ING Chefvolkswirt prognostiziert CBDCs in den kommenden Jahren

Mark Cliffemight, Chefvolkswirt der niederländischen ING, erwartet, dass Zentralbanken in zwei bis drei Jahren eigene Kryptowährungen emittieren. Außerdem erwartet der Manager, dass in naher Zukunft die erste Central Bank Digital Currency (CBDC) am Markt platziert wird.

Mark Cliffemight erwartet erste CBDCs

Der Chefvolkswirt der niederländischen Privatkundenbank ING, Mark Clieffemight, erwartet in den kommenden zwei bis drei Jahren die ersten Central Bank Digital Currencies. Dabei sollen bereits in naher Zukunft die ersten entsprechenden Digitalwährungen entwickelt und von Zentralbanken zahlreicher Länder unterstützt werden.

Am Freitag veröffentlichte die ING ein Video, in dem der Fokus auf die von Facebook entwickelte Kryptowährung Libra gelegt wird. Dabei erwartet die Bank, dass die Kryptowährung zahlreiche Regierungen vor fundamentale Probleme stelle. Außerdem hat Facebook eine Veröffentlichung der Währung für das Jahr 2020 avisiert. Dementsprechend müssen Zentralbanken bis zum Marktstart von Libra mit der Entwicklung von Alternativen beginnen.

„Zentralbanken müssen innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre eigene Digitalwährungen entwickeln. Facebook setzt diese mit der Einführung von Libra im Jahr 2020 unter Druck.“

Dabei ist Libra nur ein Beispiel, welches das disruptive Potenzial von Kryptowährungen verdeutlicht. Langfristig haben diese das Potenzial konventionelle Finanzsysteme nachhaltig zu verändern.

Digitalwährungen können bestehende Probleme lösen

Laut Cliffemight besitzen Kryptowährungen entscheidende Vorteile gegenüber klassischen Fiatwährungen. Dabei können diese virtuellen Währungen nicht nur das klassische Bargeld ersetzen, sondern zahlreiche bestehende Probleme des Marktes lösen.

Dabei liege der Fokus vor allem auf den Sicherheitsrisiken klassischer Währungen und Geldsysteme. Außerdem trumpfen diese Digitalwährungen mit einigen Vorteilen im Bereich der Privatsphäre, Transparenz, Dezentralisierung, Effizienz und Handelbarkeit auf.

Insbesondere der Übergang zu den Negativzinsen ließe sich mithilfe einer Kryptowährung besser bewältigen. Dabei unterstützen digitale Transaktionen die Banken bei der Durchsetzung entsprechender Zinsen. Außerdem ermöglichen CBDC den Banken völlig neue Möglichkeiten, um geschäftspolitische Entscheidungen durchzusetzen.

„Digitalwährungen haben das Potenzial junge Volkswirtschaften aufgrund einer besseren sozialen Durchdringung zu unterstützen.“

Dementsprechend können diese schneller auf wirtschaftliche Abschwünge reagieren und diese besser bewältigen. Schlussendlich profitieren vor allem junge Volkswirtschaften von den positiven Eigenschaften der CBDCs. Dies lässt sich auf die bessere Durchdringung der sozialen Bereiche zurückführen.

ING sieht Libra als Auslöser für die Adaption von CBDCs

Weiterhin führt Cliffemight aus, dass Libra die treibende Kraft hinter dem steigenden Interesse an zentralbankregulierten Kryptowährungen sei. Nichtsdestotrotz zeigen nicht alle Nationen ein sonderliches Interesse an entsprechenden Zahlungsmitteln.

Jüngst haben sich Frankreich und Deutschland gegen eine Adaption von Libra ausgesprochen. Folglich hat der französische Wirtschafts- und Finanzminister, Bruno Le Maire, sich dafür ausgesprochen, dass die Facebook-Währung innerhalb der gesamten EU blockiert wird.

Folglich hat Le Maire Gespräche mit Mario Draghi und Christine Lagarde zur Entwicklung einer europäischen Digitalwährung aufgenommen. Entsprechende Gespräche sind noch nicht weit fortgeschritten und die Entwicklung einer entsprechenden CBDC steht noch nicht fest.

Dahingegen hat China bereits die Entwicklung einer eigenen Kryptowährung als Konkurrenz zu Libra avisiert. Laut den Aussagen der People´s Bank of China, der chinesischen Zentralbank, steht der Marktstart des digitalen Yuans bevor.

Fazit: ING erwartet CBDC in naher Zukunft

Insgesamt verdeutlicht Cliffemight im veröffentlichten Video, dass die Zentralbanken unter Druck stehen. Die Entwicklung entsprechender Digitalwährungen sei maßgeblich für die Stabilität des Finanzsystems.

Dabei können die neuen Zahlungsmittel zu einer Optimierung des Zahlungsverkehrs führen. Außerdem bieten Blockchain-basierte Währungen zahlreiche Vorteile, welche klassische Fiatwährungen schlichtweg nicht bieten können.

Aus meiner Sicht ist die Veröffentlichung der ersten CBDCs nur eine Frage der Zeit. Spätestens die Einführung von Libra stellt die klassischen Finanzsysteme vor eine Herausforderung. Insbesondere die Reaktionen der Politik zeigen, dass ein Risiko in der Adaption einer dezentralen Kryptowährung existiert.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert