wurde national und international mit viel Aufregung, Feindseligkeit und Unverständnis aufgenommen. Bereits im August protestierten eine Vielzahl der 6,5 Millionen Einwohner, darunter viele Rentner und Veteranen, gegen das Bitcoin-Gesetz. Sie befürchteten, dass die Regierung ihre Renten von nun an in BTC statt in US-Dollar auszahlen würde.

Berichten zufolge sind bis zu 70 % der Bevölkerung des Landes gegen die Einführung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel. Doch ist dabei zu ergänzen, dass 90 % der Befragten auch wenig bis gar kein Wissen und Verständnis für die Technologie, die für die Verwendung von Kryptowährungen wie Bitcoin erforderlich ist.

Globale Finanzorganisationen wie der Internationale Währungsfonds haben El Salvador ebenfalls vor der Verwendung von BTC als gesetzliches Zahlungsmittel gewarnt.

Die Chivo Wallet wird gelauncht

Parallel zur Einführung von Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel in El Salvador ist die Chivo Wallet an den Start gegangen. Chivo, umgangssprachlich für Cool, wird künftig kostenlose Transaktionen in Bitcoin und US-Dollar für Privatpersonen und Unternehmen unterstützen in dem mittelamerikanischen Land. Jeder Staatsbürger El Salvadors erhält 30 US-Dollar in Bitcoin, sobald er die Chivo-Wallet auf seinem Smartphone oder Tablet installiert hat.

Die in Mexiko ansässige Handelsplattform Bitso wird dabei die wichtigsten Kryptodienste für Chivo bereitstellen. Bitso arbeitet mit der kalifornischen Silvergate Bank zusammen, um die Dollar-Transaktionen zu erleichtern. Ebenfalls soll eine automatische Umrechnung von Bitcoin-Transaktionen in Dollar sowie Abhebungen an Bitcoin-Geldautomaten in ganz El Salvador unterstützt werden.

Mit Blick auf die anfallenden Gebühren, die bei jeglicher Transaktion von Bitcoin anfällt, sei es Zahlung, Empfang oder Abheben der Kryptowährung, wurde ebenfalls vorgesorgt. Wie ein Sprecher von Bitso öffentlich bekannt gab, sollen die Einwohner El Salvadors keinerlei Kosten tragen müssen, solange sie die Chivo App dafür verwenden. Die Exchange hat dafür strategische Partnerschaften geschlossen.

Doch die Chivo-Wallet wurde nicht eigens für Salvadorianer konzipiert. Laut einer Ankündigung von Bitso sollen künftig auch Menschen ohne salvadorianische Staatsbürgerschaft auf die App zugreifen können. Ebenso soll Chivo Wallet Zahlungen von Menschen und Unternehmen überall auf der Welt unterstützt. Das ist allerdings noch in der Entwicklung. Ich deutschen Apple App-Store oder Google Playstore ist Chivo beispielsweise aktuell nicht verfügbar.

Bitso gehört zu den bekanntesten und am weitesten weitverbreiteten Handelsplattformen in Lateinamerika. Gegenwärtigen zählt die 2014 im Mexiko gegründete Exchange mehr als 2,75 Millionen Nutzer zählt. Bitso kann auf mittlerweile über sieben Jahre Erfahrung in anderen Märkten wie Mexiko, Brasilien und Argentinien aufbauen und somit eine wichtige Stütze bei El Salvadors Bitcoin-Reise sein.

Nach Angaben von Bitso haben ihre Dienste allein im Jahr 2020 Überweisungen im Wert von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar zwischen den USA und Mexiko ermöglicht, wobei die Kosten um 50 bis 70 % gesenkt und die Bearbeitungszeiten verkürzt wurden.

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Fazit – Bitcoin + El Salvador = Fluch und Segen zugleich

Bitcoin wird am 7. September 2021 erstmalig offizielles Zahlungsmittel in einem Land, und zwar El Salvador. Damit schreibt die Nation an der Westküste Mittelamerikas Geschichte. Von der Verkündung des Vorhabens über die Verabschiedung des Gesetzes bis hin zur offiziellen Einführung waren lediglich drei Monate vergangen.

Sosehr der Präsident des Landes, Nayib Bukele, und seine Regierung die Einführung befürworten und vorantreiben, sosehr ist der Großteil der Einwohner dagegen. Zwar soll BTC in Verbindung mit der Chivo-Wallet den Menschen im Land finanzielle Inklusion bescheren, doch spielt allerhand Skepsis mit.

Die Salvadorianer können schlichtweg (noch) nicht mit der digitalen Währung anfangen. Auch fürchten besonders die Älteren, dass sie ihr Pensionen in BTC gezahlt bekommen und aufgrund der Volatilität viel weniger zur Verfügung haben als bisher. Zudem gesellt sich die Unwissenheit über Kryptowährungen dazu.

Bukele und seine Regierung versichern ihren Bewohnern allerdings, dass niemand zur Nutzung von Bitcoin gezwungen wird und der US-Dollar weiterhin Landeswährung bleibt. Ob der Anreiz, 30 US-Dollar in Bitcoin, welche alle erhalten, die sich die Chivo-Wallet herunterladen, genug für die Salvadorianer ist, wohlgesonnener gegenüber BTC zu sein, bleibt abzuwarten.

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