Facebook erwirbt Blockchain-Startup Chainspace

Facebook, das Unternehmen hinter dem gleichnamigen sozialen Netzwerk, hat basierend auf einem Bericht ein Blockchain-Unternehmen übernommen. Wie der Bericht vom 4. Februar hervorhebt, handelt es sich bei der Akquisition um Chainspace.

Chainspace - A Sharded Smart Contracts Platform
Chainspace – A Sharded Smart Contracts Platform @chainspace.io

Facebook übernimmt Chainspace

Aus einem Bericht vom 4. Februar 2019 geht hervor, dass der US-amerikanische Medienkonzern Facebook das Blockchain-Unternehmen Chainspace übernommen hat. Wie der zu Medium gehörende Blog Cheddar hervorhebt, handelt es sich bei Chainspace um ein kleines Blockchain-Startup. Die Übernahme fand demnach nicht aufgrund des bestehenden Geschäfts statt, sondern zur Akquise neuer Fachkräfte und des internen Knowhows. Die entwickelten Services und Produkte von Chainspace spielten dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Laut des Cheddar-Berichts werden vier der fünf Forscher, welche am Chainspace Whitepaper arbeiteten in ein Arbeitsverhältnis bei Facebook wechseln. Ein Pressesprecher von Facebook sagte demnach, dass das Unternehmen zwar einige Mitarbeiter von Chainspace übernehmen wird, jedoch keine der entwickelten Technologien adaptiert wird. Den Hauptfokus der Forschung lenkte das Startup, welches von Forschern des University College London gegründet wurde, auf Probleme bei der Skalierung der Blockchain-Technologie. Insbesondere die Adaption von Smart Contracts sollte, laut der Website des Startups, zur Lösung des Problems beitragen.

Skalierbarkeit der Blockchain-Technologie gilt als Herausforderung bei der Adaption

Zahlreiche Experten aus dem Bereich der Distributed Ledger Technologie loben die Blockchain-Technologie für das hohe Maß an Sicherheit sowie für die Möglichkeit Transaktionen auf Basis des Konsens abzuwickeln. Allerdings stellen die Experten auch klar, dass insbesondere die Skalierbarkeit als Flaschenhals bei einer Massenadaption fungiert. Zahlungsanbieter wie VISA oder PayPal gelten zum aktuellen Zeitpunkt als Vorzeigeunternehmen bei der Skalierbarkeit. So kann die Bitcoin-Blockchain zum aktuellen Zeitpunkt rund 18 Transaktionen pro Sekunde ausführen. PayPal kommt immerhin auf theoretische 115 Transaktionen pro Sekunde, während Visa mehr als 2.000 Transaktionen in der Sekunde verarbeiten kann.

Eine Alternative um die Skalierbarkeit zu erhöhen, ist der Einsatz des Shardings, welches erstmals von Vitalik Buterin, dem Gründer von Ethereum, thematisiert wurde. Bei diesem Ansatz werden die Shards in einzelnen Netzwerken gehostet. Durch die Verteilung der Transaktionen auf die einzelnen Shards soll vor allem die Zahl der durchführbaren Transaktionen pro Sekunde gesteigert werden. Die Experten erwarten, dass sich durch das Sharding das Problem der Skalierbarkeit beheben lässt.

Bereits gegen Ende des vergangenen Jahres veröffentlichte Facebook neue Stellenausschreibungen mit einem Bezug zur Blockchain-Technologie. Hierbei handelte es sich um zwei Stellen im Bereich des Software-Engineerings, eine Stelle für einen Data Scientist sowie für einen Data Engineer. Aus den Stellenbeschreibungen geht hervor, dass die neuen Arbeitnehmer direkt im Hauptquartier in Menlo Park arbeiten werden. Im Mai 2018 gab der Verantwortliche des Facebook Messengers, David Marcus, bekannt, dass Facebook eine Arbeitsgruppe geformt hat. Diese sollte erforschen, wie die Blockchain bei Facebook am besten eingesetzt werden kann.