Kryptowährungen in der Corona-Krise: Handelsvolumen steigt wieder

Während die Corona-Pandemie insbesondere die Reise-, Gastgewerbe und Luftfahrtbranche schwer getroffen hat, zeigten sich auch viele Kryptowährungen anfangs schwer getroffen. Das gesamte Handelsvolumen und die Kurse vieler Kryptowährungen brachen dramatisch ein. Es schien, als könne der Bitcoin seine Prophezeiung als „digitales Gold“ nicht nachkommen.

Während sich viele traditionelle Assets nach wie vor nicht von dem Corona-Schock erholt haben, scheinen inzwischen viele Anleger wieder für Investitionen in Kryptowährungen bereit zu sein. Große Börsen, wie Binance, OKEx oder Huobi, verzeichnen einen deutlichen Zuwachs des Handelsvolumens. Es scheint, als könnten die Kryptowährungen als Gewinner aus der Krise hervorgehen.

Rückblick: Schock an allen Märkten im März

Der März war für viele Anleger ein wahrer Monat des Grauens. Die Aktienkurse großer Reedereien, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter sackten teilweise um 60 bis 70 Prozent ein. Grund dafür waren die behördlich verhängten Ausgangssperren und die allgemeine Unsicherheit durch das sich ausbreitende Coronavirus. Die Ausgangssperren sorgten jedoch auch dafür, dass viele Unternehmen aus der Krise sogar profitieren konnten. Lieferdienste, Online-Händler und Streaming-Dienste erfreuten sich großer Beliebtheit. Auch den Kryptowährungen sprachen viele Anleger zu Beginn eine tragende Rolle zu. Durch die Unsicherheit am Währungs- und Aktienmarkt erwarteten viele ein gesteigertes Interesse in digitalen Währungen. Doch die Hoffnung legte sich schnell.

Am 13. März fiel der Bitcoin unterhalb der 4000 US-Dollar-Grenze und auch viele andere Kryptowährungen konnten die Euphorie vom Jahresanfang nicht aufrechterhalten. Kursverluste im hohen zweistelligen Prozentbereich waren die Folge und das Handelsvolumen brach ein. Doch kaum schien der Kursrückgang kein Ende mehr zu kennen, ging es plötzlich in die komplett andere Richtung. Bereits zwei Wochen nach dem zwischenzeitlichen Rekordtief der letzten Monate kratzte der Bitcoin schon wieder an der 7000 US-Dollar-Marke. Und tatsächlich konnte die führende Kryptowährung im weiteren Verlauf einen weiteren negativen Rückfall vermeiden und verharrt ungewöhnlich stabil bei etwa 7000 US-Dollar.

Stand der Dinge: Kryptowährungen im Aufschwung

Das plötzliche Interesse am Bitcoin übertrug sich auch auf andere Kryptowährungen. Der gesamte Markt zeigte sich zuletzt im Aufwind. Innerhalb eines Monats stieg die Marktkapitalisierung von unter 130 Milliarden auf knapp über 190 Milliarden US-Dollar an. Zwar fehlt immer noch ein ganzes Stück bis zum All Time High bei über 330 Milliarden vom Hochsommer letzten Jahres, doch verglichen mit den Zahlen aus Anfang März ist das ein deutlicher Zuwachs. Auch der Fear and Greed Index, der als eine Art Stimmungsbarometer am Kryptomarkt gilt, entspannte sich zuletzt etwas. Dennoch ist die Gesamtstimmung nach wie vor so ängstlich wie seit einem halben Jahr nicht mehr.

CoinMarketCap Kryptovolumen

Der leichte Anstieg sorgte bereits für eine gelockerte Stimmung im gesamten Kryptomarkt. Die Hashrate des Bitcoins, welche die Rechenleistung im Netzwerk widerspiegelt, stieg um über 30 Prozent an und auch viele andere digitale Währungen aus den Top 20 zeigten eine deutliche Erholung des Kurses. Die nach Marktkapitalisierung zweiterfolgreichste Währung Ethereum nähert sich bereits wieder der 200 US-Dollar-Grenze. Es zeigte sich zudem, dass viele Anleger ihr Geld in der Krise in Stable Coins, wie Tether (USDT) oder den US-Dollar Coin (USDC), umschichteten. Für den Sektor der Kryptowährungen ist dies ein gutes Zeichen, denn somit verbleibt das Geld bereits im Markt und kann bei einer Erholung des Marktes ganz einfach wieder in volatile Währungen umgeschichtet werden.

