El Salvador könnte BTC als legales Zahlungsmittel einführen

Jack Mallers Bitcoin El Salvador

Die Bitcoin 2021 Conference ist in vollem Gange und versorgt Interessierte mit unzähligen, spannenden Neuigkeiten. Ein besonderes Highlight kam von Nayib Bukele, der mitteilte, dass der Zentralamerikanische Staat El Salvador Bitcoin als legal akzeptiertes Zahlungsmittel akzeptieren könnte. Grundlage sei ein Gesetzesentwurf, welcher bereits in der kommenden Woche veröffentlicht wird.

El Salvador forciert Bitcoin als Zahlungsmittel

Am 6. Juni sollte die Bitcoin 2021 Conference für steigenden Optimismus in der Bitcoin Community sorgen. Jack Mallers, CEO des Investment- und Payment-Unternehmens Zap, nutzte die große Bühne in Miami, um eine aufgezeichnete Ankündigung des amtierenden Präsidenten El Salvadors, Nayib Bukele, zu veröffentlichen.

Demnach habe Bukele einen Gesetzesentwurf vorbereitet, welcher Bitcoin im zentralamerikanischen Staat zum legalen Zahlungsmittel machen könnte. Laut Jack Mallers arbeite Zap eng mit Bukele zusammen, um den Plan in die Tat umzusetzen.

Möchten Sie sich die Ankündigung Jack Mallers selbst anschauen? Im Folgenden finden Sie den Ausschnitt aus der Bitcoin 2021.

Allerdings handelt es sich hierbei zum aktuellen Zeitpunkt noch um einen reinen Entwurf. Nach der Veröffentlichung des Entwurfs muss dieser von der Legislative des Landes begutachtet werden.

Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass die populistische Regierungspartei von Bukele die Legislative fest im Griff hat. Somit ist davon auszugehen, dass der Gesetzesentwurf akzeptiert wird.

Wird El Salvador der erste Bitcoin Staat?

Die Vorzeichen stehen sehr gut, dass El Salvador der erste Staat werden könnte, welcher Bitcoin als akzeptiertes Zahlungsmittel einführt – somit würde das Land einen Bitcoin Standard einführen.

Im Rahmen der Präsentation waren einige der Gründe zu sehen, welche für eine Einführung von Bitcoin als Zahlungsmittel sprechen.

Zentralbanken vollführen zunehmend Handlungen, welche die wirtschaftliche Stabilität von El Salvador gefährden.

Nayib Bukele

Quelle: Bitcoin 2021 Conference – Präsentation Jack Mallers

Diese Aussage ist aus meiner Sicht nachvollziehbar, denn im Laufe des letzten Jahres haben die Zentralbanken das Abkühlen der Wirtschaft vornehmlich mit einer Erhöhung der Umlaufmenge des Geldes bekämpft. Mit anderen Worten haben die Zentralbanken enorme Mengen an neuem Geld geschaffen und in Umlauf gebracht.

Bereits heute merken Konsumenten die unmittelbaren Folgen dieser expansiven Geldpolitik. In den vergangenen Monaten hat die Inflation stark zugenommen – Teuerungsraten von mehr als 5 % im Jahresverlauf sind in Europa keine Seltenheit.

Um den negativen Einflüssen der Zentralbanken entgegenzuwirken ist es notwendig, eine digitale Währung zuzulassen, deren Verfügbarkeit nicht von Zentralbank reguliert und lediglich durch objektive und berechenbare Kriterien angehoben werden kann.

Nayib Bukele

Quelle: Bitcoin 2021 Conference – Präsentation Jack Mallers

An dieser Stelle lässt sich sagen, dass sich Bukele besonders stark für den Ansatz hinter Kryptowährungen macht.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist El Salvador kurz davor der erste Bitcoin Staat zu werden.

Jack Mallers

Quelle: Bitcoin 2021 Conference

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Bukele will El Salvador digitaler machen

Allerdings ist an dieser Stelle auch etwas Kritik angebracht. Immerhin ist nicht ganz klar, was unter dem ersten Bitcoin Staat zu verstehen ist.

El Salvador gilt als armer und finanziell instabiler Staat. Rund 70 % der Bevölkerung hat auch heute noch keinen Zugriff auf eine eigenes Konto.

Geht es nach dem 39-jährigen Bukele, dann dürfte die Einführung einer staatlich akzeptierten Kryptowährung kurzfristig positive Auswirkungen auf die Einwohner des Staats haben. Immerhin könnten Menschen, welche aufgrund des stark regulierten Finanzwesens noch keinen Zugriff auf ein Konto haben, zeitnah über eine eigene Wallet verfügen.

