Bitcoin und Tether sollen in der Schweiz zum Zahlungsmittel werden

Lugano Stadtansicht

Die Schweiz hat einen Meilenstein auf dem Weg zum nächsten Krypto-Utopia erreicht: Die beiden wichtigsten Kryptowährungen sollen ein legales Zahlungsmittel werden. Die Schweiz strebt danach, das nächste Krypto-Utopia zu werden. Sie plant, den Einwohnern die Verwendung von Bitcoin und Tether als Währung zu erlauben.

Neuerung in der Idylle

Die kleine Stadt Lugano hat angekündigt, dass sie Bitcoin und Tether als gesetzliches Zahlungsmittel einführen wird. Die politische Führung der Schweiz setzt auf die Blockchain-Technologie und macht sie zu einer Priorität.

Die Schweizer Börse wird als erstes Land eine digitale Währung als gesetzliches Zahlungsmittel einführen und damit ihren Status als nächste Krypto-Utopie festigen.

Dieser Vorstoß bietet ein großes Potenzial für die Schweiz und für die Stadt im Kanton Tessin an sich. Lugano ist dafür bekannt, dass es eine sehr fortschrittliche Metropole ist, die schneller als andere Gebiete in der Schweiz disruptive Innovationen akzeptiert und umsetzt. Somit ist es das Ziel, dass Lugano zu einem europäischen Zentrum für Kryptowährungen wird.

Entscheidung vom Donnerstag

Am Donnerstag hat die Stadtverwaltung verkündet, dass Kryptowährungen als legale Zahlungsmittel akzeptiert werden. Der Bürgermeister der Stadt, Michele Foletti, hat verkündet, dass die zwei Kryptowährungen Bitcoin, kurz BTC, und Tether, kurz USDT, verwendet werden sollen.

Interessant ist auch der Ort und der Zeit der Verkündung. Der Bürgermeister hat diese Entscheidung im Rahmen eines städtischen Events mit dem Namen Plan B genannt. Hierbei werden relevante Veränderungen mit Schlüsselfiguren der Stadt abgehalten. In diesem Zusammenhang fand eine Diskussion mit dem CTO Paolo Ardoino der Kryptowährung Tether statt. Zugleich ist diese Person Bürger von Lugano.

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Geplantes Utopia

Auch wurde genannt, dass diese Entscheidung nicht leichtfiel. Die letzten 18 Monate wurden damit verbracht, die Alltagstauglichkeit zu testen und die letzten Kritiker zu überzeugen. Ende 2020 begann die Umsetzung der Ideen, wie die Nutzung der Kryptowährungen Bitcoin und Tether gewährleistet wird.

Mit einem proprietären Punkte-Token namens LVGA werden die Bürger und Unternehmen bei der Nutzung von Blockchain-Technologie und Zahlungen mit Kryptowährungen belohnt. Laut dem Direktor der Stadt Lugano, Pietro Poretti, werden alle Vorgänge im Rahmen von LVGA registriert. Letzteres wurde im Jahre 2021 speziell für die Schweizer Stadt programmiert.

El Salvador als Vorbild?

Die Idee von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel hat sich im vergangenen Jahr sicherlich weiterentwickelt. Noch vor kurzem haben einige andere Länder die Verwendung von Kryptowährungen verboten oder eingeschränkt. El Salvador war jedoch ein Land, das sich abhob und als Erstes den Bitcoin als echte Währung anerkannte.

Dies kann ein Grund dafür sein, dass die Umsetzung von Kryptowährungen in Lugano so schnell vorangetrieben wurde. Obwohl keiner der Diskussionsteilnehmer dies ausdrücklich sagte, wurde die Entscheidung sicherlich durch den Schritt El Salvadors im vergangenen September beschleunigt.

El Salvador als Vorreiter in Sachen Kryptowährungen
El Salvador als Vorreiter in Sachen Kryptowährungen.

Lugano als Zentrum des Fortschrittes

Der oben bereits erwähnte Poretti sagte in seinem Kommentar zu der Entscheidung, dass Lugano schon immer bestrebt war und ist, neue Errungenschaften umzusetzen. Nun liegt der Fokus auf der Digitalisierung und technologischen Änderungen:

Lugano ist die wirtschaftliche Hauptstadt der Südschweiz und war schon immer führend bei der Schaffung neuer Möglichkeiten

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und Unternehmen anzuziehen, hat die Stadt den mutigen Schritt unternommen, ihre eigene Blockchain-Technologie neben Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel anzuerkennen. Diese Partnerschaft mit Tether hat es möglich gemacht, dass diese Idee in nur 18 Monaten umgesetzt werden konnte.

Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen des Kalibers von Tether ist ein Magnet, der weitere Unternehmen nach Lugano locken wird.

Zusammenarbeit mit Tether

Die Kooperation mit der Firma, die die Kryptowährung Tether geschaffen hat, ist ein Kernelement für die schnelle Umsetzung dieses Vorhabens. Der CTO Paolo Ardoino sagte während dieser Diskussion, dass das Unternehmen massive finanzielle Anreize für diese Kollaboration sieht.

Als Anreiz hat die Stadt dem Unternehmen Tether einen Fonds mit Mitteln in Höhe von 100 Millionen US-Dollar angeboten. Durch diese Anreizfinanzierung sollen weitere Start-ups in Lugano angesiedelt werden, wodurch mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

Start-Up-Hub
Ein Tech-Start-up bei der Arbeit – bald auch in Lugano?

Ziel ist es also nicht nur, dass ein neues Zahlungsmittel implementiert wird. Lugano soll auch zu einem neuen Zentrum für Tech-Start-Ups geben. Durch die Förderung soll die Stadt als idealer Gastgeber für diese Branche wahrgenommen werden, sodass Technologien aus aller Welt sich in dieser Stadt versammeln.

Stablecoin für Zahlungen in Lugano

Für die Transaktionen via Bitcoin oder anderen Kryptowährungen wird auch eine Zusammenarbeit mit Stablecoin eingeführt. Dadurch ist eine Absicherung bzw. der Werterhalt einfacher möglich.

Ardoino hat einen wichtigen Deal mit Polygon, einer Schweizer regulierten Plattform für die derzeit neuntgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung, abgeschlossen. Die Vereinbarung zielt darauf ab, dass beide Unternehmen bei der Bereitstellung von Stablecoins für die Einwohner zusammenarbeiten.

Nach Ethereum ist Polygon das zweitgrößte Netzwerk, das den USDT-Stablecoin von Tether hostet. Die geringe Latenz, die hohe Skalierbarkeit und die niedrigen Kosten ermöglichen eine nahtlose Abwicklung aller USDT-Zahlungen in der Stadt.

Fast grenzenlose Einsatzmöglichkeiten

Jeder Bürger kann praktisch alle Steuern, Gebühren und Dienstleistungen in Kryptowährungen bezahlen, einschließlich der Einkommens- und Vermögenssteuer, der Gebühren für die Erlangung der Staatsbürgerschaft des Landes, des Zugangs zur öffentlichen Infrastruktur und der Gebühren für die Ausstellung von Dokumenten.

Auch Unternehmen im privaten Sektor setzen auf Kryptowährungen. Im vergangenen Monat haben über 200 Unternehmen Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert. 5.000 Bürgerinnen und Bürger von Lugano haben eine der mit der digitalen Geldbörse der Stadt kompatiblen Kryptowährung LVGA angenommen und nutzen sie täglich.

Schweiz führt neue „Blockchain-Gesetze“ ein

Ausblick auf die Zukunft

Tether und Bitfinex haben bereits begonnen, mit den drei großen Universitäten von Lugano zusammenzuarbeiten, um die Ausbildung in den Bereichen Blockchain und Krypto zu fördern.

Als eines der aufregendsten Tech-Zentren der Schweiz wird Lugano einen enormen Arbeitskräftemangel erleben, wenn es gelingt, auch nur einen Bruchteil der Start-ups anzuziehen, von denen es glaubt, dass sie sich in der Stadt ansiedeln werden.

Die beiden Unternehmen arbeiten mit den städtischen Universitäten zusammen, um Lehrpläne zu erstellen, die den Universitäten dabei helfen sollen, gut ausgebildete Arbeitskräfte hervorzubringen, die sich mit der Blockchain-Technologie auskennen. Die Unternehmen planen, im Rahmen ihrer Bildungsinitiative 500 Stipendien pro Jahr zu vergeben.

Autor

Eva Steinmetz zeigt großes Interesse an den Themen Krytowährungen, Tokenisierung und Künstliche Intelligenz zur Optimierung von bereits bestehenden Systemen, wie der Immobilien- oder Finanzbranche. In diesem Zuge liegt ein Fokus auf die Veränderungen zur Regulierungen der Kryptowährungen weltweit.

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