Dammbruch für Krypto in USA? Das verspricht SEC-Chef Atkins jetzt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SEC stellt einen wichtigen Dammbruch für Krypto in den USA in Aussicht. Ein neues Regelwerk soll es Krypto-Entwicklern vereinfachen, Investitionen einzusammeln.
  • SEC-Chef Paul Atkins bezeichnet das Konzept als “historisch wertvollsten Schritt zur Modernisierung der Krypto-Regulierung”.
  • Der Vorsitzende möchte nicht länger auf die Entscheidungen des US-Kongresses warten. Die Erfolgschance des bedeutenden CLARITY Acts gilt derweil als gering.

Dammbruch für Krypto in den USA? Das verspricht SEC-Chef Atkins jetzt

Gelingt es Krypto in den USA schon bald, bedeutende Widerstände in Politik und Gesetz zu überwinden? Diese Aussicht bietet der SEC-Vorsitzende Paul Atkins in einer neuen Ansprache, gestützt von einer Pressemitteilung der SEC.

“Als ich mein Amt angenommen habe, habe ich versprochen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika das Krypto-Zentrum der Welt bleiben werden”, begann Atkins, der weithin als Krypto-Enthusiast gilt, seine Rede.

“Zu lange mussten Herausgeber und Investoren mit einer aktivistischen SEC kämpfen, die gegen diese Anlageklasse instrumentalisiert wurde”, setzt der Behördenleiter fort und spricht damit vor allem auf die SEC unter Gary Gensler während der Biden-Regierung an.

Gensler und viele seiner einflussreichsten demokratischen Parteikollegen gelten als überzeugte Gegner des Bitcoins und weiterer Kryptowährungen. Ihre repressive, kryptofeindliche Politik, die von 2021 bis 2025 währte, erhielt den inoffiziellen Namen “Operation Choke Point 2.0”.

“Die Resultate sind Unklarheit und Ineffizienz. Krypto-Innovationen wurden aus den USA vertrieben”, beschreibt Atkins diese Zeit.

Um Krypto-Investitionen im rechtlichen Einklang mit dem bestehenden Wertpapiergesetz zu ermöglichen, möchte Atkins ein neues Regelwerk namens “Regulation Crypto Assets” etablieren.

Der amtierende SEC-Vorsitzende plant die Einführung der neuen Regeln zeitnah. Er wolle nicht länger auf die Anpassung der Gesetze durch den US-Kongress warten. Wichtiger sei es, der Kryptobranche des Landes rasch neue Optionen zu bieten.

“Regulation Crypto Assets bietet den Herausgebern von Investmentverträgen einen klaren Pfad in Übereinstimmung mit dem Wertpapiergesetz”, erklärt er.

Das Problem: Bislang können Kryptowährungen als Investmentverträge eingestuft werden. Unter dem Wertpapiergesetz würden sie dann strengen Auflagen unterliegen. Atkins’ SEC möchte also erklären, wie Betroffene damit umgehen könnten, während sie die Zukunft ihrer Kryptowährung sicherstellen – ein Novum.

Krypto-Investments in den USA vor enormem Wachstum?

Laut Erklärung des SEC-Vorsitzenden steht die Kryptobranche in seiner Heimat häufig vor einem Investitionsproblem. Es mangelt an Kapital, weil die Gesetzeslage die Entgegennahme der Gelder verhindere.

Durch das neue Regelwerk soll endlich eine sinnvolle Möglichkeit für die junge Industrie entstehen, Investments einzusammeln.

“Das ist die Antwort der SEC auf die Frage, welche Innovateure seit der Entstehung der Blockchain umtreibt: Wie kann ich Kapital einsammeln, um eine Kryptowährung zu entwickeln, während ich an dem Netzwerk arbeite, in dem sie genutzt werden soll?”

So soll es den USA gelingen, ihre führende Rolle in der Branche beizubehalten. Gleichzeitig soll das Regelwerk als Grundlage für die Entstehung der neuesten Finanzinfrastruktur herhalten.

Selbstredend geht Atkins von einem sprunghaften Anstieg der Investitionen in die Kryptobranche aus, sobald die Veränderung in Kraft tritt. Der Vorschlag der SEC wurde gestern unterbreitet. Sein Inkrafttreten ist praktisch unabwendbar, da es sich um eine interne Entscheidung der Behörde handelt.

Zunächst muss allerdings eine 60-tägige Frist verstreichen, in der die Öffentlichkeit die Änderung der Aufsichtsbehörde kommentieren kann. Anhand dieser Kommentare könnte die SEC ihren Vorschlag verändern oder verwerfen.

In der Praxis würde die SEC zwei neue Möglichkeiten für Krypto-Herausgeber eröffnen, Finanzspritzen zu erhalten. Eine Kategorie sieht die Legalisierung der Annahme von bis zu fünf Millionen US-Dollar in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren vor.

In der zweiten Kategorie gestattet man dann sogar die Annahme von bis zu 75 Millionen US-Dollar innerhalb von zwölf Monaten. In diesem Fall unterliegt das Unternehmen jedoch der strengen Aufsicht der Behörde. Beide Kategorien müssen zudem Risikohinweise für potenzielle Investoren bereitstellen.

Atkins hofft auf CLARITY – vergebens?

In seiner Rede machte Atkins deutlich, dass er weiterhin auf die Verabschiedung des Krypto-Gesetzes CLARITY hofft. Jenes soll der Kryptobranche in den USA weitreichende Möglichkeiten eröffnen. Bisher scheiterte die Verordnung jedoch am Konsens im Oberhaus des Kongresses, dem Senat.

CLARITY gilt in der Politik als wichtigster Meilenstein für die Industrie. Ob die Verabschiedung des Gesetzes überhaupt jemals gelingen werde, gilt inzwischen jedoch als stark zweifelhaft.

Im November beginnen in dem nordamerikanischen Land die Zwischenwahlen. Sie könnten das Kräfteverhältnis im Kongress deutlich durcheinanderwürfeln. Gehen die Wahlen zugunsten der Demokraten aus, rückt CLARITY weit in die Ferne. Nur der Erfolg der Republikaner käme dem Entwurf zugute.

Spekulanten auf Polymarket rechnen mittlerweile mit dem Misserfolg des Gesetzes. Seine Erfolgschance ist auf 20 Prozent gefallen. Noch im Mai lag sie bei mehr als 70 Prozent.

Autor

Lennard ist ein überzeugter Krypto-Enthusiast. Als Freund der Selbstbestimmung begreift er Kryptowährungen als hohes Gut. Seine Begeisterung gilt vor allem den vertraulichen Kryptos.

Facts Checked Fakten überprüft von Mathias Wagner
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