Zeitgleich sei die Einführung einer Kryptowährung eine hervorragende Möglichkeit für den Staat um zu wachsen und neue Jobs zu schaffen.

Mittel- und langfristig hoffen wir, dass unsere Entscheidung wenigstens etwas dazu beiträgt, die Menschheit voranzubringen.

Nayib Bukele

Quelle: Bitcoin 2021 Conference

Mallers nutzt das Inflationsgespenst

Nach der Präsentation der Bukele-Ankündigung nutzt auch Jack Mallers die ihm gebotene Plattform, um auf die zentralen Aspekte der Videoankündigung zurückzukommen.

Im Zentrum stand die monetäre Expansion im Zuge der Pandemie-Bekämpfung. Dabei machte Mallers keinen Hehl daraus, dass die Geldpolitik der US-Notenbank dazu beitrage, dollarisierte Volkswirtschaften wie die El Salvadors zu zerstören.

Jack Mallers auf der Bitcoin 2021

Eben an dieser Stelle erhält das bereits oben aufgeführte Zitat besonders Relevanz. Immerhin erfüllt BTC als limitierte, dezentrale und staatenlose Währung die Anforderungen Bukeles.

Aus meiner persönlichen Sicht steht der Ansatz El Salvadors in einem krassen Diskurs zum Plan großer Volkswirtschaften oder Währungsräume. So finden etwa in Europa Untersuchungen zu einer Central Bank Digital Currency (CBDC) statt. Diese Währungen sind im Grunde ein digitales Äquivalent zu klassischen Fiatwährungen.

Keiner dieser Ansätze sieht jedoch vor, dass eine Kryptowährung entwickelt wird, welche sich dem staatlichen oder geldpolitischen Einfluss entzieht.

El Salvador führte erste Pilottests mit Strike durch

Spannend bleibt nun die Frage, weshalb genau der 6 Millionen Einwohner große Staat El Salvador mit Zap kooperiert.

Der Grund hierfür ist, dass die Payment App Strike, welche von Zap entwickelt wird und auf dem Bitcoin Lightning Netzwerk basiert, dieses Jahr in El Salvador getestet wurde.

Laut Mallers haben in der Spitze bis zu 12.000 Einwohner die App täglich genutzt. Im Allgemeinen sieht Mallers die Aufgabe seines Unternehmens in der Unterstützung kleiner aufstrebender Nationen, welche besonders stark von der Geldpolitik der führenden Notenbanken beeinflusst werden.

Wir wollen grenzüberschreitende Zahlungen kostenlos machen.

Jack Maller

Quelle: Bitcoin 2021 Conference

Wie Mallers hervorhebt sei es das Ziel seines Unternehmens, den aktuellen Status Quo der Finanzbranche zu disruptieren. Dementsprechend sollen mehr Menschen einen Zugang zum Finanzsystem erhalten und am internationalen Zahlungsverkehr teilnehmen können.

Insbesondere kleine Staaten brauchen diese Unterstützung, um am wirtschaftlichen Wachstum teilhaben zu können. Schlussendlich kündigte der Zap CEO an, dass das Unternehmen einen eigenen Firmensitz in El Salvador in Kooperation mit Blockstream aufbauen werde.

Fazit: El Salvador auf dem Weg zum Bitcoin Staat

Ehrlicherweise hatte ich nicht daran gedacht, dass eine kleine und im wirtschaftlichen Kontext betrachtet arme Nation wie El Salvador eine dezentrale Währung wie Bitcoin akzeptieren könnte.

Umso mehr freut es mich, dass der amtierende Präsident des Landes sich eine Nutzung von BTC als Zahlungsmittel vorstellen könne. zusammen mit Strike ließe sich auch die niedrige Transaktionsgeschwindigkeit des Bitcoin-Netzwerks egalisieren.

Besonders spannend finde ich die Argumentation Bukeles, der insbesondere die expansive Geldpolitik im Rahmen der Corona-Krise kritisiert. Einerseits hat diese zwar in den großen Volkswirtschaften einen kolossalen Crash verhindert, zeitgleich jedoch kleinere Nationen schwer getroffen. Aus diesem Grund ist Bitcoin als digitales Gold des 21. Jahrhunderts besonders spannend.

Ich persönlich gehe davon aus, dass eine Akzeptanz von Bitcoin als Zahlungsmittel in El Salvador einen positiven Einfluss auf den Markt haben wird. Einerseits dürfte die Nachfrage nach BTC anziehen und andererseits könnten auch andere Staaten Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren.

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