Checkout.com tritt der Libra Association bei

Erst vor wenigen Wochen veröffentlichte die Libra Association das neue Whitepaper zur Libra Coin. Diese soll bereits ab dem zweiten Halbjahr 2020 erscheinen und unter dem Kürzel LBR handelbar sein.

Nachdem sich gegen Ende des vergangenen Jahres zahlreiche Unternehmen aufgrund des regulatorischen Drucks vom Projekt distanziert hatten, erfolgte eine Anpassung der ursprünglichen Planung.

Zudem steht nun fest, dass Checkout.com, ein global agierender Zahlungsdienstleister aus Großbritannien, das neuste Mitglieder der Libra Association ist.

Libra Association gewinnt neues Mitglied

Die Anpassung des Whitepapers zur Libra Coin sorgte für mediales Aufsehen.

Doch nachdem in der Vergangenheit wichtige Partner wie eBay, PayPal, Mastercard, Visa und Stripe absprangen, konnte das Projekt mit Checkout.com einen wichtigen Kooperationspartner aus dem Finanzsektor gewinnen.

Das britische Unternehmen ist nun das 24. Mitglied der Association und trägt in Zukunft dazu bei, das Zahlungsnetzwerk von Libra zu entwickeln.

Die News wurde von Guillaume Pousaz, dem CEO und Gründer von Checkout.com, im Rahmen eines offiziellen Statements bestätigt – eine entsprechende Pressemitteilung gibt es auf der Homepage des Unternehmens.

Laut Pousaz möchte das Unternehmen nicht nur beim technischen Fortschritt mitwirken, sondern auch dazu beitragen, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu gestalten.

Durch diesen Ansatz sollen Blockchain-basierte Zahlungsmethoden den Weg in den Mainstream vollziehen und weitere Fortschritte im Bereich der Zahlungslösungen forcieren.

Wie Pousaz deutlich machte, seien rechtliche Rahmenbedingungen notwendig, um der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.

„Regulierung sollte angesichts ihrer einzigartigen Fähigkeit, das Ökosystem vor systemischen Missbräuchen zu schützen, ein integraler Bestandteil jedes daraus resultierenden Rahmens sein. Ohne eine solche Regulierung ist es unsere grundlegende Überzeugung, dass die technologischen Fortschritte allein nicht in der Lage wären, die sichere und stabile Infrastruktur für den Zahlungsverkehr bereitzustellen, die erforderlich ist, um die Massenanwendung voranzutreiben und somit den Fortschritt behindern würden.“ ­– Guillaume Pousaz

Libra gewinnt nach Anpassung wieder an Interesse

Des Weiteren gibt der CEO von Checkout.com zu verstehen, dass das Unternehmen die Libra Association beigetreten ist, da der neue Bezahldienst Milliarden von Menschen adressieren kann.

Dabei sind vor allem jene Menschen interessant, die zum aktuellen Zeitpunkt über keine eigene Bankverbindung verfügen. Durch das Libra-Bezahlsystem könnten diese Menschen erstmalig am internationalen Zahlungsverkehr teilnehmen.

Außerdem stellte der Gründer und Geschäftsführer klar, dass die Grundsätze von Libra und seines Unternehmens identisch seien.

Dementsprechend gäbe es auch keinerlei Probleme bei einer gemeinsamen Kooperation. Langfristig besitzt eine strategische Partnerschaft das Potential, um den gesamten Bezahlmarkt zu revolutionieren.

Insbesondere nach den Abgängen der ehemaligen Libra-Mitglieder Visa, Mastercard und Stripe ist das Engagement von Checkout.com eine Bereicherung für das Projekt.

Immerhin handelte es sich bei den Abgängen um renommierte Zahlungsanbieter. Laut Ajay Banga, CEO von Mastercard, habe sich das Unternehmen aufgrund fehlenden internen Rückhalts zu diesem Schritt entschieden.

Bisher gab es keine regulatorische Freigabe für das Projekt. Folglich wollte Mastercard sich nicht an einem illegalen Geschäftsmodell beteiligen.

Libra strebt Marktstart in 2020 an

Trotz der zahlreichen Rückschläge hat die Libra Association nicht aufgegeben und das Engagement für den Aufbau des eigenen Zahlungsnetzwerks intensiviert.

Nachdem das Unternehmen das neue Whitepaper veröffentlicht hatte, folgte auch die Beantragung der Zulassung bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA).

Allerdings gab die FINMA nach dem Eingang des Antrags nur bekannt, dass diese nun vorliegt und geprüft werden. Außerdem fordert die Behörde ein abgestimmtes Vorgehen mit den anderen Staaten. Dementsprechend ist eine schnelle Bewilligung des Antrags nahezu ausgeschlossen.

Durch die Emission regionaler Coins möchte Libra die Angst vor einer übergeordneten, dezentralen Kryptowährungen zerstreuen. Nach der Anpassung im Whitepaper steht nun fest, dass es unterschiedliche Libra Coins in den einzelnen Ländern geben wird.

Um die Freigabe voranzutreiben, geht Libra nun neue Kooperationen ein. So hat das Unternehmen am 20. April 2020 Heifer International, eine internationale Non-Profit-Organisation, als Mitglied aufgenommen.

Zudem sucht auch das Entwicklerteam der Calibra Wallet nach 50 neuen Mitarbeitern. Dementsprechend scheint es so, als würde einem Marktstart 2020 nur noch das regulatorische Einverständnis fehlen.

Fazit: Checkout.com ist eine Bereicherung für Libra

Noch im vergangenen Jahr schien es, als ob die Regulierung durch zahlreiche Staaten dazu beiträgt, dass Libra wieder an Relevanz verliert.

Allerdings hat die Veröffentlichung des neuen Whitepapers die Lage verändert. Inzwischen schafft es die Association auch wieder Zahlungsdienstleister als Mitglieder zu adressieren.

Nach dem Abgang von Mastercard, Visa, Stripe und PayPal schien dieses Kapital vorerst beendet. Mit Checkout.com konnte nun aber ein wichtiges, international agierendes Unternehmen als Partner gewonnen werden.

Und auch der CEO des Unternehmens bekräftigt die Intention, Libra als internationales Zahlungsnetzwerk zu etablieren.

Persönlich habe ich erwartet, dass das Projekt Libra mit der Regulierung zahlreicher Staaten vorerst beendet war. Inzwischen scheint es jedoch so, als ob ein Marktstart 2020 noch möglich ist.

Für die gesamte Branche könnte Libra zum Gamechanger avancieren.

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