FedNow – Echtzeit-Payment-Lösung der Fed macht Blockchain Konkurrenz

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve gab kürzlich bekannt, dass sie an einem neuen Zahlungssystem namens FedNow arbeiten. Das Echtzeit-Zahlungssystem soll „allgegenwärtig, schnell und effizient“ sein. Obwohl die Fed sich bedeckt hält, glauben viele, dass Blockchain-Technologie dabei eine entscheidende Rolle spielen wird.

US Federal Reserve System (Fed)
US Federal Reserve System (Fed)

Federal Reserve: Aktuelle Lösungen sind nicht zufriedenstellend

Obwohl die nötigen Technologien schon seit einigen Jahren vorhanden wären, hinkte die amerikanische Zentralbank lange hinterher im weltweiten Vergleich. Wie Gouverneur und Federal Reserve (Fed) Vorstandsmitglied Lael Brainard in einer Rede am 05. August 2019 erklärte, liegt US-amerikanische Infrastruktur für Massenzahlungen weit hinter der von anderen Ländern in Europa, in Mexiko oder Australien. Echtzeit-Zahlungen sind sowohl für Unternehmen als auch den Einzelnen wichtig.

Im November 2018 gab die Fed daher der Bevölkerung die Möglichkeit sich zu möglichen Maßnahmen für schnellere Zahlungs- und Interbankabwicklungen zu äußern. Insgesamt äußerten sich 350 zu dem Thema. Davon sprachen sich 90 % der Befragten dafür aus, dass die Federal Reserve einen Echtzeitdienst für schnellere Zahlungen betreiben sollte. Mit FedNow kommt die Notenbank dieser Forderung nach. Die Entwicklung von FedNow bringt die Behörde in einen Konflikt mit den großen Banken des Landes. Denn ihr Produkt steht damit in Konkurrenz zum Real Time Payments (RTP) von The Clearing House. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Echtzeit-Zahlungsdienst. dass von einigen der weltweit größten Banken eingeführt wurde. Zu den 25 Eigentümer Banken gehören unter anderem die Bank of Amerika, Barclays, Capital One, Citibank, Deutsche Bank, Santander und Wells Fargo.

Es gibt in den USA bereits einige Zahlungsdienste, die einen Rund-um-die-Uhr-Service anbieten. Dazu gehören Venmo oder Zelle. Das Problem bei diesen Diensten ist jedoch, dass sie nicht flächendeckend sind. Die Federal Reserve bezeichnet diese Apps als „closed loops„, denn beide Parteien müssen ein Konto auf der Plattform haben. Außerdem unterstützen die Apps nicht alle 10.000 Banken, die es schätzungsweise in den USA gibt. und es werden nicht alle Banken unterstützt. FedNow hingegen soll eine universelle Infrastruktur bieten, die sowohl große als auch kleine Banken abdeckt.

Ist FedNow eine Reaktion auf die Blockchain-Konkurrenz?

In seiner Rede sprach Brainard auch über Unternehmen, die versuchen ihre eigenen Zahlungssysteme zu etablieren. Dabei sprach er speziell über Facebooks Libra und die Bedenken der Behörde über diese Entwicklung. Sobald Libra auf den Markt kommt, wird es Milliarden von Menschen ermöglichen weltweit Zahlungen in Echtzeit durchzuführen. Wenn Zentralbank und der traditionelle Bankensektor mit diesem Dienst nicht mithalten können, verlieren sie gegen die Blockchain-Konkurrenz.

Es ist daher nicht überraschend, dass der Gouverneursrat die Einführung von FedNow mit 4:1 befürwortete. Andere Personen wie Caesar Sengupta, Head of Payments bei Google und Brian Peters Geschäftsführer von Financial Innovation Now, einer Gruppe von Unternehmen wie Apple, Google, PayPal, Amazon und Square bekräftigten den Schritt der Federal Reserve ebenfalls.

Nutzt FedNow Ripple-Technologie?

Die Federal Reserve hält sich bisher bedeckt darüber, worauf FedNow aufgebaut sein wird. Im Raum steht die Blockchain-Technologie. Sie ist eine der wenigen Technologien der heutigen Zeit, die in der Lage wäre ein Vorhaben dieser Größenordnung umzusetzen. Dabei steht besonders die Ripple (XRP) Blockchain im Fokus der Spekulationen. Dafür sprechen die folgenden Argumente:

  1. Ripple arbeitet bereits mit einigen Privatbanken eng zusammen.
  2. Ripple Labs gehört bereits seit 2015 zum Lenkungsausschuss der Task Force für schnellere Zahlungsabwicklungen der Federal Reserve.
  3. Nur wenige Stunden nach der Ankündigung von FedNow kommentierte Ripples Global Head Dilip Rao den Vortrag auf Twitter.

Ob FedNow mit Ripples xRapid entwickelt wird, ist dennoch nicht mit Sicherheit belegt. Der Dienst wird voraussichtlich im Jahr 2023 oder 2024 veröffentlicht. Zunächst werden Zahlungen bis zu 25.000 US$ unterstützt.