Zwar konnte der Bitcoin seine Rolle als digitales Gold nicht bestätigen, jedoch besitzt er einen großen Vorteil gegenüber Edelmetallen wie Gold und Silber: Er muss nicht physisch abgebaut, aufbereitet und transportiert werden. Somit trotzt er jeder Krise, die das Handeln der Menschen einschränken. Der dezentrale Ansatz macht ihn zudem unabhängig von Banken und zentralen Stellen. Innerhalb weniger Wochen erholte sich der von der Corona-Krise geplagte Kurs des Bitcoins um 50 Prozent. Unternehmensaktien aus den traditionellen Finanzmärkten konnten sich dagegen noch nicht wieder erholen.

Kryptobörsen verzeichnen Anstieg des Handelsvolumens

Ein wichtiges Zeichen in der Krise senden die großen Kryptobörsen aus. Viele Exchanges meldeten zuletzt einen starken Anstieg des Handelsvolumens auf ihren Plattformen. Insbesondere die indische Börse WazirX meldete gar ein Wachstum um 470 Prozent im täglichen Handel. In dem bevölkerungsreichen asiatischen Land stieg das Interesse an Kryptowährungen zuletzt erheblich an. Dies ist in der kürzlich erfolgten Legalisierung des Handels mit Kryptowährungen begründet, welche ein Verbot der indischen Zentralbank aufhob. Die asiatischen Börsen Binance und Huobi meldeten sogar aggregierte Allzeithochs im Tagesvolumen.

Laut Binance wuchs vor allem im Derivatenhandel das Interesse der Anleger. In den Termingeschäften sahen viele Anleger offenbar Möglichkeiten, um ihre Positionen abzusichern und von den Kursverläufen zu profitieren. Changpeng Zhao, seines Zeichens CEO und Gründer von Binance, erklärte auf der virtuellen Blockchain-Konferenz BlockDown 2020 sogar, dass die Kryptowährungen im Anschluss an die Corona-Krise explodieren könnten. Die aktuellen Ausschläge im Handel mit digitalen Währungen sieht er als erstes Zeichen für seine Theorie. Insgesamt erwartet er eine ineinandergreifende Handlungskette, die aktuell noch ganz am Anfang steht und mit dem steigenden Handelsvolumen und dem anstehenden Halving fortgesetzt wird.

Fazit: Bitcoin und Co trotzen Corona – Handelsvolumen steigt schlagartig

Viele Branchen fuhren während der Corona-Krise hohe Verluste ein. Insbesondere Reiseveranstalter und Gastronomiebetriebe litten unter den Folgen des Virus. Auch die Aktienmärkte wurden kräftig durchgeschüttelt und sowohl klassische Assets als auch digitale Währungen verzeichneten Kurseinbrüche. Im März sorgte der Bitcoin aufgrund einer niedrigen Hashrate, einem geringen Handelsvolumen und durch Kurseinbrüche um über 50 Prozent für Schlagzeilen.

Doch bereits zwei Wochen später scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Die Hashrate steigt wieder, das Handelsvolumen steigt sogar überproportional und der Kurs der führenden Kryptowährung ist ungewöhnlich stabil. Viele Börsen berichten sogar von einem neuen Allzeithoch im täglichen Handelsvolumen. Tatsächlich könnte dies der Beginn eines neuen Aufschwungs der Kryptowährungen sein, von der auch der CEO der großen Börse Binance sprach.

Noch fehlen eindeutige Belege aus der Vergangenheit, wie sich die Kryptowährungen in einer Krise verhalten, um Vergleiche zu ziehen. Daher sollten interessierte Anleger die kommenden Wochen genau beobachten, ob der neuerliche Aufschwung sich weiter ausprägt.

 

 

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